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Barsinghausen Barsinghausen feiert 50 Jahre Stadtrecht
Umland Barsinghausen

Barsinghausen: Vor 50 Jahren hat Barsinghausen die Stadtrechte erhalten

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17:05 17.07.2019
Stadtdirektor Fritz Hamann (von links), Rundfunkjournalist Giselher Schaar und Bürgermeister Walter Theil sprechen über den Wandel der Gemeinde Barsinghausen zur Stadt. Quelle: Archiv
Barsinghausen

Vor 50 Jahren, im August 1969, ist der damaligen Gemeinde Barsinghausen in feierlichem Rahmen das Stadtrecht verliehen worden. Das Jubiläum soll nun im Rahmen des Barsinghäuser Stadtfestes am vierten Augustwochenende mit mehreren Veranstaltungen gefeiert werden.

Die Stadtverwaltung steckt noch mitten in den Vorbereitungen für die Feierlichkeiten, die vom Büro des Rates vorbereitet werden. Noch sind nicht alle Elemente endgültig fixiert. Stadtsprecher Christian Kneußel, der die Jubiläumsfeier gemeinsam mit seinem Kollegen Norbert Wehrmann vorbereitet, kündigt noch Überraschungen an.

Gesprächsrunde mit Altbürgermeistern

Zentrale Elemente der Feierlichkeiten werden ein Empfang im Zechensaal am Freitag, 23. August, und eine Ausstellung über die Geschichte der Stadt Barsinghausen in den vergangenen fünf Jahrzehnten sein. Außerdem wird es am Stadtfestsonntag, 25. August, auf der Bühne am Thie eine Gesprächsrunde geben, bei der unter anderem die beiden Altbürgermeister Klaus-Detlef Richter und Karl Rothmund Rückschau auf die vergangenen Jahrzehnte halten wollen.

Auftakt für die kleine Veranstaltungsreihe zum Jubiläum ist am Mittwoch, 21. August, dem Jahrestag der Stadtwerdung. Mit dabei sein wird der Steinbildhauer und ehemalige Barsinghäuser Klosterkünstler Peter Lechelt mit einer seiner Arbeiten. Mehr wollen die Organisatoren noch nicht verraten. „Es soll eine Überraschung werden“, sagt Kneußel.

Der Jubiläumsempfang am 23. August beginnt um 16 Uhr im Zechensaal. „Dabei sollen Begegnungen im Vordergrund stehen“, sagt Kneußel. Eingeladen seien rund 90 Gäste. Dazu gehörten unter anderem die Mitglieder des Rates sowie Bürger, die besondere Verdienste um die Stadt Barsinghausen erworben hätten, sagt der Stadtsprecher. Reden halten werden Bürgermeister Marc Lahmann, Niedersachsens Landtagsvizepräsident Bernd Busemann und der Hauptgeschäftsführer des Niedersächsischen Städtetages, Jan Arning.

Niedersachsens Innenminister Richard Lehners (links) überreicht Barsinghausens Bürgermeister Walter Theil die Stadturkunde. Quelle: Archiv

Ausstellung zeigt Höhepunkte aus fünf Jahrzehnten

Während des Jubiläumsempfangs wird im Zechensaal auch schon die Ausstellung präsentiert, die nach dem Stadtfestwochenende ins Rathaus umzieht. Dort – im Foyer des Rathauses an der Bergamtstraße – wird die Ausstellung nach Kneußels Worten ab dem 26. August für drei Wochen öffentlich zu sehen sein. Vorgestellt werden demnach unter anderem die Höhepunkte eines jeden Jahres seit der Barsinghäuser Stadtwerdung. Dazu gehören besondere Veranstaltungen oder auch Besuche prominenter Zeitgenossen. Außerdem werden die Ausstellungsmacher auf Stelltafeln und auf Bildschirmen Fotos aus dem Stadtarchiv präsentieren, die besondere Meilensteine in der Stadtgeschichte illustrieren. „Die Chronik wird in einer kleineren Auflage auch gedruckt, damit Ausstellungsbesucher sie mit nach Hause nehmen können“, sagt Kneußel.

Die Bürgermeistergesprächsrunde am Stadtfestsonntag ist eingebettet in ein Konzert des Polizeiorchesters Niedersachsen, das um 15 Uhr am Thie beginnt.

