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Barsinghausen Volles (Bücher-)Haus beim zweiten Literaturgottesdienst
Umland Barsinghausen

Barsinghausen:Zweiter Literaturgottesdienst beschert volles (Bücher-)Haus

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17:31 12.08.2019
Das Format kommt an: Wieder sehr gut besucht ist die zweite Auflage des Literaturgottesdienstes der Kirchengemeinden in der Kirchenregion Barsinghausen. Quelle: Maike del Rio
Barsinghausen

Inmitten von Thrillern, Kinderbüchern und Sachliteratur haben zahlreiche Besucher aus den Kirchengemeinden der Region Barsinghausen am Sonntag einen Literaturgottesdienst im Bücherhaus am Thie gefeiert.

Bereits zum zweiten Mal hatten die Kirchengemeinden in der Kirchenregion Barsinghausen die Sommerferienzeit zum Anlass genommen, einen gemeinsamen Gottesdienst zu gestalten. Nach der positiven Resonanz im Vorjahr entschlossen sich die Veranstalter Karin Dörner vom Bücherhaus am Thie, Pastorin Kristin Köhler von der Petrusgemeinde sowie Pastor Jürgen Holly und Vikarin Mira Neckel von der Mariengemeinde „künftig einmal im Jahr einen solchen Literaturgottesdienst zu feiern.“

Pastorin Kristin Köhler (von links), Vikarin Mira Neckel und Pastor Jürgen Holly verabschieden die mehr 150 Gottesdienstbesucher, die sich am Sonntag im Bücherhaus am Thie eingefunden hatten. Quelle: Maike del Rio

Das Thema am Sonntag im Bücherhaus am Thie lautete: „Was bedeutet Heimat? Wo ist meine Heimat? Habe ich eine?“ Die drei Kirchenfrauen und -männer nutzen das ungewöhnliche Format eines gemeinsamen Literaturgottesdienstes, um vor den mehr als 150 Gästen miteinander in einen Dialog zu treten.

Gottesdienst im Dialog

Anders als beim sonst üblichen kirchlichen Monolog fragten sie sich gegenseitig: „Was ist Heimat für dich?“ Die Antworten waren sehr persönlich, und doch fand sich sicher der ein oder andere darin wieder, denn schnell ging es um Kindheitserinnerungen, Bilder und Gerüche. Pastor Holly sagte, dass es für ihn „Heimat“ nur im Plural gebe und zitierte den lateinischen Vers: „Ubi bene, ibi patria“, den er auch gleich übersetzte: „Wo ich mich wohl fühle, da ist mein Vaterland.“

„Altes Land“ von Dörte Hansen wird thematisiert

Immer wieder stellten die Pastoren in ihren Zwiegesprächen und in der Predigt den Bezug zu Dörte Hansens Bestseller „Altes Land“ her, das von Karin Dörner als Thema ausgesucht worden war. Dörner las mehrere Passagen daraus vor. Die teilweise sehr pointierten und bildhaften Schilderungen Hansens wurden durch Dörners Lesekunst sowie von den beiden Musikern der Gruppe Taschengrammophon veredelt.

Beim zweiten Literaturgottesdienst im Bücherhaus am Thie werden die Stühle knapp. Quelle: Maike del Rio

Hansen erzählt in ihrem 2015 erschienen Roman die Geschichte der kleinen Vera, die 1945 aus Ostpreußen mit ihrer Mutter auf einen Hof im Alten Land flieht. Doch sie fühlt sich dort fremd, bis sechzig Jahre später die Nichte Anne mit ihrem kleinen Sohn aus Hamburg vor der Tür steht. Mit ihnen wächst sie zu einer Art kleinen Familie zusammen.

Buch handelt Dorfleben und zugezogenen Städtern

Die teilweise verstörenden Schilderungen Hansens von Krieg und Flucht wurden musikalisch von der Musik des Duos unterbrochen. Die Musikauswahl fügte sich ebenso wie die Lesung, die Predigt und die gemeinsam gesungenen Lieder zu einer rundum gelungenen Veranstaltung zusammen. Der Flötist Gerald Pursche, der auch Leiter der Jugendband der Mariengemeinde ist, spielte gemeinsam mit Bajan-Virtuose Miroslav Grahovac Kirchenlieder zum Mitsingen, darunter „Kein schöner Land“. (Das Bajan ist die osteuropäische Form des Knopfakkordeons.)

Musikalisch wird der Gottesdienst von einem Duo der Berufsmusikergruppe Taschengrammophon aus Hannover begleitet. Quelle: Maike del Rio

Hinzu kamen eingeschobene Instrumentalstücke, wobei die Soloimprovisation Grahovacs aus Weisen seiner Heimatregion, dem Balkan, sehr gut die gesamte Stimmung des Literaturgottesdienstes widerspiegelte: Beklemmende Szenen der Flucht trafen auf ausgelassene Stimmung, pointierte Sprache auf lustige Situationen.

Denn in dem Buch von Dörte Hansen bildet der Gegensatz von Stadt und Land ein zweites großes Thema. Diese Passagen boten häufig Anlass zu Gelächter, welches genauso wie der Applaus am Ende der Veranstaltung nach dem wiederum sehr schönen Ungarischen Tanz Nr. 5 ebenso ungewöhnlich wie sommerlich erfrischend für eine sonntägliche Kirchenveranstaltung war.

Von Maike del Rio

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