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Barsinghausen Kita-Nothilfeplan: Stadt setzt auf Container
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Barsinghausen: Kita-Nothilfeplan: Stadt setzt auf Container

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19:11 28.06.2019
Auf dieser Pausenhoffläche der Bert-Brecht-Schule an der Ecke von Langenkamp- und Deisterstraße will die Stadt eine zweigruppige Container-Kita mit 50 Plätzen einrichten. Quelle: Frank Hermann
Barsinghausen

Unter Hochdruck arbeiten mehrere Fachdienste der Stadt Barsinghausen an konkreten Lösungmodellen, um kurzfristig zusätzliche Betreuungsmöglichkeiten für Kinder in der Deisterstadt zu schaffen. In einem eilig erstellten Nothilfeplan schlägt die Verwaltung mehrere Standorte für neue Plätze in Großtagespflegeeinrichtungen und Kindertagesstätten (Kita) vor. Damit will die Stadt eine große Lücke in der Kinderbetreuung schließen, denn immer noch warten rund 150 Familien auf einen Betreuungsplatz.

100 Plätze in Tagespflegen

Zum Nothilfeplan gehören 100 zusätzliche Plätze in der Kindertagespflege, die bis Ende 2019 geschaffen werden sollen, sowie 150 weitere Kita-Plätze, die bis zum Frühjahr 2020 entstehen sollen. „Das ist unser Ziel, daran arbeiten wir mit ganzer Kraft“, sagte der Erste Stadtrat Thomas Wolf am Donnerstagabend in einer Aktuellen Stunde im Sozialausschuss. Um dieses Ziel zu erreichen, hat die Verwaltung auch Container-Lösungen in ihr Konzept aufgenommen.

So will die Verwaltung eine Tagespflegeeinrichtung mit vier Gruppen für 60 Kinder in Containermodulen auf einem städtischen Grundstück an der Wilhelm-Heß-Straße einrichten. Weitere Großtagespflegeeinrichtungen plant die Stadt in einer städtischen Immobilie an der Bergstraße mit 20 Plätzen sowie in der ehemaligen Bantorfer Schule und in einem Haus an der Osterstraße mit jeweils zehn Plätzen.

Container-Kitas mit jeweils 50 Plätzen in zwei Gruppen sollen laut Nothilfeplan auf einer Pausenhoffläche der Bert-Brecht-Schule sowie auf einem Gelände hinter dem Astrid-Lindgren-Kindergarten in Kirchdorf entstehen. Nach Angaben von Fachdienstleiter Claudius Reich plant die Verwaltung für die Container eine Nutzungsdauer von zehn Jahren ein.

Der evangelische Marienkäfer-Kindergarten will 15 zusätzliche Kita-Plätze im Obergeschoss einrichten. Quelle: Frank Hermann

Darüber hinaus will die Heilig-Kreuz-Kirchengemeinde 20 Kita-Plätze im Kirchdorfer Gemeindehaus Arche einrichten. Mit jeweils 15 zusätzlichen Plätzen kalkuliert die Stadt im Obergeschoss des evangelischen Marienkäfer-Kindergartens sowie in einem städtischen Waldkindergarten.

„Es gibt eine große Nachfrage von Eltern, die ihre Kinder in einem Waldkindergarten betreuen lassen wollen. Darum wird es auf jeden Fall einen städtischen Waldkindergarten geben“, kündigte Wolf an. Geeignete Standorte am Deisterrand seien bereits in der engeren Wahl.

Investitionen von 2,2 Millionen

Für den Nothilfeplan mit 100 zusätzlichen Tagespflege- und 150 Kitaplätzen rechnet die Stadt mit Investitionen von rund 2,2 Millionen Euro. Der Fachdienst Finanzen erarbeite auf Grundlage dieser Kostenschätzung einen dritten Nachtragshaushalt für 2019. Der Entwurf solle den Ratsmitgliedern möglichst an diesem Wochenende vorliegen, um den Nachtrag in der Ratssitzung am Mittwoch, 3. Juli, beschließen zu können.

Verbunden mit den zusätzlichen Kinderbetreuungsplätzen sind 43 neue Personalstellen. „Wir müssen sehen, dass wir diese Stellen mit Fachkräften besetzen und damit eine Betreuung gewährleisten können“, betonte der Erste Stadtrat.

Fraktionen unterstützen Konzept

Zustimmung für den Nothilfeplan gab es von den Ausschussmitgliedern. „Wir unterstützen das vorgestellte Konzept und wollen, dass es so kommt“, erklärte SPD-Fraktionssprecher Peter Messing. Alle Fraktionen seien sich einig, dass etwas passieren muss, um kurzfristig neue Betreuungsplätze zu schaffen.

Unterstützung signalisierte in der Ausschusssitzung auch CDU-Sozialexperte Max Matthiesen: „Die Kita-Finanzierung hat höchste Priorität.“ Bettina Klein (Aktiv für Barsinghausen/AFB) sprach wegen der akuten Betreuungsmisere von einer „dramatischen Notsituation“. Daher finde sie es gut, was die Stadtverwaltung innerhalb kurzer Zeit mit dem Nothilfeplan auf die Beine gestellt habe.

Über die kurzfristige Nothilfe hinaus rechnet die Stadtverwaltung im Laufe des Jahres 2020 mit weiteren, schon länger geplanten neuen Kita-Plätzen in der Deisterstadt – zum Beispiel die Kita Zwergenburg in Egestorf mit 50 und die Kita in der ehemaligen „Hütte“ des TSV Barsinghausen mit 25 Plätzen. Darüber hinaus sei ein weiterer Containerstandort mit 50 Plätzen auf dem SCB-Vereinsgelände am Nachtigallweg denkbar.

Bedarf ab 2021 gedeckt?

Im Jahr 2021 solle dann die Kindertagesstätte Gänsefüßchen mit 68 Betreuungsplätzen eröffnen. „Wenn alles wie geplant klappt, wären wir dann in der Lage, den Betreuungsbedarf zu decken“, erläuterte Wolf. Bei diesen Berechnungen stützt sich die Stadt laut Fachdienstleiter Claudius Reich auf die prognostizierten Kinderzahlen für das Jahr 2020.

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Von Frank Hermann

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