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Barsinghausen Obdachlose ziehen wieder in den Anbau ein
Umland Barsinghausen Obdachlose ziehen wieder in den Anbau ein
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17:00 31.01.2019
Bürgermeister Marc Lahmann (links) und die Bühnenvorsitzende Julia Nunez-Bartolomé unterzeichnen den Mietvertrag. Im Hintergrund schaut der Erste Stadtrat Thomas Wolf zu. Quelle: Frank Hermann
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Barsinghausen

Nach Abschluss umfangreicher Sanierungsarbeiten im Anbau der Halle Unter den Eichen will die Stadt jetzt wieder obdachlose Menschen in dieser ehemaligen Hausmeisterwohnung unterbringen. Die Stadt mietet zu diesem Zweck den Anbau von der Deister-Freilichtbühne zurück. Bürgermeister Marc Lahmann und die Bühnenvorsitzende Julia Nunez-Bartolomé haben am Donnerstag den Mietvertrag unterzeichnet.

Erst vor rund einem Jahr übernahm der Bühnenverein die gesamte Immobilie von der Stadt Barsinghausen, um die Halle zur eigenen Nutzung herzurichten. Wegen erheblicher Baumängel am Dach und den Unterdecken war das Gebäude bereits einige Zeit gesperrt. Für Stadt und Freilichtbühne stand schon damals fest: Die ehemalige Hausmeisterwohnung im Anbau, die seit mehrere Jahren als kommunale Unterkunft für Obdachlose diente, soll nach der Grundsanierung wieder Menschen ohne festen Wohnsitz aufnehmen. Dazu mietet die Stadt jetzt den Anbau von der Freilichtbühne zurück.

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Die Stadt mietet den Anbau an der Halle Unter den Eichen, um die ehemalige Hausmeisterwohnung wieder als Obdachlosenunterkunft nutzen zu können. Quelle: Frank Hermann

„Das ist eine gute Lösung sowohl für die Stadt als auch für die Freilichtbühne. Wir mieten die Wohnung zu einem ortsüblichen Preis, und die Bühne erhält Mieteinnahmen zur Finanzierung ihrer Kosten“, erläuterte Bürgermeister Lahmann. Für die Stadt sei es wichtig, über ausreichend Wohnraum zu verfügen, um dort obdachlose Menschen unterbringen zu können.

Zufrieden äußerte sich auch die Bühnenvorsitzende Julia Nunez-Bartolomé. „Die Wohnung im Anbau ist nach der Grundsanierung richtig schick geworden und wird jetzt wieder zum gewohnten Zuhause für die Obdachlosen“, betonte sie.

Zunächst ziehen drei Männer in die Wohnung, die schon bis zur Schließung des Anbaus in dem Gebäude lebten und während der Sanierungsarbeiten in einem Haus an der Bergstraße untergebracht waren. „Mit den Leuten sind wir bislang immer gut klar gekommen“, sagte die Bühnen-Chefin.

Für die Zukunft ist nach Angaben des Ersten Stadtrates Thomas Wolf geplant, zusätzlich ein bis zwei weitere Personen ohne festen Wohnsitz in den Anbau einzuquartieren. Derzeit kümmere sich die Stadt Barsinghausen um rund 25 Obdachlose, darunter zwei größere Familien. „Durchschnittlich sind es zwölf bis 15 Personen, die wir in einer Wohnung unterbringen müssen“, erklärte der Erste Stadtrat.

Für die Sanierung des Anbaus hat die Deister-Freilichtbühne laut Julia Nunez-Bartolomé mehr als 80000 Euro investiert, die Sanierung der gesamten Immobilie einschließlich der Halle kostete rund 380000 Euro. Zur Finanzierung gab es Zuschüsse aus EU-Mitteln sowie von der Stadt Barsinghausen und der Region Hannover.

Von Frank Hermann