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Barsinghausen Schießlärm im Deister: Beteiligte warten auf Gerichtsurteil
Umland Barsinghausen Schießlärm im Deister: Beteiligte warten auf Gerichtsurteil
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18:59 03.05.2019
Der Konflikt um den Schießbetrieb mit Großkaliberwaffen im Deister ist noch nicht entschieden. Quelle: Privat (Archiv)
Barsinghausen

Im Streit um den Großkaliberschießbetrieb im Schießstand In den alten Schütten im Deister sind die Fronten derzeit verhärtet. Alle Beteiligten warten auf den Ausgang der Klage, den der Kirchdorfer Polizeihundesportverein gegen die Region Hannover angestrengt hat. Die Hundesportler wollen mit ihrer Klage durchsetzen, dass die von der Regionsverwaltung erteilte Betriebsgenehmigung für den Schießstand des Vereins für Groß- und Kleinkaliberschießen Hannover widerrufen werden muss.

Gesprächsfaden ist abgerissen

Unterdessen ist der Gesprächsfaden zwischen der Stadt Barsinghausen und den am Konflikt Beteiligten zurzeit offenbar abgerissen. „Ich würde mir eine offensivere Informationspolitik der Region wünschen“, sagt Barsinghausens Erster Stadtrat Thomas Wolf. Die Stadt frage regelmäßig nach, bekomme jedoch wenig Antworten. Auch die Kontakte zwischen der Verwaltung und dem Verein für Groß- und Kleinkaliberschießen sind derzeit ausgesetzt. „Wir sind nicht mehr so im Gespräch wie gewünscht“, sagt Wolf. Eigentlich war ein Runder Tisch vereinbart worden, an dem gemeinsam nach Möglichkeiten zur Lösung des Konflikts gesucht werden sollte. Die Schützen tragen der Stadtverwaltung nach, dass diese am Tag nach dem ersten Treffen des Runden Tisches ebenfalls Widerspruch gegen die Genehmigung der Region eingelegt hatte – ohne dies einen Tag vorher im Gespräch angekündigt zu haben. „Wir sind übergangen worden. So etwas macht man nicht“, sagt der Schützenvereinsvorsitzende Karl-Heinz Horenburg.

Nach den Worten von Thomas Wolf hat die Stadtverwaltung verschiedene Vorschläge unterbreitet, wie die Schießanlage gegebenenfalls baulich ergänzt oder verändert werden könnte, um die Lärmbelästigung für die Umgebung zu reduzieren. Dazu gehört der Einbau sogenannter Schießkanäle, um die Schussgeräusche nicht mehr ungelenkt in alle Richtungen entweichen zu lassen. Wunsch der Stadtverwaltung sei es, den Konflikt im Rahmen eines Vergleichs zu lösen, sagt Wolf. Die Region Hannover hat den Schützen dagegen bisher keine Fesseln angelegt: „Es sind keine Auflagen erteilt worden“, bestätigt Wolf.

Der Verein für Groß- und Kleinkaliberschießen will sich offiziell derzeit nicht zum Stand des Verfahrens und zu eigenen Anstrengungen zur Lärmreduzierung äußern. „Wir wollen erst den Ausgang der Klage abwarten“, sagt Horenburg. Dann werde es eine Stellungnahme geben. Horenburg verweist allerdings darauf, dass sein Verein eine Betriebsgenehmigung besitze, die bis zum Jahr 2032 gültig sei. Die Schützen hätten durchaus Ideen, allerdings sei der Verein bisher von der Gegenpartei immer nur mit Forderungen konfrontiert worden. „Wir müssen ja nichts machen. Wir warten jetzt mal ab, was das Gericht entscheidet“, sagt er.

Stadt will neue Großkaliberschießstände ausschließen

Die Stadt Barsinghausen treibt unterdessen – wie im Herbst 2018 vom Rat beschlossen – das Verfahren zur Änderung des Flächennutzungsplans „Schießstände im Landschaftsschutzgebiet Norddeister“ voran. Ziel ist es, dass in allen Schießständen und Schützenhäusern im Deister der Schießbetrieb künftig nur mit Kleinkaliberwaffen möglich sein soll. Eine Ausweitung der Genehmigungen im Zusammenhang mit Umbauten, wie im Fall des Schießstands In den alten Schütten, wäre dann künftig ausgeschlossen. Die Entwurfsunterlagen für den Plan liegen in der Zeit vom 6. bis 17. Mai im Rathaus I in der Bergamtstraße aus, sodass Bürger und Betroffene Stellungnahmen dazu abgeben können. „Mit den Schützenvereinen ist alles geklärt“, sagt Wolf. Die Änderung des Flächennutzungsplanes werde allerdings nicht rückwirkend gelten, betont der Erste Stadtrat. „Alle bereits genehmigten Anlagen genießen Bestandsschutz.“ Das gelte damit auch für die Anlage des Vereins für Groß- und Kleinkaliberschießen.

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Von Andreas Kannegießer

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