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Barsinghausen Nur noch zwei Firmen nutzen diese Gleise – doch die Stadt muss sie für einen Millionenbetrag erneuern
Umland Barsinghausen

Barsinghausen: Industriegleis muss für Millionenbetrag erneuert werden

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17:08 24.11.2019
Das Barsinghäuser Industriegleis ins Gewerbegebiet Reihekamp ist marode und muss dringend saniert werden. Quelle: Andreas Kannegießer
Barsinghausen

Das Industriegleis zwischen dem Bahnhof und dem Gewerbegebiet Reihekamp kommt die Stadt Barsinghausen in den nächsten Jahren teuer zu stehen. Die Stadtverwaltung rechnet mit Kosten von rund 1,1 Millionen Euro für die notwendige abschnittsweise Erneuerung des Gleises binnen fünf Jahren. Allerdings besteht die Aussicht auf Fördermittel des Landes für das Sanierungsprojekt.

Das rund 1,5 Kilometer lange Industriegleis zweigt unmittelbar östlich der Hannoverschen Straße von der S-Bahn-Deisterstrecke ab und verläuft dann im Osten der Kernstadt bis ins Gewerbegebiet. Lediglich zwei Unternehmen nutzen das Industriegleis noch, um sich per Bahn mit Waren beliefern zu lassen: das Stahlhandelsunternehmen Deltastahl und die Firma Primagas. Auf dem Grundstück von Deltastahl endet das Gleis derzeit. Früher führte es weiter durch die Feldmark bis zu dem Areal, das heute von dem Motorenteilehersteller Federal Mogul genutzt wird.

Stadt fühlt sich an Verträge gebunden

Der Betrieb auf dem nicht elektrifizierten Industriegleis wird mit Diesellokomotiven abgewickelt, die mehrmals wöchentlich einzelne Waggons zu Deltastahl und Primagas bringen. Laut Statistik der Verwaltung sind im vergangenen Jahr insgesamt 35.000 Tonnen Material über das Anschlussgleis transportiert worden.

Über den Betrieb des Industriegleises gibt es vor Jahrzehnten abgeschlossene und formal längst ausgelaufene Verträge zwischen der Stadt und den Anschlussnehmern, an die sich die Stadt aber weiterhin gebunden fühlt. Darin ist unter anderem geregelt, dass die Stadt den Unterhalt des Gleises finanziert, während die Nutzer einen Obolus für jede über das Gleis transportierte Tonne Material entrichten müssen.

Gleis ist abgenutzt

Gemäß einer Aufstellung der Stadtverwaltung hat die Kommune binnen elf Jahren von 2008 bis 2018 insgesamt 407.000 Euro in Reparaturarbeiten am Gleis investiert und im selben Zeitraum 237.000 Euro Nutzungsentgelte für das Gleis eingenommen. Nun allerdings wird es teurer: Das nach dem Zweiten Weltkrieg gebaute Gleis weise erhebliche Abnutzungserscheinungen auf, erläutert die Verwaltung in einer Beschlussvorlage für die Ratsgremien. Die Gesellschaft für Landeseisenbahnaufsicht habe von der Kommune einen Plan gefordert, um zu dokumentieren, wie die Betriebssicherheit des Industriegleises erhalten werden solle. Ansonsten drohe die Stilllegung.

Diesen Plan hat die Verwaltung nun vorgelegt: In den nächsten vier Jahren sollen demnach jeweils 200 bis 300 Meter Gleis jährlich erneuert werden – für jeweils etwa 200.000 Euro. Der Abschluss des Bauprojekts mit dem Austausch der letzten 400 Meter Gleis für etwa 300.000 Euro soll dann im Jahr 2024 erfolgen.

Die Stadtverwaltung will Gespräche mit den beiden Unternehmen führen. Ihr Ziel ist es, dass sich die Unternehmen an dem Vorhaben finanziell beteiligen. Zudem sei die Landesnahverkehrsgesellschaft gerade dabei zu prüfen, ob die Sanierungsarbeiten förderfähig seien, teilt die Verwaltung mit. Im besten Fall könnten bei einer positiven Entscheidung so bis zu 693.000 Euro als Fördersumme fließen, hoffen der Fachdienst Tiefbau und die städtische Wirtschaftsförderung.

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Von Andreas Kannegießer

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