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Barsinghausen Nabu wünscht sich mehr Förderprogramme für Wildwiesen
Umland Barsinghausen Nabu wünscht sich mehr Förderprogramme für Wildwiesen
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14:36 11.03.2019
Mitglieder und Freunde der Barsinghäuser Nabu-Ortsgruppe gestalten das Grundstück am Rottkampweg um, das dem Verein zur Nutzung überlassen worden ist. Quelle: Privat
Barsinghausen

Die Barsinghäuser Ortsgruppe im Naturschutzbund Deutschland (Nabu) legt in diesem Jahr einen Schwerpunkt ihrer Arbeit auf die Umgestaltung einer ehemaligen Kleingartenfläche unmittelbar nördlich der S-Bahn-Trasse am Rottkampweg in Egestorf. Das große Grundstück ist dem Ortsverband unentgeltlich als Pachtland übertragen worden, wie Vorsitzende Elke Steinhoff während der Nabu-Jahresversammlung berichtete. „Hier soll eine artenreiche Wiese mit Vogelschutzecken drumherum und einzelnen Solitärbäumen entstehen“, sagte Steinhoff. Die Nabu-Mitglieder hätten bereits aufwändige Aufräumarbeiten und Müllsammelaktionen erledigt. Nun sucht der Naturschutzverband dringend einen Fachbetrieb oder einen Landwirt zur Unterstützung, der die 1500 Quadratmeter große Fläche zur Einsaat mit Wiesenblumen aufgrubbert, vorbereitet und ebnet. „Bisher haben wir nur Absagen erhalten, suchen aber weiter“, berichtete Steinhoff.

Immer wieder beschäftigen auch Baumfällungen und Heckenrodungen die Nabu-Mitglieder. Der Nabu investiere viel Zeit in Prüfung und Stellungnahme zu den Fällungen, sagte die Vorsitzende. Die Fällungen würden als „Pflegemaßnahmen“ oder „zur Erhaltung der Verkehrssicherheit“ häufig viel zu rigoros und rücksichtslos vorgenommen, findet der Naturschutzbund. „Kahlschläge sind oftmals die Folge.“ Besonders schlimm sei es in diesem Jahr am August-Wenzel-Stadion und an der Schillerstraße nahe der Einfahrt zum Niedersächsischen Fußballverband gewesen.

Ein wichtiges Thema bleibt für die Naturschützer das Insektensterben, weil Blütenpflanzen in der freien Natur, aber auch an Weg- und Bachrändern immer rarer werden. Der Nabu versucht, mit dem Bau von Insektenhotels und der Betreuung von Wildwiesenflächen dagegen zu steuern. Der Vorstand berichtete von guten Erfolgen auf den Ausgleichsflächen in Eckerde, wo sich auf Teststreifen mehrere typische Wiesenpflanzen durchgesetzt hätten. Auch die vom Verein betreuten Wiesen im Bullerbachtal hätten sich im vergangenen Jahr trotz der Trockenheit recht gut weiterentwickeln können.

Der Naturschutzbund sucht weitere Helfer für die Amphibiensammelaktion während der Frühjahrswanderung der Tiere am Egestorfer Kirchweg. Das jetzige Team mit drei Personen sei zu klein, sagte die Vorsitzende.

Vor Beginn des formalen Teils der Versammlung hatte der stellvertretende Ortsgruppenvorsitzende Olaf von Drachenfels einen Bildervortrag über das Thema Wiesen und Weiden als stark gefährdeter Lebensraum für Flora und Fauna gehalten. In der freien Landschaft seien die EU-Richtlinien ein Problem für die Wiesen, argumentierte er. Landwirte wollten den Status ihrer Flächen als Äcker unbedingt erhalten, weil dies von der EU wesentlich höher honoriert werde als Wiesen. So würden selbst unproduktive Flächen alle fünf Jahre umgebrochen und später neu eingesät, um die Anerkennung der Flächen als Ackerland zu gewährleisten. „Das ist ein Desaster für dauerhafte und artenreiche Wiesen“, sagte von Drachenfels. Auch die wenigen verbliebenen Grünflächen heutzutage seien zumeist stark überdüngt und wiesen kaum Wiesenblumen auf, erläuterte der Referent vor rund 50 Zuhörern im ASB-Bahnhof. „Naturschutzprojekte und Wiesenförderprogramme für Landwirte sind enorm wichtig, um die letzten Refugien zu erhalten“, forderte von Drachenfels.

Von Andreas Kannegießer

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