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Barsinghausen Corona: So arbeitet der Krisenstab der Stadt
Umland Barsinghausen

Corona in Barsinghausen: So arbeitet der Krisenstab der Stadt 

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15:24 19.03.2020
Jeden Tag kommt der Krisenstab der Stadt Barsinghausen zusammen. Ein Teil der Mitglieder arbeitet vom Rathaus aus, der Rest im Homeoffice. Damit soll sichergestellt werden, dass der Krisenstab arbeitsfähig bleibt. Quelle: Frank Hermann
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Barsinghausen

Die Barsinghäuser Stadtverwaltung hat angesichts der sich rasch ändernden Lage rund um die Corona-Epidemie einen Krisenstab gebildet. Dieser trifft sich seit Kurzem täglich, um zu besprechen, wie die Verwaltung auf die aktuelle Lage reagieren wird.

Wer sitzt im Krisenstab?

Dem Krisenstab der Stadt gehören außer seinem Leiter, Bürgermeister Marc Lahmann, außerdem der Erste Stadtrat Thomas Wolf, der Verwaltungsvorstand Bau Alexander Wollny, der Stabsleiter Stefan Müller, der Hauptamtsleiter Heiko Kramer, die Personalamtsleiterin Anke Schwark sowie zwei Mitarbeiter des Gremien- und Presseamtes an.

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Darüber hinaus werden zu speziellen Themen und Fragestellungen weitere Amtsleiter hinzugezogen – etwa wenn es um die Einrichtung von Notbetreuungsgruppen oder der Organisation der Abläufe im Bürgeramt geht.„Zudem werden regelmäßig auch Vertreter anderer Behörden wie der Polizei, der Feuerwehr oder der Stadtwerke zu den Sitzungen eingeladen, um ein möglichst umfassendes Bild der aktuellen Lage zu erhalten“, erklärt Lahmann.

Wie arbeitet der Krisenstab?

Um die Funktionsfähigkeit des Krisenstabes sicherzustellen, sind einige Mitarbeiter ins Homeoffice gegangen. „Wir wollen damit verhindern, dass im schlimmsten Fall alle Mitglieder des Krisenstabes an Corona erkranken oder aufgrund des Kontaktes zu einem Corona-Kranken in Quarantäne gestellt werden“, sagt der Bürgermeister. In dieser Woche arbeite er von zu Hause aus und nehme über eine Telefonschaltung an den morgendlichen Sitzungen des Gremiums teil. „In der nächsten Woche wird dann mein Stellvertreter ins Homeoffice wechseln und ich werde im Rathaus arbeiten“, sagt Lahmann.

Was macht der Krisenstab?

Der Krisenstab trifft grundsätzliche Entscheidungen und sammelt aktuelle Informationen, bündelt diese, wertet sie aus und leitet sie an die entsprechenden Ämter, andere Behörden sowie die Bevölkerung weiter.

Wie oft trifft sich der Krisenstab?

Die Gruppe trifft sich täglich. „Bei Bedarf tritt der Krisenstab auch mehrfach am Tag zusammen, damit die Aufgaben so effizient und effektiv wie möglich erledigt werden können“, erläutert der Bürgermeister.

Wie oft informiert der Krisenstab?

Der Krisenstab der Stadt Barsinghausen veröffentlicht täglich am Nachmittag eine umfassende Presseerklärung. Darin werden die wichtigsten Entscheidungen zusammengefasst, aber auch immer wieder Hinweise zur Minimierung des Ansteckungsrisikos gegeben und Experten als Ansprechpartner für spezielle Fragen rund um das Thema Corona genannt.

Wie wird ein Zusammenbruch der Verwaltung verhindert?

„Wir haben nicht nur für den Krisenstab eine Regelung der alternierenden Anwesenheit in Gang gesetzt, auch andere Verwaltungsbereiche sind nur noch mit reduziertem Personal im Rathaus präsent und andere Mitarbeiter arbeiten aus dem Homeoffice“, sagt Lahmann. „Dadurch wollen wir verhindern, dass selbst im schlimmsten Fall diejenigen Bereiche, die für die öffentliche Ordnung und das Funktionieren der Gesellschaft unerlässlich sind, nicht zusammenbrechen. Dazu gehören beispielsweise die Stadtkasse, das Ordnungsamt, das Bürgerbüro, das Standesamt, die Friedhofsverwaltung und der EDV-Bereich der Stadtverwaltung“, sagt der Leiter des Krisenstabs.

Dadurch, dass zahlreiche Mitarbeiter im Homeoffice arbeiten und nicht in den Rathäusern sitzen, könne es dazu kommen, dass Anträge und Anliegen nicht so schnell wie sonst bearbeitet werden, kündigt Lahmann an. „Ich kann daher nur um Verständnis werben, dass in diesen Zeiten nicht alles so wie gewohnt läuft. Die Mitarbeiter leisten derzeit Außerordentliches, da sie zusätzlich zu den Routineaufgaben auch noch eine Situation meistern müssen, die für uns alle unbekannt ist und die jeden Tag neue Herausforderungen für die Kolleginnen und Kollegen bereithält“, erläutert Lahmann und bittet deshalb die Bevölkerung um Nachsicht.

Wie reagieren die Menschen auf Verzögerungen?

Einige Anrufer haben laut Lahmann die Mitarbeiter der Verwaltung am Telefon beleidigt und sind ausfallend geworden. Das könne er angesichts der Ausnahmesituation nicht nachvollziehen. „Dafür gibt es aus meiner Sicht keinen Entschuldigungsgrund. Die Telefone stehen teilweise über Stunden nicht still, die Kollegen arbeiten auch in den Abendstunden und sogar am Wochenende, um für die Bürgerinnen und Bürger die Einschnitte dieser Krise so gering wie möglich zu halten.“

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Von Lisa Malecha

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