Barsinghausen: Frauen haben eine neue Beratungsstelle der AWO in Barsinghausen
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Barsinghausen Frauen nehmen neue AWO-Beratungsstelle gut an
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Barsinghausen: Frauen haben eine neue Beratungsstelle der AWO in Barsinghausen

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10:05 27.05.2020
„Für alle Frauen, egal welche Probleme sie mitbringen“: Anne Vogt sucht gemeinsam mit den Betroffenen Lösungen.
„Für alle Frauen, egal welche Probleme sie mitbringen“: Anne Vogt sucht gemeinsam mit den Betroffenen Lösungen. Quelle: Janna Silinger
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Barsinghausen

Eigentlich hatte es eine größere Eröffnungsfeier geben sollen. Diese musste im April aber aufgrund der Corona-Krise abgesagt werden. Trotzdem, so berichtet die Diplompädagogin und Ergotherapeutin Anne Vogt, sei die neue AWO-Frauenberatung in Barsinghausen inzwischen nicht mehr ganz unbekannt.

Unterstützung bei jedem Problem

Schon seit Januar arbeitet Vogt in Teilzeit als Beraterin für die AWO in Barsinghausen und bietet Unterstützung an. „Das richtet sich an alle Frauen, egal welche Probleme sie mitbringen“, sagt Vogt. Sie fügt hinzu, dass fast jede dritte Frau in Europa auf irgendeine Art von Gewalt betroffen sei. Das sei eines der größten Probleme, mit denen die Gesellschaft zu kämpfen habe.

Sie berate und helfe aber auch bei Problemen mit Kindern, in der Partnerschaft, sie helfe Frauen, die eine Kur beantragen möchten, suche akute und dauerhafte Lösungen. Vogts Aufgabe sei es dabei nicht, Ziele schlicht vorzugeben, sondern individuell zu schauen, wie sie Frauen dabei unterstützen könne, dass sie sich selbst helfen, erläutert sie.

Präventionsarbeit an Schulen geplant

Zu den Aufgaben der neuen Beratungsstelle gehöre auch Präventionsarbeit, berichtet Vogt. „Wenn die Corona-Krise vorbei ist, wollen wir zum Beispiel an die Schulen gehen.“ Dort stehe auf dem Plan, junge Menschen, Mädchen wie Jungen, für Themen wie mediale Gewalt oder Stalking zu sensibilisieren. Auch die Frage, wie man sich selbst schützen könne, werde dabei eine Rolle spielen, kündigt Vogt an.

Weiterhin habe die AWO vor, Weiterbildungen für Lehrer und Erzieher anzubieten, damit diese als Multiplikatoren die Grundlagen vermitteln könnten. „Dieses gesamtgesellschaftliche Problem, dass Frauen noch immer so stark von Gewalt betroffen sind, muss angegangen werden“, sagt Vogt.

Hemmschwellen überwinden

Das flächendeckende Angebot von Frauenberatungsstellen in der Region werde seit Anfang des Jahres ausgebaut, ein Ergebnis davon sei die Beratungsstelle in Barsinghausen. Das sei mithilfe der Barsinghäuser Gleichstellungsbeauftragten Susanne Brandts gelungen.

Bisher, bilanziert Vogt, sei das Angebot auch schon gut angenommen worden. Sie findet: So eine Einrichtung habe in Barsinghausen gefehlt. Denn weite Anfahrtswege erschwerten es für viele Frauen, Hilfe in der Beratungsstelle in Anspruch zu nehmen. Befinde sich eine Ansprechperson in der Nähe, sei es leichter, die Hemmschwelle zu überwinden, einfach einzutreten, sagt die Beraterin.

Maske auf und Abstand halten

Momentan würde Vogt die meisten Frauen telefonisch oder über Skype beraten. In dringenden Fällen seien aber auch persönliche Gespräche durchaus möglich. „Das ist manchmal notwendig.“ Dann hält Vogt alle notwendigen Hygiene- und Schutzmaßnahmen ein wie etwa Abstand halten, eine Maske tragen und hinter einer Plexiglasscheibe sitzen.

Ein vermehrtes Auftreten von häuslicher Gewalt in der Corona-Krise ist Vogt inzwischen auch aufgefallen. „Die Leute hocken sehr viel aufeinander“, sagt sie. Nach weiteren Lockerung der Maßnahmen gehe sie von vermehrtem Beratungsbedarf aus.

Beratung ist anonym und kostenlos

Vogt macht darauf aufmerksam, dass jede Beratung kostenlos und anonym ist. Erreichbar ist die Frauen-Beratungsstelle der AWO dienstags von 14 bis 18 Uhr, donnerstags von 11 bis 17 Uhr und freitags von 9 bis 12.30 Uhr unter der Telefonnummer (05105) 6613550 oder per E-Mail an frauenberatung.barsinghausen@awo-hannover.de. Frauen können außerdem jederzeit auf den Anrufbeantworter sprechen, dann erhalten sie einen Rückruf.

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Von Janna Silinger