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Barsinghausen Nothilfeplan: Stadt schafft binnen Monaten mehr als 250 Kinderbetreuungsplätze
Umland Barsinghausen

Barsinghausen: Nothilfeplan: Stadt schafft binnen Monaten mehr als 250 Kinderbetreuungsplätze

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16:40 12.08.2019
Das Clubhaus des Schwimm-Clubs Barsinghausen (SCB) wird bald als Kindergarten genutzt. Quelle: Maike del Rio (Archiv)
Barsinghausen

Die Stadt Barsinghausen hat den Nothilfeplan zur Einrichtung zahlreicher zusätzlicher Kinderbetreuungsplätze binnen weniger Monate auf den Weg gebracht. Nachdem die Region Hannover den dritten Nachtragshaushaltsplan genehmigt hatte, hat die Stadtverwaltung nun den Auftrag für Planung und Bau von sechs zusätzlichen Betreuungseinrichtungen vergeben – die meisten davon in Containerbauweise.

Auf dem Gelände der Bert-Brecht-Schule will die Stadtverwaltung einen zweigruppigen Kindergarten in Containerbauweise errichten. Quelle: Frank Hermann (Archiv)

Im Zuge des sogenannten Generalunternehmermodells hat die Stadt ein Ingenieurbüro aus Barsinghausen beauftragt, das sich um sämtliche Neu- und Umbauprojekte kümmern soll. Der Auftrag umfasst die Planung, Ausschreibung und Bauüberwachung bis zur schlüsselfertigen Übergabe der neuen Betreuungseinrichtungen. Das Generalunternehmermodell sei gewählt worden, um die von Personalmangel betroffene städtische Gebäudewirtschaft zu entlasten, erläutert der für den Bereich Kinderbetreuung zuständige Fachdienstleiter Claudius Reich. „Die Gebäudewirtschaft wäre ein halbes Jahr für alle anderen Aufgaben blockiert gewesen.“

Kinder ziehen in ehemaliges Vereinsheim

Um möglichst schnell die fehlenden Betreuungsplätze einrichten zu können, setzt die Stadt bei ihrem Nothilfeplan auf Containergebäude, die schnell aufgebaut werden können. Der Plan sieht den Bau eines Zweigruppen-Kindergartens für 50 Jungen und Mädchen auf dem Grundstück der Bert-Brecht-Förderschule vor. Ebenfalls 50 Kinder werden demnächst am Vereinsheim des Schwimm-Clubs Barsinghausen (SCB) betreut werden können, das der Verein wie geplant aufgibt. Eine Gruppe werde direkt in das ehemalige Vereinsheim einziehen, zusätzlich werde daneben ein Container für die zweite Gruppe aufgestellt, berichtet Reich.

Wenige Meter entfernt, auf dem ehemaligen Feuerwehrplatz an der Wilhelm-Heß-Straße, lässt die Stadt eine zweigruppige Krippe für 30 Kinder in einem Containergebäude einrichten. „Ursprünglich sollten dort sogar vier Krippengruppen geschaffen werden“, sagt Reich. Wegen Baulasten auf dem Grundstück habe sich das aber nicht verwirklichen lassen.

Größte Einrichtung entsteht an der Heide

Die größte der geplanten neuen Containereinrichtungen wird an der Straße Die Heide in Kirchdorf in unmittelbarer Nachbarschaft zur Astrid-Lindgren-Schule geschaffen: Dort lässt die Stadt vier Containermodule aufbauen, in denen zwei Kindergartengruppen mit 50 Kindern und zwei Krippengruppen mit 30 Kindern betreut werden können.

Ein wichtiger Baustein im Nothilfeplan ist auch die Schaffung von Betreuungsplätzen in der Großtagespflege. So sollen in ein städtisches Gebäude an der Bergstraße 48 gleich zwei Tagespflegeeinrichtungen für jeweils bis zu zehn Kinder einziehen. Eine weitere Tagespflegeeinrichtung für maximal zehn Kinder soll nach Reichs Worten in einem Gebäude an der Osterstraße eingerichtet werden.

Darüber hinaus wird in den Anbau des Kirchdorfer Gemeindehauses Arche demnächst eine Kindergartengruppe mit 20 Kindern einziehen. Außerdem werde ein weiterer Waldkindergarten für 15 Jungen und Mädchen an der Deister-Freilichtbühne geschaffen, kündigt Fachdienstleiter Reich an.

Nothilfeplan kostet 2,2 Millionen

Insgesamt entstehen so in den nächsten Monaten 185 zusätzliche Kindergartenplätze, 60 Krippenplätze und 24 bis 30 Betreuungsplätze in Großtagespflegeeinrichtungen. „Damit würden wir die aktuellen Wartelisten komplett auffangen“, sagt Reich. Die Stadtverwaltung plant mit Kosten von 2,2 Millionen Euro für den Nothilfeplan. Der beauftragte Generalunternehmer müsse in diesem Rahmen bleiben, betont Reich.

Am schnellsten betriebsbereit sein werden nach Einschätzung der Verwaltung die Betreuungsgruppe in der Kirchdorfer Arche und der Waldkindergarten. „Wir hoffen, dort Anfang November starten zu können“, sagt Reich. Bei den Containereinrichtungen werde es bis zum Betriebsbeginn etwas länger dauern. Die Stadt hofft, dass die Container noch in diesem Jahr geliefert werden und danach mit der notwendigen Innenausstattung versehen werden können. „Realistisch ist die Fertigstellung im ersten Quartal 2020“, sagt der Fachdienstleiter.

Region zahlt Zuschüsse

Bei der Einrichtung der neuen Betreuungsplätze wird die Kommune von der Region Hannover unterstützt, die nach Reichs Angaben einen Zuschuss in Höhe von 5300 Euro pro Platz gewährt. Teil des Nothilfeplans ist auch die Schaffung von mehr als 40 zusätzlichen Stellen für Betreuungspersonal. Nach den Erfahrungen der jüngsten Vergangenheit bei der Suche nach Erzieherinnen ist die Stadt optimistisch, dass es ihr trotz Fachkräftemangel gelingen wird, die Stellen zeitnah zu besetzen. „Das Personal für die Großtagespflegen haben wir schon“, betont Reich.

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