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Nachrichten Lärm am Rottkampweg: Anwohner fordern Lösung
Umland Barsinghausen Nachrichten Lärm am Rottkampweg: Anwohner fordern Lösung
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14:15 08.12.2017
Die Nachbarn der Unterkunft am Rottkampweg fühlen sich belästigt.
Die Nachbarn der Unterkunft am Rottkampweg fühlen sich belästigt. Quelle: Archiv (Kannegießer)
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Egestorf

 „Trotz der Gespräche ist immer noch nichts passiert“, sagt Markus Sandmann, Anwohner des Rottkampwegs. Er und viele weitere Bewohner fühlen sich von der Stadt nicht ernst genommen, sagt Sandmann. Denn auch nach dem dritten Treffen mit der Verwaltung, so beklagt er, habe sich an der Situation für die Anwohner nichts geändert. Noch immer fühlen sich viele Nachbarn der Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge von einer großen Lärmkulisse und von nächtlichen Lichtemissionen beeinträchtigt. „Natürlich spielen die Kinder nicht lauter als anderswo, allerdings sind die Spielgeräte so aufgestellt, dass der Schall für einen unerträglichen Lärm sorgt“, sagt Sandmann. Er gebe keinesfalls den Kindern die Schuld – die Stadt hätte dort einfach falsch gebaut. „Trotzdem muss der Lärm weg“, fordert er. 

Den Vorwurf, die Stadt nehme die Anwohner nicht ernst, weist der Erste Stadtrat Thomas Wolf zurück. Gerade weil man die Situation verbessern will, würde die Verwaltung die Treffen ja initiieren, betont er. Wolf gibt allerdings zu, dass die großen Probleme, nämlich Lärm und Licht, noch nicht gelöst werden konnten. Allerdings habe die Stadt schon Maßnahmen eingeleitet, um die Situation für die Anwohner zu entspannen. „Unter anderem haben wir die Sozialarbeiter bereits nach dem letzten Treffen gebeten, auf die Einwohner einzuwirken ihr Verhalten zu verändern“, sagt Wolf. Unter anderem sollen die Kinder gebeten werden, hinter dem Gebäude zu spielen und nicht davor. „Allerdings sorgt die Gestaltung des Geländes für eine Trichterwirkung.“ Der Lärm würde in Richtung Nachbarn gelenkt, die sich dann natürlich belästigt fühlen. Am Bau an sich lasse sich allerdings nichts mehr ändern. Daher soll gemeinsam mit der Region, der das Gebäude gehört, nach weiteren Lösungen gesucht werden. „Denkbar wäre eine Bepflanzung als Schallschutz“, sagt Wolf.

Auch was die Beleuchtung der Anlage betrifft, soll sich bald etwas tun. „Eine gewisse Beleuchtung ist notwendig, damit der Sicherheitsdienst seine Aufgabe erfüllen kann“, sagt Wolf. „Aber so wie die Lampen derzeit in die Wohnzimmer der Anlieger leuchten, ist die Situation natürlich nicht schön.“ Die Verwaltung habe bereits veranlasst, dass per Zeitschaltuhr einige Lampen ab 22 Uhr aus gehen. „Nun werden wir noch schauen, wie wir durch eine Veränderung der Leuchtmittel die Luxzahl runterschrauben können.“ Außerdem werde gemeinsam mit der Region geprüft, ob Leuchtschirme an den Lampen angebracht werden können, sodass sie nur noch in Richtung Unterkunft und nicht mehr in Richtung Straße leuchten. 

Ein weiterer Kritikpunkt der Anwohner ist, dass viele der Flüchtlinge mit ihren Fahrrädern für gefährliche Situationen auf dem Gehweg sorgen. „Einmal habe ich schon ein Rad in den Rücken bekommen, ein anderes Mal konnte ich meinen zweijährigen Sohn gerade noch wegziehen, sodass er nicht umgefahren wurde“, sagt Sandmann. Damit das sich ändert, hat die Stadt bereits Verkehrserziehungsmaßnahmen organisiert, weitere Angebote sollen folgen, sagt Wolf. 

Ein weiteres Treffen mit den Anwohnern solle zeitnah organisiert werden, sagt Wolf und betont, dass die Verwaltung die Sorgen sehr wohl ernst nehme. „Wir wollen die Situation verbessern“, sagt er. 

Von Lisa Malecha