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Barsinghausen Windpark: Landschaftsmodell verdeutlicht Dimensionen
Umland Barsinghausen Windpark: Landschaftsmodell verdeutlicht Dimensionen
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00:19 17.11.2018
Modellbauer Klaus Hildebrand (rechts) und BI-Sprecher Tobias Lücke erläutern das maßstabsgetreue Landschaftsmodell mit den fünf geplanten Windkraftanlagen. Quelle: Andreas Kannegießer
Egestorf/Degersen/Redderse

Die Bürgerinitiative (BI) Gegenwind Deistervorland wünscht sich mehr Interesse und Unterstützung für ihr Anliegen aus dem Bereich Gehrden. „Wo ist Gehrden?“, fragte BI-Sprecher Tobias Lücke am Dienstagabend bei einer Informationsveranstaltung im Gasthaus Reinecke in Egestorf. „Wir haben das Gefühl, dass die Problematik dort noch nicht so bewusst ist.“ Aus Sicht der Initiative ist es wichtig, dass auch Unterstützer aus Gehrden und den Ortsteilen der Burgbergstadt ins Boot geholt werden, um die Ziele der BI noch besser zu vertreten. Bisher habe es in Gehrden auf Kontaktversuche keine Resonanz gegeben. „Wir kriegen dort keinen Zugang“, bedauerte Lücke.

Die Bürgerinitiative wendet sich gegen den geplanten Windpark zwischen Egestorf, Degersen und dem Gehrdener Ortsteil Redderse. Hauptargument der BI-Mitglieder ist die gewaltige Höhe der fünf geplanten Windräder von rund 243 Meter. „Es gibt an Land weltweit keine höheren Anlagen“, betonte Lücke in seinem Vortrag. Um die Dimensionen der geplanten Windkraftanlagen zu verdeutlichen, präsentierte die Initiative am Dienstag vor rund 90 Besuchern ein Landschaftsmodell, das die Situation zwischen Egestorf und Degersen darstellt. Der Egestorfer Modellbauer Klaus Hildebrand hat dabei die fünf geplanten Windräder maßstabsgetreu in die Landschaft integriert. Die BI-Sprecher rechneten vor, dass die Rotorspitzen der geplanten Windkraftanlagen die Passhöhe des Nienstedter Passes im Deister um rund 40 Meter überragen würden. Im Vergleich mit dem Gehrdener Berg würden die Windräder sogar 160 Meter höher aus dem Deistervorland emporragen. Das solle auch den Menschen in Gehrden zu denken geben, hieß es. „Wir müssen wach und aktiv bleiben, damit uns das nicht passiert“, appellierte Lücke an die Zuhörer. Als weitere maßstabsgerechte Elemente hat Hildebrand in seine Landschaft Modelle der Marktkirche in Hannover (Turmhöhe 97 Meter), der vorhandenen Windräder bei Leveste (100 Meter Höhe) und auch des hannoverschen Fernsehturmes (140 Meter hoch) integriert. Die Besucher waren sich einig: Alle diese Bauwerke wirken im Verhältnis zu den Windrädern geradezu zierlich.

Die Bürgerinitiative nutzte die Veranstaltung auch, um eine Zwischenbilanz der bisherigen Arbeit seit der Gründung am 8. März zu ziehen. „Wir haben seitdem viel erreicht“, sagte Lücke und verwies auf die Präsenz der BI bei Rats-, Ortsrats- und Informationsveranstaltungen, im Internet und in den sozialen Medien. Das transportable Landschaftsmodell möchte die BI künftig auch in Sitzungen der politischen Gremien präsentieren, um die gewählten Vertreter für ihre Sache zu überzeugen. Lücke betonte in seinem Vortrag noch einmal, dass sich die Bürgerinitiative keineswegs gegen die Windkraftnutzung allgemein wende, sondern nur gegen die gewaltigen Dimensionen des Projekts im Deistervorland. „Uns ist wichtig, nicht emotional in die Diskussion zu gehen, sondern mit fundierten Argumenten“, sagte Lücke.

Die Bürgerinitiative streitet – unter anderem in einer an den Landtag gerichteten Petition – auch für eine Änderung der geltenden Abstandsregelung für Windkraftanlagen von der Wohnbebauung. „Wir wollen eine variable Regelung, die abhängig ist von der Höhe der Windräder“, bekräftigte Lücke. In Niedersachsen gilt gemäß Windenergieerlass derzeit ein Mindestabstand von 400 Meter zur Wohnbebauung, in Bayern dagegen bemisst sich der Mindestabstand nach der zehnfachen Anlagenhöhe.

Wind-Vorranggebiete: Stadt plant Workshops für Bürger

Die Barsinghäuser Stadtverwaltung arbeitet nach den Worten von Fachdienstleiter Florian Jürgens derzeit intensiv an einem Flächennutzungsplan für die Windenergienutzung im Stadtgebiet. Mit diesem Plan möchte die Kommune gerüstet sein für den Fall, dass ihre Klage gegen das Regionale Raumordnungsprogramm (RROP) Erfolg hat. Ohne Flächennutzungsplan hätte die Stadt dann keine Instrumente gegen einen möglichen Wildwuchs von Windrädern. Jede Kommune sei aber verpflichtet, der Windkraft „substanziellen Raum einzuräumen“, erläuterte Jürgens. Mit Hilfe eines Planungsbüros ist die Stadt derzeit dabei, die Kriterien für mögliche Windvorranggebiete festzulegen. „Wir haben derzeit noch keine konkreten Flächen im Blick“, versicherte Jürgens. Die Stadtverwaltung werde zu diesem Thema im nächsten Jahr mindestens zwei große öffentliche Veranstaltungen ausrichten, einen ersten Workshop solle es im Februar geben. Dann werde es um mindestens zehn Ortsteile gehen, die betroffen sein könnten, sagte der Fachdienstleiter. „Wir wollen bei der Planung alle Bürger mitnehmen.“

Rund 90 Besucher nehmen an der Informationsveranstaltung der Bürgerinitiative im Gasthaus Reinecke teil Quelle: Andreas Kannegießer

Von Andreas Kannegießer

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