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Barsinghausen Klasse von 1948 trifft sich alle sechs Monate
Umland Barsinghausen

Barsinghausen: Klasse von 1948 trifft sich alle sechs Monate

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16:05 28.10.2019
Die Abschlussklasse von 1948 trifft sich zwei Mal pro Jahr. Das alte Bild zeigt eine undatierte Aufnahme aus dem Winter 1944/1945. Quelle: Stephan Hartung
Kirchdorf

Normalerweise finden Klassentreffen im Abstand von einigen Jahren statt. Die Absolventinnen der Mittelschule Barsinghausen jedoch sehen sich im Rhythmus von sechs Monaten wieder, immer im Clubraum des Deisterbads. Die häufigen Wiederholungen sind kein Zufall, haben ihren Grund in den Gesetzmäßigkeiten der Natur: Die Seniorinnen sind 88 und 89 Jahre alt. Die Redaktion hat die Gruppe besucht und war beeindruckt von den Geschichten, die die Abschlussklasse von 1948 zu erzählen hat.

Anfangs im Restaurant, heute im Deisterbad

Ein wenig muss Jutta Rambke überlegen, dann ist sie sich sicher: „Wir treffen uns schon seit 16 Jahren. Anfangs in Restaurants, seit zehn Jahren immer im Deisterbad.“ Im Clubraum ist der Tisch gedeckt, hier sitzen die Frauen bei einem ausgedehnten Frühstück zusammen. „Wir waren mal 18 Leute. Aber es ist normal, dass wir in unserem Alter nach und nach weniger werden“, sagt Thea Ehrhardt, die zusammen mit Sigrid Breidenbach die Klassentreffen organisiert – das hat früher Margarethe Weinert gemach, die Initiatorin des Klassentreffens ist aber schon verstorben.

Neun Mitglieder der damaligen Klasse sind heute da, zwei sind verhindert. Anwesend ist dafür jedoch Ursula Williams. Sie heiratete einen Engländer – und zog 1954 nach London. „Der Kontakt in die alte Heimat bis heute geblieben“, sagt Williams. Mit Thea Ehrhardt ist sie ohnehin seit der Schulzeit befreundet, außerdem lebt ihr Halbbruder in Celle. Anlässe für Besuche gibt es also genug. „Aber wenn ich hier bin, dann hat das Klassentreffen Priorität“, sagt Ursula Williams – und bekommt sogar einen kleinen Applaus.

Keine Bücher in der Nachkriegszeit

Außer den Freundschaften sind es eben auch die alten Geschichten, die diese Gruppe zusammenschweißen – vor allem wenn es um Schule in schweren Zeiten ging. „Wir hatten in der Nachkriegszeit kein Schulbücher mehr. Die Besatzungsmächte mussten die prüfen, ob da kein Nazi-Gedankengut mehr drin war“, berichtet Rambke. „Also mussten wir alles mitschreiben.“ Das Mitschreiben war aber gar nicht so einfach. „Es gab kein Papier mehr, auch Bleistifte waren selten. Wer etwas zu schreiben hatte, hat auf Zeitungsresten gekritzelt“, erzählt Thea Ehrhardt. Alles bedingt durch das Nachkriegszeit. Auch diese Erinnerung: „Im Winter waren wir nur einmal pro Woche in der Schule – haben dann Arbeiten geschrieben oder erfahren, was wir zu Hause machen sollten“, berichtet Ruth Viehmann. Der Grund war ganz einfach: „Es gab keine Kohle mehr, die Schule wurde nur einmal pro Woche geheizt. Also saßen wir dort in dicken Mänteln.“

Die Abschlussklasse von 1948 trifft sich zwei Mal pro Jahr. Das alte Bild zeigt eine undatierte Aufnahme aus dem Winter 1944/1945. Quelle: Stephan Hartung

Und gab es auch Streiche? Eva Benne lacht. „Na klar, einmal hat ein Schüler unserem Lehrer einen Schweineschwanz am Rücken seines Mantels befestigt. Damit hat er dann 20 Minuten auf dem Schulhof gestanden und Aufsicht gehabt.“ Wer sich den Spaß erlaubt hat, weiß sie bis heute nicht. „Niemand hatte es zugegeben.“ Benne kommt immer aus Lüneburg zum Klassentreffen, das nächste steht im April auf dem Programm. Und wenn sich die Frauen dann wieder an den gedeckten Tisch setzen, darf natürlich eine Geschichte nicht fehlen. Eva Benne bekam von ihrer Mutter immer Wurstbrote mit in die Schule. „Dabei mochte ich Wurst gar nicht so gern.“ Getauscht hat sie ihr Brot dann immer gegen eine Birne von Thea Ehrhardt. „Wir hatten große Obstbäume im Garten“, erzählt Ehrhardt.

Von Stephan Hartung

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