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Barsinghausen Neues Wasserwerk: FDP beschwört Gefahren wegen Verzögerung
Umland Barsinghausen Neues Wasserwerk: FDP beschwört Gefahren wegen Verzögerung
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16:59 20.02.2019
Die Aufbereitungsanlagen im Grundwasserwerk Eckerde sind zum großen Teil mehr als 50 Jahre alt. Der geplante Neubau des Werks kommt aber nicht voran. Das sorgte zuletzt immer wieder für Streit. Quelle: Archiv (Kannegießer)
Barsinghausen

Die Barsinghäuser FDP will Druck machen, damit der lange diskutierte Neubau des Grundwasserwerks Eckerde endlich vorankommt. Während einer Informations- und Diskussionsveranstaltung im Stadtwerke-Gebäude haben Vertreter der Partei sowie weitere Besucher vor den Gefahren für die Versorgungssicherheit im Stadtgebiet gewarnt, falls nicht schnell gehandelt werde.

Das Bauprojekt für ein neues Grundwasserwerk in Eckerde kommt seit Jahren nicht richtig voran. Im Jahr 2017 hatten sowohl der Aufsichtsrat wie auch die Gesellschafterversammlung der Barsinghäuser Stadtwerke schon einmal grünes Licht für den Planungsstart gegeben. Später hatte der Aufsichtsrat aber wieder zurückgerudert und weitere Gutachten in Auftrag gegeben, die derzeit noch ausstehen. Die Gutachter sollen Empfehlungen abgeben, welches von drei technischen Wasseraufbereitungsverfahren das sinnvollste sei – und sie sollen beurteilen, ob nicht eine Sanierung im Bestand eventuell doch kosteneffizienter sein könnte als ein kompletter Neubau auf einem Nachbargrundstück. Im Gespräch ist darüber hinaus auch eine vom Versorger Purena ins Spiel gebrachte mögliche Betriebspartnerschaft beim Betrieb des neuen Wasserwerks.

Die Freidemokraten haben insbesondere Bürgermeister Marc Lahmann als Befürworter immer neuer Prüfaufträge ausgemacht. Der hatte allerdings bereits im vergangenen Herbst im Streit mit der SPD argumentiert, dass es noch offene Fragen zu dem Bauprojekt gebe und diese im Interesse aller Verbraucher in Barsinghausen erst gründlich beantwortet werden müssten.

Die FDP findet nun aber, dass dazu längst Zeit genug gewesen wäre. „Jede Verzögerung bedeutet verantwortungsloses Handeln“, sagte der ehemalige Ratsherr Bernhard Klockow und verwies auf die Versorgungsprobleme im Grundwasserwerk im vergangenen heißen Sommer. „Das steckt große Brisanz drin. Wir spielen mit unserer Wasserversorgung“, betonte Klockow. Dass es angesichts der seit Jahren andauernden Diskussion noch immer keine Entscheidung gebe, sei „nur noch peinlich“, sagte der Freidemokrat. „Das muss man doch jemandem um die Ohren hauen können.“

Stadtwerke-Aufsichtsratsmitglied Peter Schulz (AfD) begründete die Zustimmung des Gremiums zu weiteren Prüfaufträgen auch mit möglichen rechtlichen Folgen für jedes einzelne Aufsichtsratsmitglied. „Wir müssen alle Einwände und Behauptungen prüfen lassen, um nicht grob fahrlässig zu handeln“, sagte er. Mit Hinweis auf den vertraulichen Charakter der Aufsichtsratssitzungen wollte sich Schulz aber nicht näher äußern. FDP-Ratsherr Fred Wellhausen forderte, dass das Thema Neubau des Wasserwerks so schnell wie möglich im Rat behandelt werden müsse. „Da geht es transparent zu, im Gegensatz zum Aufsichtsrat“, sagte er. Es gelte, entsprechenden Druck aufzubauen, „damit etwas passiert“.

Aus Sicht der Stadtwerke-Geschäftsführung gibt es zumindest bei der Frage nach Neubau oder Sanierung im Bestand nur eine sinnvolle Antwort. Eine Bestandssanierung sei schwierig, technisch problematisch und eindeutig die schlechtere Lösung, sagte der technische Leiter Torsten Holzhausen. „Da will keiner ran.“

Zuvor hatten während der Veranstaltung der Hydrogeologe Ralf Ronschke und Wassermeister Heiko Bartling die Situation der Barsinghäuser Wasserversorgung umfassend dargestellt. Genug Wasser sei im Grundwasserstrom unter dem Deistervorland vorhanden, betonte Ronschke. Allerdings reichen die Aufbereitungskapazitäten im maroden Eckerder Wasserwerk derzeit nicht aus, um bei extremen Witterungsverhältnissen die Nachfrage zu decken, wie Bartling und auch Stadtwerke-Geschäftsführer Jochen Möller erläuterten. Im vergangenen heißen Sommer habe nur der damals noch ergiebige Zufluss aus den Deisterquellen Versorgungsunterbrechungen verhindert. „Wenn die Quellen nur so viel wie 2017 geliefert hätten, hätten wir einen Notstand von Juli bis Oktober gehabt“, sagte Bartling. Die Stadtwerke hatten sich bereits darauf vorbereitet, einzelne Ortsteile vom Versorgungsnetz zu trennen. „Wir hätten wohl den Versorgungsbereich Stemmer Berg abschiebern müssen“, sagte Möller. Auch dem extremen Einsatz der Mitarbeiter sei es zu verdanken, dass das gerade noch verhindert werden konnte.

Von Andreas Kannegießer

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