Die Stadtverwaltung versucht, die Kosten für die Jubiläumsfeierlichkeiten möglichst gering zu halten. Der Rat hatte der Verwaltung dafür eine Summe von 10.000 Euro genehmigt. Ob diese Summe vollständig benötigt wird, steht noch nicht fest. „Bisher sind die Kosten relativ gering“, sagt Kneußel. Aber es gebe noch „ein oder zwei Ideen“.

Barsinghäuser tranken 3800 Liter – in einer Stunde

Formal vollzogen wurde der Übergang von der alten Bergwerksgemeinde zur Stadt Barsinghausen am 21. August 1969 mit der Übergabe der Stadturkunde. Im Rahmen eines großen Festaktes in der festlich geschmückten Glück-Auf-Halle überreichte Niedersachsens Innenminister Richard Lehners die Urkunde an den damaligen Barsinghäuser Bürgermeister Walter Theil (SPD). „Mit meinem herzlichen Glückwunsch für Sie und das Wohlergehen Ihres Ortes überreiche ich Ihnen diese Urkunde, die Barsinghausen das Recht gibt, sich fortan Stadt zu nennen“, sagte Lehners bei der Übergabe.

Vor dem Festakt hatten sich die Honoratioren der Gemeinde am Nachmittag letztmals zu einem Empfang im Gasthaus Zur Post versammelt. Auch die Vereine und die Bürger waren an diesem großen Tag in die Feierlichkeiten einbezogen: Es gab einen Festumzug mit Gruppen aus allen Vereinen und Verbänden, der unter anderem durch die geschmückte Marktstraße und die Altenhofstraße zum Festplatz Unter den Eichen führte. Dort warteten 3800 Liter Freibier auf die frischgebackenen Städter, gestiftet von der Barsinghäuser Verwaltung. Überliefert ist, dass der Durst der Gäste auf dem Festplatz gewaltig gewesen sein muss: Schon nach einer Stunde war das Freibierkontingent komplett ausgeschenkt. Der Tag der Stadtwerdung klang mit einem prächtigen Höhenfeuerwerk aus.

Die Verleihung der Stadtrechte an Barsinghausen wurde auch überregional zur Kenntnis genommen: Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) berichtete in seiner Reihe „Funkbilder aus Niedersachsen“ aus Barsinghausen. Drei Moderatoren schilderten ihre Eindrücke unter anderem live vom Dach des Kaufhauses Ballin und aus einem Übertragungswagen, der am Fußballverbandsheim stand.

Mit der Verleihung der Stadtrechte erhielt die Kommune Barsinghausen zwar formal keine zusätzlichen Befugnisse. Allerdings wurde so die neue Rolle als Mittelzentrum im südwestlichen Landkreis Hannover dokumentiert. Ein Jahr zuvor, 1968, waren die drei Deistergemeinden Barsinghausen, Kirchdorf und Egestorf zusammengeschlossen worden. Mit rund 20.500 Einwohnern hatte die Kommune nun die für die Stadtwerdung erwünschte Größe erreicht. Damit verbunden waren aber auch Erwartungen hinsichtlich der Entwicklung der Infrastruktur, der Ansiedlung neuer Unternehmen und der Entwicklung von Wohnbauflächen in dem neuen Mittelzentrum.

Und tatsächlich läutete die Verleihung der Stadtrechte eine Phase der rasanten Entwicklung in Barsinghausen ein. Wenige Wochen nach dem Festakt wurde etwa der Grundstein für das Schulzentrum Am Spalterhals für mehr als 2000 Schüler gelegt. Das Schulzentrum hatte landesweiten Modellcharakter. Nach der Fertigstellung zog dort auch das Ganztagsgymnasium (GTG) ein – eine Schulform, die es bis dahin in Niedersachsen noch nicht gegeben hatte.

Ausdruck der neuen Rolle von Barsinghausen als Stadt war auch das architektonisch aufwendige Hallenbad, das im Herbst 1972 eröffnet wurde. Zwei weitere Jahre später, 1974, wurden die umliegenden Gemeinden Hohenbostel, Goltern und Groß Munzel mit insgesamt 15 Ortsteilen in die Stadt Barsinghausen eingemeindet, die seither deutlich mehr als 30.000 Einwohner hat.

Von Andreas Kannegießer

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