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Barsinghausen Nach zehn Jahren: Künstler Edin Bajrić ist zurück in der Krawatte
Umland Barsinghausen

Barsinghausen: Nach zehn Jahren - Künstler Edin Bajrić ist zurück in der Krawatte

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15:00 27.10.2019
Edin Bajric erklärt die Cyanotypie-Herstellungstechnik seiner Werke „Suche nach Jonah“. Quelle: Franz-V. Reitzler
Barsinghausen

Edin Bajrić ist zurück beim Kunstverein Barsinghausen. Schon einmal hat der Künstler aus Hannover hier seine Werke präsentiert – das ist zehn Jahre her. Nun hat der gebürtige Bosnier am Freitagabend in der Kulturfabrik Krawatte im Beisein von rund 100 Besuchern seine neue Ausstellung „Ausgewachsen“ eröffnet. Cellistin Michaela von Pilsach verlieh der Vernissage an der Egestorfer Straße den musikalischen Rahmen.

Flucht ist nicht das Hauptthema

„Die Ausstellung zeigt eine Sammlung aller seiner bisherigen Werke. Er ist mittlerweile ein ausgewachsener Künstler, denn seine Kunst ist mehr als nur ein Spiegel seiner Persönlichkeit“, erklärte Kunsthistoriker Johann Brandes zu Beginn den Besuchern den Titel der Ausstellung. „In bisherigen Texten war immer die Rede davon, dass er als Geflüchteter immer das Thema der Reise aufnehme.“ Die immer wiederkehrende Motivik der Schiffe jedoch einzig und allein auf das Leben des Künstlers zu beziehen, sei zu kurz gegriffen, meint Brandes. Edin Bajrić flüchtete zwar vor 26 Jahren vor dem Bürgerkrieg im Balkan, Arbeiten wie die Gipsabgüsse zeigten aber vielmehr die Tradition antiker Arbeiten.

Kunsthistoriker Johann Brandes (von links), Cellistin Michaela Pilsach und Künstler Edin Bajric vor dem Objekt „Reinweisses“ Quelle: Franz-V. Reitzler

Bajrić begeistert die Darstellung natürlicher Formen. Die Rundungen des Gipsabdruckes einer Frucht könnten, da ohne Farbe und abstrakt, an den menschlichen Körper erinnern, erklärt er. In Form von Siebdrucken und Malereien hat er Aktbilder nahezu unkenntlich abstrahiert, indem er Licht und Schatten des Körpers in geometrischen Formen darstellt. „Der Körper wandelt sich so zur Landschaft“, beschreibt der 39-Jährige.

Der Weg ist das Ziel des Künstlers

An diesem Abend wird zudem deutlich: Der Schaffensweg ist Bajrić wichtiger als das Produkt. Hinter seinen Arbeiten stecke keine Intention, also kein Ziel etwas zu erschaffen, sagt der Künstler. Ihm sei einfach wichtig, „dass ich im Fluss bleibe“. Wenn sein Werk erstmal da sei, könne er intensiver darüber nachdenken. Die Ausstellung sei dafür ideal. Wenige Wände böten einen großen Blick ins Feld. „Ich hatte drei Wochen Zeit mit diesem Raum zu arbeiten und erst nach einer Woche hatte ich das Gefühl, den Raum zu verstehen“, sagt Bajrić.

Zum Verständnis seiner eigenen Werke gehöre auch das Gespräch mit anderen. Die Möglichkeit mit Bajrić zu sprechen bieten die Künstlergespräche an den Sonntagen, 27. Oktober, 10. und 24. November, sowie am Sonnabend, 2. November. An diesen Tagen sei er für alle Gespräche offen und freue sich auf Besucher.

Bis zum 24. November können Interessierte die Ausstellung in der Kulturfrabrik Krawatte, Egestorfer Straße 28, von 13 bis 18 Uhr und sonntags von 11 bis 18 Uhr besuchen. Führungen gibt es donnerstags ab 18 Uhr.

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Von Franz-V. Reitzler

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