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Barsinghausen Grundschulneubau: FDP wirbt für intensive Standortdebatte
Umland Barsinghausen Grundschulneubau: FDP wirbt für intensive Standortdebatte
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00:19 25.11.2018
Die FDP-Ratsherren Jörn Benseler (von links) und Fred Wellhausen sowie Stadtverbandsvorsitzender Norbert Wiegand plädieren für einen mehrstufigen Entscheidungsprozess.
Die FDP-Ratsherren Jörn Benseler (von links) und Fred Wellhausen sowie Stadtverbandsvorsitzender Norbert Wiegand plädieren für einen mehrstufigen Entscheidungsprozess. Quelle: Andreas Kannegießer
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Barsinghausen

Die FDP-Ratsfraktion möchte die Diskussion um den Standort für einen Neubau der Wilhelm-Stedler-Grundschule in der Barsinghäuser City neu beleben. Zwei Varianten gelten als möglich: ein Neubau auf dem bisher genutzten Grundstück zwischen Mont-Saint-Aignan-Platz und Rathaus und der Neubau auf dem jetzt von der Bert-Brecht-Förderschule genutzten Areal zwischen Schulstraße und Langenkampstraße. Die Freidemokraten gehen davon aus, dass die Förderschule bei einem positiven Ratsvotum für den Bestand der Lisa-Tetzner-Oberschule mittelfristig ans Schulzentrum Am Spalterhals umziehen wird, sodass das Schulgrundstück an der Schulstraße für eine beliebige Nachnutzung zur Verfügung steht.

Fraktionsvorsitzender Fred Wellhausen und sein Kollege Jörn Benseler betonen, dass die FDP selbst noch keine Präferenz für den künftigen Grundschulstandort habe. Die beiden Ratsmitglieder appellieren an die anderen Fraktionen und die Verwaltung, sich beim Entscheidungsprozess auf ein systematisches, auf Informationen basierendes und mehrstufiges Auswahlverfahren einzulassen. „Es darf keinen Schnellschuss geben“, sagt Wellhausen. Als Beispiele für eine gute Bürgerbeteiligung und systematische Arbeit in der jüngsten Zeit nennt er den Arbeitskreis Straßenausbaubeiträge und die Abwägung zum künftigen Standort der Lisa-Tetzner-Schule. Dort sei letztlich ein Schnellschuss nur auf Basis der vorliegenden Wirtschaftlichkeitsbetrachtung vermieden worden.

Jede Fraktion stehe im Zusammenhang mit dem künftigen Standort der Wilhelm-Stedler-Schule vor ähnlichen Überlegungen, meint Wellhausen. Er wirbt für ein gemeinsames Vorgehen des Rates. „Will man eine inhaltlich gesicherte Entscheidung herbeiführen, ist ein alle Denkrichtungen umfassender Kriterienkatalog nach unserer Auffassung unabdingbar“, sagt der Fraktionsvorsitzende. Die Freidemokraten plädieren damit für einen in der Wirtschaft vielfach bewährten mehrstufigen Prozess. In der ersten Phase gilt es dabei, die Entscheidungskriterien zusammenzutragen und diese nach Muss- und Kann-Forderungen zu differenzieren. Ziel müsse es sein, dass alle Entscheider im Rat von den gleichen Kriterien ausgingen, erläutert Wellhausen. „Wenn das gelingt, haben wir schon ordentlich was geschafft.“ Im späteren Ablauf müssten die Kriterien gewichtet und bewertet werden. Alle Beteiligten sollten ihre Ziele berücksichtigt sehen und sich mitgenommen fühlen, sagt Benseler. „Am Ende wird dann ein Vorschlag stehen.“

Im Entscheidungsprozess müsse sich der Rat „alle Infos holen, die wir kriegen können“, meint Benseler. Lehrer, Schüler und Eltern sollten zu den Entscheidungskriterien befragt werden. Die FDP-Vertreter könnten sich vorstellen, dass die Debatte in einem Arbeitskreis geführt wird, der dem Schulausschuss zuarbeitet. Der ganze Prozess solle bald vorangetrieben werden, betont Benseler. „Der städtische Baubereich wartet auf ein Signal.“

FDP denkt über Mehrgenerationen-Wohnprojekte nach

Die Barsinghäuser FDP möchte im Stadtgebiet gerne Mehrgenerationen-Wohnprojekte etablieren. Der Bedarf nach neuen Wohnformen sei gerade bei älteren Menschen groß, sagt Stadtverbandsvorsitzender Norbert Wiegand. Die Phase nach dem Erwerbsleben werde immer länger, ältere Menschen hätten vor allem „ein aktives, selbstbestimmtes Leben als Ziel“. Die Freidemokraten halten Mehrgenerationenhäuser für ein geeignetes Instrument, um die Bedürfnisse zu erfüllen. Aus Sicht der Freidemokraten sollte für ein solches Projekt auch jenes Grundstück in Betracht gezogen werden, das nach dem Neubau der Wilhelm-Stedler-Schule – je nach Standort – frei wird. Wiegand bringt eine genossenschaftliche Organisationsform für ein Mehrgenerationen-Wohnprojekt ins Spiel. „Wichtig ist, dass das Kapital nicht zur Profitmaximierung genutzt wird“, betont er. Die FDP will öffentlich diskutieren, ob es in Barsinghausen Bedarf dazu gibt. „Es kann sein, dass daraus dann Ratsanträge werden“, sagt Fraktionschef Fred Wellhausen.

Von Andreas Kannegießer