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Barsinghausen Stadt hofft auf Millionenzuschuss für Lehrschwimmbecken
Umland Barsinghausen Stadt hofft auf Millionenzuschuss für Lehrschwimmbecken
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17:28 15.01.2019
Das Lehrschwimmbecken in der Adolf-Grimme-Schule wird von Grundschul- und Kindergartengruppen intensiv genutzt. Quelle: Archiv (Fricke)
Barsinghausen

Die Stadt Barsinghausen möchte im großen Stil vom angekündigten Sportstättensanierungsprogramm des Landes Niedersachsen profitieren. Die Verwaltung schlägt dem Rat deshalb vor, das von einem Verein betriebene Lehrschwimmbecken in der Adolf-Grimme-Schule (AGS) gründlich zu sanieren und dafür Zuschüsse beim Land zu beantragen. Die Kosten für die Grundsanierung könnten sich nach ersten Schätzungen auf rund zwei Millionen Euro belaufen. Als weitere Baumaßnahme, die aus dem Landesprogramm gefördert werden könnte, schlägt die Verwaltung den Umbau des Tennenplatzes des TSV Goltern in einen Kunstrasenplatz vor. Beide Projekte sollen im zweiten Nachtragshaushaltsplan für das Jahr 2019 finanziert werden.

Die Stadtverwaltung geht davon aus, dass das Land Niedersachsen das Sportstättensanierungsprogramm zunächst mit etwa 100 Millionen Euro ausstatten wird. Der Schwerpunkt der Förderung soll demnach bei kommunalen Sporthallen und Hallenschwimmbädern liegen. Nach den Worten des Ersten Stadtrats Thomas Wolf will das Land bei Hallenbädern 40 Prozent, bei finanzschwachen Kommunen sogar bis zu 80 Prozent der Gesamtkosten bezuschussen, wobei der Höchstbetrag auf eine Million Euro gedeckelt ist.

Wolf betont, dass die Verwaltung das Geld in den Nachtragshaushalt einstellen möchte, „damit uns keine Chancen auf Zuschüsse verloren gehen“. Die Stadt wolle die günstige Fördergelegenheit nach Möglichkeit bis zum Höchstbetrag nutzen. „Wir wissen noch nicht, ob wir tatsächlich zum Zuge kommen werden“, betont der Erste Stadtrat. Die Details stünden noch aus.

Das Lehrschwimmbecken hatte noch vor wenigen Jahren im Zuge der Haushaltskonsolidierung vor dem Aus gestanden. Nur weil ein privater Trägerverein mit viel Engagement den Betrieb übernommen hatte, ist die Einrichtung noch in Betrieb. Wolf betont, dass das Lehrschwimmbecken inzwischen längst nicht mehr zur Disposition stehe. Allerdings gibt es Handlungsbedarf: Die Außenhülle des Gebäudes muss nach Einschätzung der Verwaltung energetisch saniert werden, außerdem muss die Decke in der Schwimmhalle abgehängt und erneuert werden. Auch die Kellerdecke ist sanierungsbedürftig. Alle Sanierungsmaßnahmen zusammen könnten zwei Millionen Euro kosten, hat die Verwaltung ermittelt. „Allerdings ist das nur eine Grobschätzung“, betont Wolf. Probleme sieht die Stadtverwaltung allerdings, weil die Gebäudewirtschaft „in absehbarer Zeit“ nicht die personellen Kapazitäten besitze, um die Sanierung des Lehrschwimmbeckens selbst zu betreuen. Nach Wolfs Worten soll die Sanierung deshalb in die Verantwortung des Trägervereins übertragen werden. Der Vereinsvorstand habe seine Zustimmung bereits signalisiert.

Mit ihrem Vorschlag zur Sportstättensanierung hat die Verwaltungsspitze zumindest Teile der Barsinghäuser Politik offenbar überrascht. Das Projekt sei im Vorfeld nicht bekannt gewesen, sagt SPD-Ortsvereinsvorsitzender Reinhard Dobelmann – „wie so häufig“. In der SPD-Ratsfraktion habe deshalb auch noch nicht über das Vorhaben diskutiert werden können. CDU-Fraktionsvorsitzender Gerald Schroth berichtet dagegen, dass Bürgermeister Marc Lahmann die Pläne mit seiner Fraktion abgestimmt habe. Die CDU unterstütze das Vorhaben, betont Schroth. „Es ist sinnvoll, das Lehrschwimmbecken langfristig für Barsinghausen zu erhalten.“

Für das zweite möglicherweise förderfähige Projekt, den Umbau des Tennenplatzes des TSV Goltern in einen Kunstrasenplatz, möchte die Stadtverwaltung vorsorglich 361.000 Euro als Auszahlungsermächtigung in den Nachtragshaushaltsplan für 2019 aufnehmen. Diese Summe entspricht den vom TSV Goltern selbst kalkulierten Gesamtkosten ohne Eigenleistung für den Umbau. Falls der Förderantrag seitens des Landes negativ beschieden werde, solle der TSV einen Zuschuss von der Stadt in Höhe von 40 Prozent oder maximal 144.400 Euro der Baukosten erhalten, schlägt die Verwaltung vor.

Im November war der TSV Goltern im Rat der Stadt mit einem Zuschussantrag für den Kunstrasenplatz noch mehrheitlich abgeblitzt. Jetzt hat das Vorhaben offenbar erheblich bessere Chancen auf Zustimmung. „Wir müssen noch diskutieren, aber ich könnte mir vorstellen, dass das Ganze positiv für den TSV ausgehen könnte“, sagt SPD-Chef Dobelmann. Auch Gerald Schroth kündigt im Namen der CDU Unterstützung für das Projekt an. Er verweist auf den in Arbeit befindlichen Sportentwicklungsplan für die Stadt Barsinghausen. „Da könnte Großgoltern einer der Entwicklungsschwerpunkte sein“, sagt der Fraktionsvorsitzende.

Der Tennenplatz des TSV Goltern steht nach Regenfällen oft unter Wasser und ist dann unbespielbar. Der Verein wünscht sich dringend einen Kunstrasenplatz als Ersatz. Quelle: Privat (Archiv)

Von Andreas Kannegießer

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