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Barsinghausen Alte Schule am Bultfeld soll zum inklusiven Treffpunkt werden
Umland Barsinghausen Alte Schule am Bultfeld soll zum inklusiven Treffpunkt werden
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00:22 24.02.2019
Die Alte Schule in Holtensen ist von dem berühmten Architekten Conrad Wilhelm Hase gebaut worden. Die Stadt will das marode Baudenkmal gemeinsam mit der Lebenshilfe und einem Unterstützerverein sanieren. Quelle: Andreas Kannegießer
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Holtensen

Nach Jahren der Ungewissheit gibt es jetzt eine Perspektive für eines der bedeutendsten Baudenkmale in den nördlichen Barsinghäuser Ortsteilen: Die Stadt Barsinghausen wird sich für den Erhalt der Alten Schule in Holtensen einsetzen. Laut Ratsbeschluss – der von der CDU vorgeschlagen worden war – soll die Stadt den Ankauf von Grundstück und Gebäude prüfen. Vorgesehen ist dann, das Anwesen mit hohen Zuschüssen aus Förderprogrammen des Landes für eine neue Nutzung herzurichten. Für das Projekt sind vorsorglich bis zu 685.000 Euro in den städtischen Etats für 2019 und 2020 eingeplant. Ein Nutzungskonzept für das Gebäude existiert bereits: Den Plänen zufolge könnte die Alte Schule als Zentrum für inklusive Projekte und Begegnungen genutzt werden.

Die alte Holtenser Dorfschule am Bultfeld hat einen überaus prominenten Architekten: Die Pläne für das 1871 errichtete Schulgebäude stammen von Conrad Wilhelm Hase, der mit seiner „Architektur der Hannoverschen Schule“ im neugotischen Stil bekannt wurde. Von Hase stammen unter anderem die Entwürfe für das Alte Rathaus und die Christuskirche in Hannover sowie das Schloss Marienburg bei Nordstemmen.

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Das Holtenser Schulgebäude war bis 1955 als Schule genutzt und danach etliche Jahrzehnte bewohnt worden. Seit etwa 15 Jahren steht das Gebäude leer und befindet sich inzwischen in einem überaus maroden Zustand. Der jetzige Eigentümer wollte das Backsteingebäude abreißen. Ein entsprechender Antrag ist von der Denkmalbehörde allerdings abgelehnt worden. Nach Einschätzung der Stadt ist der Besitzer bereit, das Anwesen mit rund 900 Quadratmetern Grundstück zu günstigen Bedingungen zu verkaufen. Einen wirtschaftlichen Wert hat die Alte Schule im jetzigen Zustand nicht, statt dessen dürfte sich der Kaufpreis nach dem aktuellen Bodenrichtwert abzüglich der fiktiven Abbruchkosten berechnen lassen.

Bereits seit rund neun Jahren existiert ein Freundeskreis Alte Dorfschule als eingetragener Verein, der die Alte Schule kaufen wollte, beim letzten Eigentümerwechsel im Jahr 2012 aber nicht zum Zuge kam. Gemeinsam mit der Holtenser Lebenshilfe hat der Freundeskreis schon Vorschläge für die künftige Nutzung entwickelt. Sofern das sanierte Schulgebäude zum Zentrum für inklusive Projekte wird, sollen sich darin Menschen mit und ohne Behinderungen treffen können. Im Dachgeschoss könnten Gästezimmer entstehen, die von der Lebenshilfe und anderen Gruppen genutzt werden können.

Zur Finanzierung der Grundsanierung setzt die Stadt auf das Dorferneuerungsprogramm für Barrigsen, Holtensen und Ostermunzel, das nach Absprache mit dem Amt für Landentwicklung wohl um zwei Jahre bis 2021 verlängert werden kann. Öffentliche Bauprojekte für soziale und gemeinschaftliche Einrichtungen können laut Stadtverwaltung aus dem Programm mit bis zu 500.000 Euro gefördert werden. Die Förderquote für Kommunen liegt aktuell bei 73 Prozent, sodass die Stadt etwa 185.000 Euro selbst aufbringen müsste. Der Eigenanteil könnte gegebenenfalls noch verringert werden, falls weitere Zuwendungen aus anderen Quellen wie etwa dem Programm zur Entwicklung des ländlichen Raums (ILE) oder von Stiftungen eingeworben werden können. Laut Konzept würde die Stadt nach der Sanierung zudem Mieteinnahmen von den künftigen Nutzern der Alten Schule auf der Habenseite verbuchen können.

Gemäß Ratsbeschluss soll die Verwaltung nun als erstes Gespräche mit dem Eigentümer der Alten Schule über den Kauf des Anwesens führen und die tatsächlichen Fördermöglichkeiten für das Vorhaben ausloten. Auf dieser Basis soll es später eine weitere Beschlussvorlage für den Rat geben, der dann endgültig über die Realisierung entscheiden wird. Viel Zeit bleibt nicht: Auch wenn das Dorferneuerungsprogramm um zwei Jahre verlängert wird, muss die Gebäudesanierung bis Ende 2021 abgeschlossen sein. Bevor Zuschüsse bewilligt werden können, muss die Stadt aber auch eine Bedarfsanalyse für das Zentrum für inklusive Projekte vorlegen.

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Von Andreas Kannegießer