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Barsinghausen Grabräuber: Polizei ruft zu Wachsamkeit auf Friedhöfen auf
Umland Barsinghausen

Barsinghausen: Grabräuber: Polizei ruft zu Wachsamkeit auf Friedhöfen auf

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15:26 18.06.2019
Stefan Klaus (links) und Jennifer Müller (rechts) vom Polizeikommissariat Barsinghausen übergeben Tanja Kapust von der städtischen Friedhofsverwaltung ein Plakat, das Friedhofsbesucher dazu aufruft, Verdächtiges der Polizei zu melden. Quelle: Mirko Haendel
Barsinghausen

Es sind Taten, die nicht nur materiell zu großem Schaden führen können. Denn stehlen Diebe Schmuck von Gräbern, belastet dies die Betroffenen häufig auch emotional stark. Seit Dezember 2018 ist die Zahl der Anzeigen Kommissariat Barsinghausen diesbezüglich stark angestiegen. Die Polizei in Barsinghausen, das Präventionsteam der Polizeiinspektion Garbsen sowie die Friedhofsämter der Kommunen am Deister wollen nun gegensteuern und die Friedhofsbesucher mit Plakaten hinsichtlich verdächtiger Beobachtungen sensibilisieren.

Über 80 Diebstähle in sechs Monaten auf Barsinghäuser Friedhöfen

Bei der Polizei Barsinghausen sind in den vergangenen sechs Monaten 86 Fälle von Diebstählen auf den örtlichen Friedhöfen angezeigt worden. „Wir schätzen, dass es zu noch mehr Diebstählen gekommen ist, die Betroffenen aber keine Anzeige erstattet haben“, vermutet Stefan Klaus vom Polizeikommissariat Barsinghausen. Die Täter stahlen Pflanzschalen, Grableuchten und ähnliche Gegenstände, die aus den Metallen Bronze und Messing gefertigt sind. Der Schaden beläuft sich nach Angaben der Polizei pro Tat auf 100 bis 500 Euro. Allein auf dem Friedhof Osterfeld an der Marienstraße/Ladestraße wurden seit Dezember 34 Mal Gegenstände entwendet. Bei den Friedhöfen in den Ortsteilen sticht der in Hohenbostel heraus. Hier wurde in 13 Fällen Grabschmuck gestohlen. „Die Täter haben Schalen und Leuchten nicht nur abgeschraubt oder abgebrochen, sondern die Objekte teilweise sogar abgeflext“, bestätigt Klaus. Gleichartige Taten seien auch den Polizeidienststellen in Ronnenberg, Springe, Bad Münder und Bad Nenndorf gemeldet worden. „Der eindeutige Schwerpunkt liegt jedoch in Barsinghausen“, betont Klaus.

Schalen wurden aus Grab herausgerissen

Hans-Dieter Miersch ist Opfer eines Diebstahls von Grabschmuck. Er bemerkte vor einigen Tagen, dass auch das Grab seines Vaters betroffen ist. „Das gibt es doch nicht, wie sieht denn das Grab meines Vaters aus“, habe sich Miersch gedacht, als er am 11. Juni den Friedhof Osterfeld besuchte. Unbekannte hatten dort die in der Bodenplatte verankerte Metallschale herausgerissen und gestohlen. Miersch schaute sich daraufhin genauer um und stellte fest, dass die Schalen auf zahlreichen der Gräber fehlten. Die Tat macht Miersch sprachlos. „Dass man nicht mal die Toten in Ruhe lassen kann“, sagt er und fragt sich, wer so etwas „Abartiges“ tue. „In meinen Augen ist das kein Diebstahl, sondern Grabschändung.“ Die Schale wird Miersch wohl nicht ersetzen. „Wozu denn? Nur damit sie wieder gestohlen wird?“, fragt er. Immerhin würde ihn eine neue Schale samt Arbeitslohn für die Anbringung wohl mehrere Hundert Euro kosten. „Dagegen ist der Metallwert lächerlich.“

Polizei Barsinghausen hofft auf Zeugenhinweise

Die Polizei könne noch keine Angaben darüber machen, wo das Diebesgut landet und ob die Täter es auf den Wert des Metalls abgesehen haben oder die Gegenstände auf dem Gebrauchtmarkt verkaufen wollen, sagt Jennifer Müller vom Polizeikommissariat Barsinghausen. Aktuell sei die Zahl der Diebstähle rückläufig. „Es wird jetzt weniger, weil die Friedhöfe in den Frühlings- und Sommermonaten erfahrungsgemäß von Besuchern stärker frequentiert werden“, erläutert Müller. Daher wollen Polizei und Friedhofsverwaltungen jetzt aktiv werden, um möglichst viele Menschen zu erreichen, und rufen die Friedhofsbesucher per Plakate in den Schaukästen dazu auf, aufmerksam zu sein und verdächtige Personen und Vorkommnisse der Polizei Barsinghausen unter der Telefonnummer (05105) 5230 mitzuteilen. „Als eine erste Maßnahme wollen wir die Menschen sensibilisieren, genau hinzuschauen“, sagt Müller. Weitere Vorhaben könnten folgen, zu Details wollte sich die Polizeioberkommissarin jedoch nicht äußern.

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Von Mirko Haendel und Lisa Malecha

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