Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Barsinghausen Historisches Colloquium: Flakhelfer mussten Kriegsfolgen allein bewältigen
Umland Barsinghausen Historisches Colloquium: Flakhelfer mussten Kriegsfolgen allein bewältigen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:51 25.02.2019
Jugendliche mussten in den letzten Jahren des Zweiten Weltkrieges Dienst an den Flugabwehrstellungen der Luftwaffe leisten. Quelle: Archiv
Barsinghausen

Sie bekamen keinen Füller, kein Matheheft, keinen Zirkel. Dafür aber Gasmaske, Spaten und die Freigabe, feindliche Flugzeuge im Ernstfall vom Himmel zu schießen. Aleida Assmann, Professorin für englische und allgemeine Literaturwissenschaft und Gewinnerin des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels, hat 2013 einen Film über die sogenannte Flakhelfer-Generation gedreht.

Prof. Aleida Assmann diskutiert im Historischen Colloquium über ihren Dokumentarfilm über die Flakhelfer-Generation. Quelle: Tobias Welz

Der Film „Anfang aus dem Ende“ ist jetzt im Volkshochschulgebäude am Langenäcker gezeigt worden. Er handelt von der sogenannten „Flakhelfergenration“, also größtenteils den zwischen 1926 und 1928 geborenen Jungen, die Hilter gegen Ende des Zweiten Weltkriegs rekrutieren ließ. Die Jugendlichen sollten die Flugabwehr-Soldaten ersetzen, die an der Front dringend gebraucht wurden.

Rund drei Dutzend Gäste folgten der Einladung des Historischen Colloquiums, schauten sich gemeinsam einen Teil des 85 Minuten langen Dokumentarfilms an und diskutierten anschließend mit Assmann über Erfahrungen beim Dreh, die Glaubwürdigkeit von Zeitzeugen und persönliche Erfahrungen der anwesenden Gäste.

Von Heimburg schildert Erinnerungen

Besonderes Interesse riefen die Wortmeldungen von Anno von Heimburg hervor. Der 1926 geborene, aus Eckerde stammende Senior schilderte eindrucksvoll seine Erinnerungen an die Spätphase des Zweiten Weltkrieges: „Viel gelernt haben wir nicht, aber wir waren stolz darauf, Soldaten ersetzen zu dürfen.“ Nach seinen Worten war der 93-Jährige wenige Kilometer westlich von Berlin als Helfer an einer 8,8-cm-Flak-Batterie im Einsatz gewesen. Kurz vor Kriegsende desertierte von Heimburg, kam schließlich in ein Gefangenenlager und erkrankte dort an Hepatitis.

Laut Aleida Assmann folgten auf das Ende des Krieges „vier Jahrzehnte des Schweigens“, in denen wenig bis gar nicht über die zum Teil traumatischen Erlebnisse der Flakhelfer gesprochen worden sei. Ärzte oder Therapeuten hätten sich „nicht gekümmert“, so Assmann. „Man hatte dafür einfach keine Sprache.“ Die Diagnose Posttraumatische Belastungsstörung fand erst 1980 Eingang in die Diagnose- und Statistik-Anleitung psychischer Erkrankungen.

Professor Hans-Heinrich Nolte, Leiter des Historischen Colloquiums, und Assmann bedankten sich für die rege Beteiligung an der Veranstaltung. Das nächste Treffen der Gruppe findet am Mittwoch, 6. März, ab 16 Uhr statt. Dann spricht Bernhard Klinghammer über den Weltmacht-Anspruch von China und den USA. Wie immer ist die Teilnahme kostenlos.

Alles Wichtige aus Barsinghausen direkt per WhatsApp aufs Handy: Melden Sie sich jetzt kostenlos an

Sie wollen immer über das Wichtigste in Barsinghausen informiert werden? Oder haben Sie eine Frage? Dann fragen Sie Lisa! HAZ-Redakteurin Lisa Malecha kümmert sich und versorgt Sie so schnell es geht mit einer Antwort – direkt per WhatsApp auf ihr Handy. Öffnen Sie dazu ganz einfach diesen Link auf Ihrem Smartphone:

„Frag Lisa!“ Hier tippen und beim kostenlosen WhatsApp-Newsletter mitmachen.

Wer ist Lisa?

„Frag Lisa!“ ist der neue Service der HAZ für alle Menschen in Barsinghausen. Lisa Malecha ist HAZ-Reporterin in Barsinghausen, arbeitet täglich vor Ort und kennt sich in allen aktuellen Themen aus – und steht ab sofort in noch besserem Austausch mit allen Bewohnern der Stadt. Oder schicken Sie Lisa doch einfach eine Mail an lisa.malecha@haz.de

Von Tobias Welz

Auf der Autobahn 2 zwischen Bad Nenndorf und Wunstorf-Kolenfeld ist ein Mensch bei einem schweren Unfall in seinem Fahrzeug eingeklemmt worden. Nach ersten Informationen war ein VW Crafter ins Heck eines Lastwagens geprallt und fing Feuer.

25.02.2019

Noch bis Juni ist die Hauptstraße in Großgoltern wegen Bauarbeiten gesperrt. Die Straße wird in vier Abschnitten saniert. Der Busverkehr läuft regulär weiter.

25.02.2019

Mit einer geballten Ladung Speedrock im Gepäck kommt die Band Schrei! nach Barsinghausen und gibt ein Konzert am Sonnabend, 2. März, im ASB-Bahnhof. Beginn ist um 20.15 Uhr.

11.03.2019