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Barsinghausen Feuerwehrkräfte sind hohen seelischen Belastungen ausgesetzt
Umland Barsinghausen

Barsinghausen: Hohe psychische Belastungen für Feuerwehrleute 

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18:03 10.01.2020
Belastende Situation für die Feuerwehrkräfte: Der verheerende Brand in der Ökostation Großgoltern. Quelle: Christian Elsner
Barsinghausen

Hinter der Stadtfeuerwehr Barsinghausen liegt ein Jahr mit mehreren Brand- und Hilfseinsätzen mit zum Teil tragischen Folgen, die die Feuerwehrkräfte nicht nur körperlich, sondern auch seelisch belastet haben. Stadtbrandmeister Dieter Engelke verwies in seinem Jahresbericht 2019 auf das verheerende Großfeuer mit einem Todesopfer vor rund zwei Wochen in Großgoltern, auf einen Verkehrsunfall mit tödlichem Ausgang auf der B 65 bei Göxe sowie auf ein S-Bahnunglück am Haltepunkt Kirchdorf, bei dem ein Mensch vom Zug überfahren wurde. Solche Einsätze mit menschlichen Notlagen oder gar Todesopfern seien für die freiwilligen Helfer nur schwer zu verkraften und erforderten zudem ein hohes Maß an fachlicher Kompetenz, sagte Engelke.

Menschliche Schicksale

Ähnlichen Herausforderungen mussten sich die Ortsfeuerwehren laut Engelke auch bei schweren Verkehrsunfällen auf der nahen Autobahn 2, beim Brand am Anna-Forcke-Stift, bei einem Leck in der Gasleitung am Kindergarten Ostermunzel und bei einer versuchten Sprengung eines Geldautomaten in Egestorf stellen. Immer öfter werden die Feuerwehren auch zur Rettung hilfloser Menschen gerufen, die sich hinter einer verschlossenen Wohnungstür befinden. Auch solche Einsätze stünden zumeist in Verbindung mit menschlichen Schicksalen, sagte der Stadtbrandmeister.

Den Schwelbrand im Anna-Forcke-Stift im Sommer bekämpfen fünf Ortsfeuerwehren mit rund 100 Einsatzkräften. Quelle: Andreas Kannegießer (Archiv)

Mit insgesamt 503 Einätzen wurde die Stadtfeuerwehr im Jahr 2019 im Vergleich zum Vorjahr mit 607 Einsätzen nicht so häufig gerufen. Dennoch spricht Engelke von „überdurchschnittlich hohen“ Zahlen. Die Einsätze verteilen sich unter anderem auf 214 Brandbekämpfungen, 200 Hilfeleistungen, 33 Brandsicherheitswachen und 56 Fehlalarme.

Mehr aktive Einsatzkräfte

Um die Tagesverfügbarkeit freiwilliger Einsatzkräfte auch in Zukunft sicherstellen zu können, müsse sich die Feuerwehr in enger Kooperation mit Politik und Verwaltung um Lösungen bemühen, sagte Engelke. Erste Ansätze seien bereits erarbeitet worden. Immerhin nimmt die Zahl der aktiven Feuerwehrleute in den 17 Einsatzabteilungen nach Angaben des Stadtbrandmeisters leicht zu – von 604 auf 615 Mitglieder, darunter rund 95 Frauen.

Gestoppt habe die Stadtfeuerwehr zudem den Negativtrend bei den Kindern und Jugendlichen. Vor allem Dank der erfolgreichen Arbeit in den Kinderfeuerwehren zähle der Nachwuchsbereich derzeit 314 Mitglieder, mit einem leichten Plus im Vergleich zum Vorjahr. Zu den insgesamt 5384 Feuerwehrmitgliedern im Stadtgebiet tragen die fördernden mit 4153 Mitgliedern den Löwenanteil bei.

Feuerwehrhaus bald fertig?

Für den Um- und Anbau des Gerätehauses in Hohenbostel hofft der Stadtbrandmeister auf eine endgültige Fertigstellung im ersten Halbjahr 2020 – damit „die Ortsfeuerwehr endlich ein fertiges und funktionsfähiges Feuerwehrhaus erhält“. Nach wiederholten Verzögerungen stünden derzeit noch zusätzliche Sanierungsarbeiten an der Fassade und auf dem Vorplatz aus.

Nahezu abgeschlossen seien mittlerweile die Planungsarbeiten für den Neubau eines gemeinsamen Hauses für die Ortsfeuerwehren Groß- und Nordgoltern. Der Baubeginn sei für die zweite Jahreshälfte 2020 vorgesehen. In Holtensen beginnt laut Engelke zudem der Anbau einer Garage, während bei der Ortsfeuerwehr Egestorf nun ein Architekt einen Garagenanbau planen soll. Ganz am Anfang der Planungen für ein neues Feuerwehrhaus steht noch die Ortsfeuerwehr in Groß Munzel. Dort sei auch der Grunderwerb für den Neubau noch nicht abgeschlossen, sagte Engelke.

Vier neue Löschfahrzeuge

Nachdem die Stadtfeuerwehr im Vorjahr kein neues Fahrzeug angeschafft hat, kündigt Engelke für 2020 die Auftragsvergaben zum Kauf neuer Löschfahrzeuge für Großgoltern, Egestorf, Holtensen und Langreder an.

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Von Frank Hermann

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