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Barsinghausen Stadt lässt Klärschlamm künftig in Hildesheim verbrennen
Umland Barsinghausen Stadt lässt Klärschlamm künftig in Hildesheim verbrennen
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17:47 10.04.2019
Im Klärschlammlager auf dem Gelände des Gruppenklärwerks Nordgoltern können derzeit rund 2500 Tonnen Schlamm unter einem schützenden Dach gelagert werden. Quelle: Kannegießer (Archiv)
Barsinghausen

Die Kommunen in Niedersachsen haben immer größere Probleme bei der Entsorgung der Klärschlämme, die als Rückstand beim Betrieb von Kläranlagen anfallen. Die Stadt Barsinghausen hat sich deshalb mit anderen mittelgroßen und auch großen Kommunen zusammengetan, um die Probleme nach Möglichkeit gemeinsam zu lösen. Die Städte wollen gemeinsam eine Klärschlammverbrennungsanlage bauen. Der erste rechtlich bedeutsame Schritt dazu ist nun erledigt: Ende März haben neun Kommunen beziehungsweise deren Abwasserbetriebe ein Gemeinschaftsunternehmen gegründet, das die geplante Verbrennungsanlage planen und betreiben soll. Die Firma trägt den Namen Kommunale Nährstoffrückgewinnung Niedersachsen GmbH, wie die Barsinghäuser Verwaltung mitteilt. Die Unternehmensgründung sei notariell beurkundet worden.

Hintergrund der Entsorgungsprobleme sind die zuletzt deutlich verschärften Gesetze rund um den Klärschlamm. Nach Mitteilung der Verwaltung darf Klärschlamm demnächst kaum noch an Landwirte abgegeben werden, so wie es in den vergangenen Jahrzehnten übliche Praxis war. Die Landwirte unterliegen nun strengen Mengenbeschränkungen. Zudem fordert der Gesetzgeber, dass Phosphor als wertvoller Rohstoff künftig zurückgewonnen werden muss. Dies ist aus der Asche des verbrannten Klärschlamms möglich.

Bundesweit sind die Abwasserbetriebe derzeit auf der Suche nach neuen und zugleich umweltfreundlichen und kostengünstigen Lösungen bei der Klärschlammentsorgung. Die „derzeit optimale Lösung“ sei der Bau und Betrieb einer Verbrennungsanlage mit Phosphatrückgewinnung, wie die Barsinghäuser Stadtverwaltung betont. Allerdings sei ein gewisses Mengenvolumen erforderlich, um eine solche Anlage wirtschaftlich zu betreiben und die Kosten für die Gebührenzahler gering zu halten. „Diese Menge erreicht Barsinghausen alleine nicht“, sagt Bürgermeister Marc Lahmann. „Es ist daher sinnvoll, sich mit mehreren Kommunen zusammenzuschließen.“

Bei der Firma Kommunale Nährstoffrückgewinnung sind außer Barsinghausen als Gründungsgesellschafter die Städte Celle, Göttingen, Langenhagen, Peine und Verden sowie die Abwasserbetriebe Weserbergland, die Abwasserentsorgung Salzgitter und die Stadtentwässerung Hildesheim mit von der Partie. Eine Reihe weiterer Kommunen hätten inzwischen ebenfalls Interesse daran, Gesellschafter zu werden oder ihre Klärschlämme in der Anlage zu entsorgen, berichtet Lahmann.

Die neu gegründete Gesellschaft wird nun die Planung und den Bau der Verbrennungsanlage in Angriff nehmen. Nach Verwaltungsangaben ist die Inbetriebnahme der Anlage spätestens für das Jahr 2025 vorgesehen. Ein Grundstück für die Verbrennungsanlage ist bereits gefunden: Sie wird auf dem Gelände der Kläranlage in Hildesheim entstehen. Der Standort ist nach Einschätzung der Barsinghäuser Verwaltung „optimal, da er mit Lastwagen, per Bahn und per Schiff erreicht werden kann“. Zudem liege der Standort dort weit außerhalb der Bebauung. Der Bürgermeister ist überzeugt davon, dass die Stadt mit der Beteiligung an der Kommunalen Nährstoffrückgewinnung die richtigen Weichen für die Zukunft gestellt hat. „Ich freue mich, dass es uns gelungen ist, eine zukunftssichere und kostengünstige Lösung zu finden“, sagt er.

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Von Andreas Kannegießer

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