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Barsinghausen Rathaus soll vom Stromnetz unabhängig werden – für mindestens drei Tage
Umland Barsinghausen

Barsinghausen: Rathaus soll vom Stromnetz unabhängig werden – für mindestens drei Tage

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18:18 08.11.2019
Auf dem Gelände hinter dem Rathaus I soll in einem gesicherten Container ein leistungsfähiger Stromerzeuger betrieben werden. Quelle: Andreas Kannegießer
Barsinghausen

Verwaltung und Politik der Stadt Barsinghausen sorgen sich um die Funktionssicherheit des kommunalen Rechenzentrums im Rathaus I im Falle längerer Stromausfälle. Deshalb will die Stadt nun nachrüsten: Als erstes städtisches Gremium hat der Finanzausschuss am Donnerstagabend einstimmig der Beschaffung einer sogenannten Netzersatzanlage zugestimmt. Das Aggregat zur Stromerzeugung soll in einem gesicherten Container neben dem Rathaus untergebracht werden. Nach den Worten von EDV-Fachdienstleiter Marcus Pape könnte mithilfe der Netzersatzanlage der gesamte Betrieb des Rathauses I für rund 72 Stunden aufrechterhalten werden. Auch ein im Falle lang andauernder Störungen zu bildendes Krisenzentrum könnte dann für diesen Zeitraum mit Strom versorgt werden.

Risiko für Blackouts steigt

Pape erläuterte den Ausschussmitgliedern, dass es in den vergangenen Jahren bereits zu mehrfachen und nicht nur kurzfristigen Stromausfällen im Barsinghäuser Stadtgebiet gekommen sei. Aus Sicht der städtischen IT-Experten wird das Risiko in Zukunft eher noch steigen. Die Möglichkeit auch länger anhaltender Stromausfälle – sogenannter Blackouts – durch extreme Wetterlagen, Schadensereignisse oder auch Hackerangriffe könne nicht ausgeschlossen werden, heißt es in der Beschlussvorlage für den Rat.

Nach Papes Worten ist die Stadtverwaltung darauf bisher unzureichend vorbereitet. Zwar gibt es im Rathaus schon jetzt eine batteriegestützte unabhängige Stromversorgung, allerdings sind die Batterien bereits nach 30 bis 45 Minuten erschöpft. „Das reicht nachts und am Wochenende niemals aus, um ins Rathaus zu fahren und alle Systeme geordnet herunterzufahren“, betonte Pape. Es drohe ein ungeregelter Systemausfall bis hin zum Datenverlust. Das Wiederanfahren der gesamten EDV könne danach mehrere Tage dauern, sagte der Fachdienstleiter.

Verwaltung prüft verschiedene Szenarien

Mit der leistungsfähigen Netzersatzanlage kann zudem nicht nur die EDV, sondern das gesamte Rathaus über Tage hinweg mit Energie versorgt werden. Nach drei Tagen gehen die Brennstoffvorräte in dem leistungsfähigen Stromerzeuger allerdings zur Neige und müssten aufgefüllt werden, sofern die Störung dann noch immer bestehen sollte. „Wir werden aber nicht alle Eventualitäten abbilden können“, sagte Pape. Der Leiter des Stabes, Stefan Müller, ergänzte, dass die Stadtverwaltung dabei sei, ein Handbuch für verschiedene, extreme Szenarien einschließlich sehr langer Blackouts zu entwickeln. „Wir machen uns Gedanken“, sagte Müller.

Die Ratsfraktionen unterstützen das Ziel, das Rathaus deutlich länger unabhängig vom öffentlichen Stromnetz zu machen. Die Beschlussempfehlung der Stadtverwaltung, im Haushalt 2020 rund 150.000 Euro für das Projekt bereitzustellen, wurde einstimmig angenommen.

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Von Andreas Kannegießer

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