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Barsinghausen Klein Basche: Politik setzt Jugendraum in Containern durch
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Barsinghausen: Klein Basche: Politik setzt Jugendraum in Containern durch

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17:50 21.11.2019
Die Ratsfraktionen sind sich einig: Das alte Spielhaus auf dem Spielplatz Klein Basche wird mithilfe von Containern um einen großzügigen Jugendraum erweitert. Quelle: Andreas Kannegießer
Barsinghausen

In der Debatte über einen zusätzlichen multifunktionalen Jugendraum auf dem Spielplatz Klein Basche stellen sich die Ratsfraktionen eindeutig gegen den Wunsch der Stadtverwaltung. Diese hatte vorgeschlagen, bei der Schaffung des Raumes auf den Einsatz von Containern zu verzichten und lieber mittelfristig einen massiven Anbau zu planen – auf der Basis eines Konzeptes, das unter Beteiligung von Jugendlichen erarbeitet werden könnte. Der Politik ist diese Aussicht viel zu vage. Die Fraktionen haben im städtischen Jugend- und Sozialausschuss beschlossen, dass der Jugendraum so schnell wie möglich und deshalb mit Containern errichtet werden soll. Im städtischen Haushaltsplan für die Jahre 2020/2021 sollen dazu 150.000 Euro bereitgestellt werden.

Gebäudewirtschaft ist ausgelastet

Grundsätzlich sieht auch die Stadtverwaltung die Notwendigkeit eines zusätzlichen Raumes, den junge Menschen für Geburtstagsfeiern und ähnliche Anlässe nutzen können. „Wir bemühen uns händeringend um Lösungen“, sagte der Erste Stadtrat Thomas Wolf während der Ausschusssitzung. Allerdings sei die städtische Gebäudewirtschaft mit anderen Bauprojekten vollständig ausgelastet, sodass sie einen Neubau in absehbarer Zeit nicht planen und umsetzen könnte. „Ein Neubau in den nächsten beiden Jahren ist nicht realistisch“, bekräftigte Wolf.

Die Stadtverwaltung hatte vorsorglich die Kosten für einen rund 30 Quadratmeter großen Jugendraum sowie die Grundsanierung der vorhandenen Toiletten ermitteln lassen. Das Ergebnis: Der verhältnismäßig kleine Raum würde rund 100.000 Euro kosten, wobei allerdings mehr als die Hälfte der Summe auf die Sanitäreinrichtungen entfallen würde. Zusätzliche 25.000 Euro werden benötigt, um marode Wasserleitungen rund um das Spielhaus zu erneuern, wie die Verwaltung mitteilte.

Politik hat Lösung versprochen

In der Diskussion wurde aber schnell deutlich, dass 30 Quadratmeter für einen Raum für Gruppenfeiern viel zu klein bemessen sein dürfte. Jugendpfleger Björn Wende berichtete, dass die Verwaltung schon über eine sinnvolle Flächengröße von rund 120 Quadratmeter nachgedacht habe. Im vorhandenen Spielhaus könnte ein neuer Flur geschaffen werden, erläuterte er. Die Container in entsprechender Größe könnten dann „an das alte Gebäude angeflanscht“ werden, so Wende.

Sprecher fast aller Ratsfraktionen verwiesen darauf, dass der Grundsatzbeschluss des Rates für einen zusätzlichen Treffpunkt auf Klein Basche bereits vor zwei Jahren getroffen worden sei. Die Politik habe den Jugendlichen damals eine Lösung versprochen, sagte Klaus-Uwe Eckardt (Aktiv für Barsinghausen). Max Matthiesen (CDU) plädierte vehement für die schnelle Beschaffung ausreichend großer Container. Henning Schünhof (SPD) erinnerte daran, dass der Bürgermeister mit seinem Verwaltungsapparat die Beschlüsse des Rates auszuführen habe. „Mit der Containerlösung haben wir ja schon Brücken gebaut und verlangen kein festes Haus“, betonte er. „Wenn wir jetzt nichts machen, passiert in den nächsten zwei Jahren nichts.“

Am Ende fiel die Entscheidung zugunsten der Container einstimmig aus, lediglich über die Höhe des Budgets dafür wurde diskutiert. Auch die Summe von 150.000 Euro für die größere Lösung wurde letztlich aber einmütig beschlossen. Die endgültige Entscheidung trifft der Rat der Stadt in seiner nächsten Sitzung im Dezember.

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Von Andreas Kannegießer

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