Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Barsinghausen Gesperrter Klassenraum bereitet Grundschule in Kirchdorf große Probleme
Umland Barsinghausen

Kirchdorf: Gesperrter Klassenraum bereitet Grundschule große Probleme

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:52 22.11.2019
Die Klasse 1B der Astrid-Lindgren-Schule wird derzeit in der Aula unterrichtet, die auch als Mensa und Musikraum benötigt wird. Quelle: Andreas Kannegießer
Kirchdorf

In der Kirchdorfer Astrid-Lindgren-Grundschule läuft der Betrieb seit den Sommerferien mit Hindernissen. Grund ist die im Sommer von der Stadtverwaltung verfügte Sperrung des Klassenraumes der Klasse 1b für den Unterrichtsbetrieb. Seitdem müssen die Erstklässler behelfsmäßig in der Aula unterrichtet werden. Dabei gibt es Probleme, weil dieser Mehrzweckraum gleichzeitig auch weiterhin als Mensa für die Schüler genutzt werden muss. Eltern und Kollegium beklagen den schleppenden Informationsfluss vonseiten der Verwaltung über den Stand der Dinge bei der notwendigen Sanierung des Klassenraumes. Immerhin zeichnet sich nun eine Lösung binnen der nächsten drei Wochen ab.

Schulbetrieb ist sehr erschwert

Bereits seit Anfang vergangenen Jahres hatte es immer wieder Beschwerden über eine reinigungsmittelartige Geruchsbelästigung in dem betroffenen Klassenraum im Erdgeschoss des Altbaus der Kirchdorfer Schule gegeben. Der offenbar aus dem Boden dringende Geruch ließ nicht nach, sodass die städtische Gebäudewirtschaft während der Sommerferien in diesem Jahr eine Raumluftmessung veranlasste. Das TÜV-Gutachten ergab, dass in der Raumluft ein „erhöhter Wert“ der Chemikalie Ethylenglycolmonobutylether nachweisbar war – eines Stoffs, der Bestandteil vieler Wasch- und Reinigungsmittel ist. Die Verwaltung forderte die Kirchdorfer Schulleitung daraufhin einen Tag vor Schulbeginn per Fax auf, den Klassenraum vorsorglich einstweilen nicht zu nutzen.

Seither muss die Grundschule improvisieren. Der Unterrichtsbetrieb der 1B ist nach den Worten von Schulleiter Erik Dederding sehr erschwert – unter anderem, weil das Mobiliar in dem Mehrzweckraum laufend umgestellt werden muss, weil es ständig nach Essen riecht und die Erstklässler in dem großen Raum mit freiem Blick auf den Schulhof dauernd abgelenkt sind. Auch die anderen Schüler sind betroffen, weil der standardmäßige Musikunterricht in der Aula – normalerweise 16 Stunden wöchentlich –derzeit nicht möglich ist.

Probleme bei Mangelbeseitigung

Für die Stadtverwaltung erwies sich die Sanierung des Klassenraumes der 1B als längst nicht so schnell umsetzbar wie offenbar zunächst angenommen. Eine Beseitigung der Bodenversiegelung führte nicht zum erhofften Erfolg. Die von allen Seiten erhoffte und von der Stadt angekündigte Behebung der Mängel während der Herbstferien konnte nicht eingehalten werden. Inzwischen ist auch der Estrich in dem Raum entfernt worden, sodass nun der gesamte Boden neu aufgebaut werden muss. Schulleiter Dederding vermutet, dass Reinigungsmittel unter die Holzsockelleisten an den Wänden des Klassenraumes gelaufen und dort in die tieferen Schichten eingedrungen war.

Die Verzögerungen hatten auch die Eltern der Schule auf den Plan gerufen, die sich – wie auch die Schulleitung – mit dem Appell nach mehr Tempo an die Stadtverwaltung und die Ratsfraktionen gewandt haben. Die Verantwortlichen der Stadtverwaltung verwiesen mehrfach darauf, dass die Behörde von Handwerksfirmen abhängig sei und unter Hochdruck an einer Problemlösung arbeite.

Im Klassenraum der 1B ist der Boden wegen der Geruchsbelästigung entfernt worden, der Estrich muss ganz neu aufgebaut werden. Quelle: Andreas Kannegießer

Schulleiter beklagt mangelnde Transparenz

Dederding kritisiert allerdings die „schlechte Kommunikation“ der Gebäudewirtschaft und mangelnde Transparenz. Er müsse sich immer wieder den Eltern oder dem Kollegium gegenüber rechtfertigen, berichtet er, erhalte aber längst nicht alle Informationen über den Stand der Dinge. In dieser Woche hat das Kollegium eine Konsequenz aus der anhaltenden Ungewissheit gezogen und das beliebte Weihnachtsbacken der Schule per Elternbrief für dieses Jahr abgesagt.

Nach den Worten des Ersten Stadtrates Thomas Wolf ist eines der Hauptprobleme, dass sich die Ursache der Geruchsbelästigung nicht so einfach ermitteln ließ. „Ich kann den Unmut der Eltern sehr gut verstehen“, sagte Wolf am Freitag. „Die Situation ist unbefriedigend.“ Immerhin kann die Verwaltung nun mit einer guten Nachricht aufwarten: Ein Unternehmen sei gefunden, das den neuen Boden herstellen werde. „Am Montag beginnen die Arbeiten“, kündigte Wolf an. Auch wegen der notwendigen Trockenzeiten des neuen Estrichs werden die Arbeiten aber rund drei Wochen dauern. „Wir gehen davon aus, dass der Klassenraum ab dem 16. Dezember wieder zur Verfügung stehen wird“, sagte der Erste Stadtrat.

In der Kirchdorfer Astrid-Lindgren-Schule hat die Sperrung eines Klassenraumes zu erheblichen Problemen geführt. Quelle: Andreas Kannegießer

Lesen Sie auch

Von Andreas Kannegießer

Vögel helfen der Forstinteressentenschaft Barsinghausen-Altenhof auf ganz natürliche Weise bei der Schädlingsbekämpfung. Die Mitglieder der Genossenschaft versuchen, deren Lebensbedingungen nach Kräften zu verbessern.

22.11.2019

Immer weniger Geschäftsleute aus der Innenstadt unterstützen mit Spenden das Weihnachtsdorf auf dem Thie. Vielfach erhält der private Trägerverein von der IG nicht einmal eine Reaktion auf die Bitte um Unterstützung. Die Stadt Barsinghausen übernimmt ab sofort die Hälfte der jährlichen Stromkosten.

22.11.2019

Die Hannoversche Volksbank hat in einer Feierstunde neun Mitglieder aus Barsinghausen geehrt, die bereits seit 50 Jahren zum Kreis der Anteilseigner des genossenschaftlichen Geldinstituts gehören.

22.11.2019