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Barsinghausen Wasserwerk: Onlinepetition und SPD-Protestaktion gegen den Kurs des Bürgermeisters
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Barsinghausen: Wasserwerk: Onlinepetition und SPD-Protestaktion gegen den Kurs des Bürgermeisters

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14:52 04.09.2019
Das Grundwasserwerk am nordöstlichen Eckerder Ortsrand ist marode und soll neu gebaut werden. Über wichtige Details des Vorhabens gibt es Streit. Quelle: Andreas Kannegießer
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Barsinghausen

Der Widerstand gegen den Kurs von Bürgermeister Marc Lahmann (CDU) rund um den geplanten Neubau des Grundwasserwerks Eckerde wächst. Die SPD-Ratsfraktion will in den nächsten Tagen mit Informationsständen am Thie und einer Aktion am Eckerder Wasserwerk auf die Situation aufmerksam machen. Die AfD-Ratsfraktion hat für die Sitzung des Rates am 19. September einen Antrag auf geheime Abstimmung zu dem Thema angekündigt. Erklärtes Ziel: Die Mitglieder der CDU-Fraktion sollen so abstimmen, wie es ihrer persönlichen Meinung entspricht, ohne sich – so wie in einer offenen Abstimmung – mutmaßlich loyal gegenüber dem Bürgermeister verhalten zu müssen.

Auch manche Bürger machen mobil gegen das Stadtoberhaupt: Auf der Plattform openPetition im Internet haben die Barsinghäuserinnen Barbara Schmidt und Anja Neumann eine Onlinepetition an den Rat der Stadt gestartet. Unter dem Motto „... bis zum letzten Tropfen ...“ fordert die Petition den Rat auf, während seiner nächsten Sitzung „eine klare Entscheidung für den Neubau des Wasserwerks“ zu fällen. Dabei solle das „durch Experten erstellte und durch den Aufsichtsrat der Stadtwerke empfohlene Gutachten“ berücksichtigt werden. Die dritte zentrale Forderung im Petitionstext: Die künftige Fördermenge im Eckerder Grundwasserwerk solle im Sinne nachhaltiger Wasserförderung begrenzt werden, somit dürfe es keinen Verkauf des Wassers an kommerzielle Anbieter geben.

Absage an kommerzielle Nutzung

Im aktuellen Wasserstreit stellt sich der Bürgermeister gegen das Votum des Aufsichtsrates der Stadtwerke. Während der Aufsichtsrat – wie von Gutachtern empfohlen – für die künftige Aufbereitung des Grundwassers auf das sogenannte Carix-Verfahren setzt, plädiert Lahmann für die bisher schon in Eckerde genutzte Schnellentkarbonisierung. Überdies wünscht sich der Bürgermeister eine enge Kooperation mit dem benachbarten Versorgungsunternehmen Purena. Die gemeinsame Idee von Lahmann und Purena ist, die für das Eckerder Wasserwerk jeweils genehmigten Höchstfördermengen voll auszureizen. Das in Barsinghausen selbst nicht benötigte Wasser könnte dann über neue Verbindungsleitungen in das Nachbarnetz verkauft und etwa zur Versorgung der Stadt Gehrden eingesetzt werden.

In der Erläuterung zu ihrer Onlinepetition verweisen die beiden Initiatorinnen außerdem darauf, dass bei dem vom Aufsichtsrat empfohlenen Carix-Verfahren perspektivisch auch Nitrat aus dem Grundwasser entfernt werden könne – auch wenn die Nitratbelastung in Eckerde derzeit weit unterhalb der Grenzwerte liegt. Eine strikte Absage im Petitionstext gibt es für jegliche „kommerzielle Nutzung“ der Barsinghäuser Wasservorräte: „Dies widerspricht der gebotenen Schonung der natürlichen Ressourcen.“

Infostände und symbolische Aktion

Die Onlinepetition im Internet ist unter dieser Adresse zu finden. Wer die Ziele der Initiatorinnen unterstützt, kann sich auf der Website direkt der Petition anschließen.

Die SPD-Ratsfraktion plant für Donnerstag und Sonnabend dieser Woche Infostände auf dem Barsinghäuser Wochenmarkt – am Donnerstag von 15 bis 17.30 Uhr und am Sonnabend von 10 bis 12.30 Uhr. „Wir wollen die Öffentlichkeit mit der Kampagne aufrütteln“, sagt SPD-Fraktionsvorsitzender Peter Messing. Für Donnerstagabend haben die Sozialdemokraten zusätzlich eine Aktion auf dem vorgesehenen Baugrundstück für das neue Wasserwerk angekündigt. „Wir schlagen schon einmal symbolisch die Pflöcke ein“, sagt Messing. Für die Ratssitzung am 19. September erwartet er den Versuch der Verwaltung, die entscheidende Abstimmung ein weiteres Mal zu vertagen. „Wir müssen jetzt endlich entscheiden“, bekräftigt der SPD-Fraktionssprecher.

Die AfD-Ratsfraktion wirft dem Bürgermeister unterdessen vor, die Umsetzung des Aufsichtsratsbeschlusses „mit immer neuen fadenscheinigen Forderungen“ verzögern zu wollen. Mit dem Grundrecht der Bürger auf Versorgung mit Trinkwasser werde offensichtlich Schindluder getrieben. „Was will man hier erreichen?“, heißt es in einer Stellungnahme der Fraktion.

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Von Andreas Kannegießer

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