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Barsinghausen Kfz-Zulassung: Stadt schickt 70 auswärtige Kunden wieder weg
Umland Barsinghausen Kfz-Zulassung: Stadt schickt 70 auswärtige Kunden wieder weg
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17:18 02.01.2019
Im Bürgerbüro im Rathaus II am Deisterplatz hat die Stadt Barsinghausen nach Weihnachten nur eigene Bewohner bedient.
Im Bürgerbüro im Rathaus II am Deisterplatz hat die Stadt Barsinghausen nach Weihnachten nur eigene Bewohner bedient. Quelle: Archiv (Fricke)
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Barsinghausen

Im Konflikt mit der Region Hannover ist die Barsinghäuser Stadtverwaltung standhaft geblieben und hat in der Kraftfahrzeugzulassungsstelle im Bürgerbüro an den beiden Werktagen nach Weihnachten keine Kunden aus anderen Kommunen bedient. Insgesamt rund 70 Auswärtige mussten unverrichteter Dinge wieder nach Hause fahren, ohne ihre Fahrzeuge um-, an- oder abgemeldet zu haben.

Zu dem Dissens zwischen Region und Stadtverwaltung war es gekommen, weil die Stadt Barsinghausen als einzige Kommune regionsweit die Dienstleistung ihrer Kfz-Zulassungsstelle auch zwischen Weihnachten und Neujahr angeboten hat. Um einer Überlastung des Bürgerbüros vorzubeugen, hatte die Verwaltungschon im Vorfeld angekündigt, nur Autofahrer aus den eigenen Stadtgrenzen an den beiden Tagen im Bürgerbüro zu bedienen. Die Region hatte das kritisiert und auf einen Vertrag mit der Kommune hingewiesen, der diese dazu verpflichte, die Dienstleistung der Kfz-Zulassungsstelle bei Bedarf allen Regionsbürgern zu gewähren.

Die Stadtverwaltung hat Buch geführt: Am Donnerstag nach Weihnachten sind 150 Barsinghäuser Bürger mit all ihren Anliegen an die Verwaltung im Bürgerbüro bedient worden, am Freitag waren es 70. Am Donnerstag sprachen darüber hinaus 40 auswärtige Bürger im Rathaus II in Barsinghausen vor und am Freitag 30, um sich an die Kfz-Zulassungsstelle zu wenden. Weitere 85 Auswärtige hätten am Donnerstag und 45 am Freitag zusätzlich angerufen, um zu fragen, ob sie vorbeikommen könnten, berichtet der Leiter des Bürgerbüros, Andreas Hübner. Alle abgewiesenen Kunden von außerhalb hätten verständnisvoll reagiert, sagt Hübner. „Probleme gab es nicht.“

Die Barsinghäuser Verwaltungsspitze sieht sich rückblickend in ihrer Entscheidung bestätigt. Der große Andrang habe gezeigt, dass eine Bearbeitung von Anliegen aller Regionseinwohner insbesondere bei den Kfz-Zulassungen „schlichtweg unmöglich“ sei, sagt der Erste Stadtrat Thomas Wolf. Dies gelte umso mehr, weil in anderen Zulassungsstellen wie in Ronnenberg oder bei der Region ausdrücklich nach Barsinghausen verwiesen worden sei. „So geht das natürlich nicht“, betont er. Die Stadt sei gezwungen gewesen, die Kunden zu selektieren, „und da gehen in Barsinghausen die Barsinghäuser vor“. Die Rückmeldungen der eigenen Bürger hätten gezeigt, dass viele froh waren, dass die Stadt den Bürgerservice zwischen den Jahren angeboten habe.

„Für die nächsten Brückentage bleibt nur, entweder auch in Barsinghausen auf Kfz-Zulassungen ganz zu verzichten – was wir nicht möchten – oder endlich ein einheitliches Vorgehen mit allen Kommunen und der Region abzusprechen“, sagt Wolf. Gerade der Region, die für Kfz-Zulassungen zuständig sei, komme dabei „eine besondere Verantwortung zu“, findet der Erste Stadtrat.

Von Andreas Kannegießer