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Barsinghausen Stammtisch plant Projekte: Was wollen Touristen am Deister erleben?
Umland Barsinghausen

Barsinghausen: Vereine sollen neue Angebote für Touristen mit entwickeln 

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15:30 03.09.2019
Gemeinsam im Gespräch über eine Belebung des Tourismus: Alte Zeche-Chef Thomas Schmidt (vorne links) und Wirtschaftsförderer Thomas Müller treffen am neuen Stammtisch mit Vertretern örtlicher Vereine zusammen. Quelle: Andreas Kannegießer
Barsinghausen

Die Wirtschaftsförderung der Stadt Barsinghausen und die Alte Zeche GmbH wollen gemeinsam mit Vereinen aus dem Stadtgebiet enger zusammenarbeiten, um den Tourismus und die Naherholung am Deister zu beleben. Als regelmäßiges Diskussionsforum ist jetzt ein Tourismus-Stammtisch eingerichtet worden, der sich künftig einmal monatlich treffen wird. „Der Tourismus und die Wirtschaftsförderung haben gleiche Interessen“, betonte Wirtschaftsförderer Thomas Müller beim jüngsten Treffen in der Waschkaue auf dem Zechengelände. Ziel sei es, den Kreis der Mitwirkenden am Stammtisch nach und nach zu erweitern. Es gebe noch viel mehr Akteure mit Interessen im Bereich Tourismus, sagte Müller. „Wer Ideen hat, ist herzlich eingeladen mitzuwirken.“

Die Alte Zeche als Betriebsgesellschaft des Besucherbergwerks betreibt seit einigen Monaten im Auftrag der Stadt auch das Tourismusbüro als Anlaufpunkt für Besucher der Deisterstadt. Alte Zeche-Geschäftsführer Thomas Schmidt und Wirtschaftsförderer Müller sind sich einig: Die jetzigen Angebote für Gäste am Deister sind zu monothematisch ausgerichtet. Bisher gibt es kaum Ansätze, etwa Deisterwanderer, Besucher der Freilichtbühne oder des Besucherbergwerks mit weiteren Angeboten länger als bisher in Barsinghausen zu halten. Eben das liege aber im Trend, sagte Müller. „Wir müssen mehr verschiedene Angebote miteinander vernetzen.“ Eine wichtige Rolle dabei spiele auch die Gastronomie. „Ziel ist es auch, den örtlichen Geschäftsleuten einen Mehrwert zu vermitteln“, betonte der Wirtschaftsförderer.

Beschilderung muss besser werden

Zu den Vereinen und Institutionen, die sich eigene Angebote für Gäste und Touristen vorstellen können, gehören die Fotogruppe Barsinghausen, die Yogalehrerin Ursula Gorgass mit ihrem Raum für Körper und Seele und der Mountainbikerverein Deisterfreun.de. „Wir bieten Fahrkurse an und haben zurzeit enormen Zuwachs“, berichtete Vorstandsmitglied Mirko Haendel von den Deisterfreunden.

Die meisten Hinweisschilder im Deister oberhalb von Barsinghausen sind in die Jahre gekommen. Oft fehlen wichtige Informationen, manche der maroden Holztafeln mussten schon ganz abgebaut werden. Quelle: Andreas Kannegießer

Damit Barsinghausen für auswärtige Besucher attraktiver wird, müssen nach Einschätzung der Akteure am Tourismus-Stammtisch auch viele Details im städtischen Umfeld verbessert werden. Dazu gehören etwa eine bessere Beschilderung im Deister und die Verbesserung von Kartenmaterial als Grundlage der Orientierung von Wanderern.

Wanderführer sammeln Daten

Der Barsinghäuser Kneipp-Verein ist derzeit mit einem Team von Wanderführern dabei, die notwendigen Daten dafür zu sammeln. Die Wanderführer erstellen Übersichten über alle Wanderwege und Wegekreuzungen im Deister. Alle Wegweiser und deren Zustand werden fotografisch dokumentiert, alle sonstigen Besonderheiten bis hin zu kleineren Gedenksteinen in Tabellen aufgenommen. „Etwa 70 Prozent der Daten sind erhoben“, berichtete Kneippvereins-Vorstandsmitglied Karl-Heinz Pfennig. Wahrscheinlich im Januar oder Februar solle die komplette Übersicht vorliegen.

Einerseits werde dann deutlich sein, wo besonderer Handlungsbedarf bei der Beschilderung im Deister besteht. Darüber hinaus sollen die Daten auch genutzt werden, um aktuelle Informationen in digitale Karten etwa für das Standardformat Open Street Map einzupflegen. Der Wennigser Wanderführer Uwe Hormann arbeitet an der Verbesserung dieses weltweiten, für jeden Nutzer offenen Kartenwerks mit.

Nur an wenigen Stellen am Barsinghäuser Waldrand können sich Spaziergänger so gut orientieren wie hier an der oberen Deisterstraße. Quelle: Andreas Kannegießer

Appell zur Zusammenarbeit

Revierförster Frank Nüsser vom Niedersächsischen Forstamt Saupark wies allerdings darauf hin, dass das Ziel der besseren Beschilderung angesichts der vielen unterschiedlichen Waldbesitzer im Deister nicht einfach umzusetzen sein werde. „Für Privatwaldbesitzer gibt es keine Verpflichtung zur Beschilderung“, betonte Nüsser. In der Vergangenheit hätten sich auch die Kommunen ganz unterschiedlich für die Beschilderung engagiert. Er nannte Wennigsen als positives Beispiel. „Im Barsinghäuser Stadtgebiet ist die Beschilderung dagegen desolat“, sagte er. Der Revierförster empfahl den Tourismusexperten, alle Deisterkommunen an einen Tisch zu holen, um sich bei den Wegweisern abzustimmen.

Nach Müllers Worten ist auch eine weitere Veranstaltung mit den anderen Deisterkommunen bereits geplant, um den Interessen auswärtiger Besucher auf die Spur zu kommen. „Wir wollen wissen, wie die Gäste eigentlich ticken und was sie wollen“, sagte der Wirtschaftsförderer. Einbezogen werden in die Beratungen nach Möglichkeit auch erfahrene Tourismusexperten aus dem Harz. Dorthin hat Müller über seine frühere Tätigkeit noch immer beste Kontakte.

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Stadt und Alte Zeche besiegeln Kooperationsvertrag.

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Von Andreas Kannegießer

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