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Barsinghausen Säureopfer Vanessa Münstermann stellt ihr Buch vor
Umland Barsinghausen Säureopfer Vanessa Münstermann stellt ihr Buch vor
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00:18 15.04.2019
"Ich will mich nicht verstecken" heißt das Buch der bei einer Säure-Attacke schwer verletzten jungen Frau. Quelle: pa
Barsinghausen

Das linke Auge zerstört, ein Ohr weggeätzt, die Hälfte von Gesicht und Hals starr und rot entzündet: In den ersten Wochen nach der Säure-Attacke ihres Ex-Freundes glaubte Vanessa Münstermann nicht, dass sie jemals wieder mit einem Mann Zärtlichkeiten austauschen würde. Heute ist die Frau aus Hannover Mutter eines kleinen Mädchens. Im Herbst will sie ihre Jugendliebe heiraten.

Münstermann kommt nun nach Barsinghausen, um aus ihrem Buch „Ich will mich nicht verstecken“ zu lesen. Darin beschreibt die Kosmetikerin die Vorgeschichte des Verbrechens, für das ihr Ex-Freund eine zwölfjährige Haftstrafe wegen schwerer Körperverletzung verbüßt. Sie erzählt von Alpträumen, dem ersten Blick in den Spiegel, der Reha, dem Gerichtsprozess und Beziehungen zu Männern. In dem 288-Seiten dicken Werk berichtet Münstermann von der Attacke, die eine Hälfte ihres Gesichts entstellte und das ihr Leben verändert hat.

Münstermann, die das Buch gemeinsam mit der Autorin Regina Carstensen geschrieben hat, berichtet über den Schicksalsschlag und was dazu geführt hat. Sie erzählt auch von den mehr als 20 Operationen, die sie wegen der schweren Verätzungen und Verletzungen über sich ergehen lassen musste aber auch von der Gründung ihres Vereins „AusGezeichnet“, mit dem sie anderen Säure-Opfern auf der ganzen Welt hilft. „Dieses Unglück ist das Beste, was mir passieren konnte, denn nur so habe ich entdeckt, wie stark ich wirklich bin“, heißt es in dem Buch.

Im Februar 2016 lauerte der Ex-Freund von Vanessa Münstermann, Daniel F., der gelernten Kosmetikerin vor ihrer damaligen Wohnung auf und schüttete ihr Säure ins Gesicht. Die junge Frau verlor durch den Angriff ein Ohr und ein Auge. Die Polizei konnte den Täter unmittelbar nach dem Angriff festnehmen. Ein Gericht verurteilte F. zu einer zwölf-jährigen Haftstrafe.Im Oktober sprach das Landgericht Hannover Münstermann ein Schmerzensgeld in Höhe von 250.000 Euro zu.

Viele Bekenntnisse sind sehr intim, manchmal fast zu intim. Doch gerade die schonungslose Offenheit beeindruckt. Münstermann hat ein Mutmach-Buch geschaffen. Am Mittwoch, 8. Mai, stellt sie ihr Werk um 19 Uhr im ASB Bahnhof vor. Die Tickets kosten acht Euro im Vorverkauf und zehn Euro an der Abendkasse.

Von Lisa Malecha

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