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Barsinghausen Wanderführer überprüfen Wegenetz im Deister
Umland Barsinghausen

Barsinghausen: Wanderführer überprüfen Wegenetz im Deister - viele Schilder irreführend oder fehlerhaft

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18:00 29.10.2019
Kneipp-Wanderführer Dieter Ludewig zeigt ein abgefallenes Hinweisschild auf den Ministerstollen. Quelle: Frank Hermann
Barsinghausen

Sechs erfahrene Wanderführer des Kneipp-Vereins Barsinghausen testen seit einigen Monaten das Wegenetz für Ausflügler im Deister. Die Experten notieren akribisch mangelhafte oder fehlende Beschilderungen, marode Ruhebänke oder schlechte Wegeverbindungen. In einer ersten Zwischenbilanz stellen die Prüfer fest: Wenn der Deister für Erholungssuchende ein attraktiveres Ziel werden soll, dann müssen deutliche Verbesserungen an der Infrastruktur her.

Die Wanderführer Günter Höppner (von links), Karl-Heinz Pfennig, Uwe Hormann, Wolfgang Berthel, Kneipp-Vorsitzender Peter Wannemacher, Dieter Ludewig und Heinrich Möbius schauen sich die Grotte am Ministerstollen an. Quelle: Frank Hermann

Im Auftrag der Stadt Barsinghausen steht das Wegenetz auf dem Prüfstand. Wirtschaftsförderer Thomas Müller will die Schwachstellen in Kooperation mit dem Kneipp-Verein ausfindig machen und Mängel beseitigen, damit Ausflügler ihre Deistertouren richtig genießen können. Für diese Bestandsaufnahme gehen und fahren die sechs Kneipp-Experten nahezu Meter für Meter die Waldwege im Barsinghäuser Stadtgebiet zwischen Bantorf im Westen sowie Egestorf im Osten ab.

Nahezu 80 Prozent dokumentiert

Nahezu 80 Prozent des Wegenetzes haben der Kneipp-Vizevorsitzende Karl-Heinz Pfennig und dessen fünf Mitstreiter mittlerweile inspiziert und dokumentiert: Sie notieren Zustand der Wege und Beschilderungen, fertigen Fotos an und hinterlegen die jeweiligen Standorte mit den GPS-Navigationsdaten auf einer Übersichtskarte. Voraussichtlich im Februar 2020 soll die vollständige Bestandsaufnahme vorliegen und an die Stadtverwaltung übergeben werden.

Karl-Heinz Pfennig betrachtet die Hinweistafel mit der Bergwerksgeschichte des Ministerstollens. Quelle: Frank Hermann

Für mehr als die Hälfte aller bislang erfassten Wegweiser und Hinweisschilder haben die Wanderführer konkrete Verbesserungsvorschläge. „Es fehlen zum Beispiel zusätzliche Hinweise auf Ziele, genaue Kilometerangaben oder Erläuterungen zu touristisch interessanten Punkten“, sagt Pfennig. Vielfach seien die Schilder auch kaum lesbar, beschädigt und schlicht nicht vorhanden.

Hinweise auf Wanderziele fehlen

Als Negativbeispiel nennt Pfennig unter anderem die mangelnde Beschilderung an der Gabelung des Berliner Platzes oberhalb des Naturfreundehauses. Dort fehlten Hinweise für ortsunkundige Wanderer auf den Bullerbach- und den Ministerstollen sowie auf den Parkplatz an der Sängereiche. Direkt unter- und oberhalb des Ministerstollens, einem bedeutenden Relikt aus dem Steinkohlebergbau, fehlten ebenfalls Wegweiser oder die Schilder seien zum Teil beschädigt.

Irreführend: Ein altes Schild weist am Sängereiche-Parkplatz auf die Heisterburg hin. Weitere Schilder im Verlauf des Wanderweges fehlen. Quelle: Frank Hermann

Irreführend sei zudem ein altes Metallschild, das kurz hinter dem Sängereiche-Parkplatz auf die Heisterburg hinweist – allerdings ohne genauere Erläuterungen. „Nach diesem Schild folgt im Verlauf der Wegstrecke kein weiterer Hinweis auf die Heisterburg. Die Wanderer stehen dann unterwegs plötzlich ratlos da“, betont Pfennig.

Es solle jedoch nicht der Eindruck erweckt werden, dass alle Wegweiser oder Hinweisschilder fehlerhaft seien. „Sonst würde der Deister als Wandergebiet gar nicht funktionieren“, erläutert der stellvertretende Vereinsvorsitzende.

Außerdem haben die Kneipp-Wanderführer festgestellt: Die Übersichtskarten für das Erholungsgebiet Großer Deister, aufgestellt an etlichen Startpunkten beliebter Wanderwege, entsprechen in vielen Bereichen nicht mehr der Realität. Auf der Karte seien Wege dargestellt, die im Gelände nicht mehr vorhanden, nicht mehr begehbar oder zugewachsen seien.

Rainer Krabbe, Vorsitzender des Tourismusvereins Barsinghausen, kritisiert ebenso wie die Kneipp-Wanderführer die fehlerhaften Übersichtskarten für den Großen Deister. Quelle: Frank Hermann

Diesen Mangel kritisiert auch Rainer Krabbe, Vorsitzender des Tourismusvereins Barsinghausen. Immer wieder komme es zu Beschwerden auswärtiger Wanderer, die sich auf das schlechte Kartenmaterial nicht verlassen können. Und auch viele Einheimische seien oft verunsichert und wüssten nicht, wohin die Wege führten. Darum habe der Tourismusverein in Eigenregie drei aktuelle Übersichtskarten im Stadtgebiet aufgestellt – vor dem ASB-Bahnhof, an der S-Bahnstation in Egestorf sowie neben dem ehemaligen Tourismusbüro an der Osterstraße.

Bänke gehören zur Attraktivität

In den nächsten Wochen setzen die sechs Wanderführer ihre Inspektion auf den Wanderwegen im Barsinghäuser Deister fort. Dabei wollen die Männer auch auf marode und fehlende Sitzbänke achten. „Auch das gehört zu einem attraktiven Wandergebiet“, sagt Karl-Heinz Pfennig.

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Von Frank Hermann

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