Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten Wohnungsbau: Boom bei Mehrfamilienhäusern
Umland Barsinghausen Nachrichten Wohnungsbau: Boom bei Mehrfamilienhäusern
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:57 09.01.2018
Moderne Wohnungen sind in Barsinghausen stark nachgefragt. Das Bauprojekt der Stadtsparkasse an der Kaltenbornstraße ist demnächst bezugsfertig.
Moderne Wohnungen sind in Barsinghausen stark nachgefragt. Das Bauprojekt der Stadtsparkasse an der Kaltenbornstraße ist demnächst bezugsfertig. Quelle: Andreas Kannegießer
Anzeige
Barsinghausen

 Der Neubau von Wohnungen in Barsinghausen boomt. Die städtische Baugenehmigungsbehörde hat im vergangenen Jahr so viele neue Wohneinheiten auf den Weg gebracht wie seit zwei Jahrzehnten nicht mehr. „So viele Wohnungen haben wir in diesem Jahrtausend noch nicht genehmigt“, sagt Baudirektor Tobias Fischer.

Getragen wird das Wohnungsbauprogramm am Deister derzeit vor allem von Wohnungen in Mehrfamilienhäusern. Nach den Zahlen der Bauaufsicht sind im vergangenen Jahr 151 Wohneinheiten genehmigt oder angezeigt worden, darunter sind 38 Einfamilienhäuser und 87 Wohnungen in Zwei- und Mehrfamilienhäusern. Darüber hinaus gehen in die Statistik auch Wohnbauvorhaben ein, die nach der Niedersächsischen Bauordnung nicht genehmigungs-, sondern nur anzeigepflichtig sind.

Nach Fischers Worten waren im Jahr 2001 in Barsinghausen 86 neue Wohnungen genehmigt oder angezeigt worden. Einen deutlichen Einbruch gab es 2008 im Zuge der Finanzkrise mit 40 neuen Wohneinheiten. Seither geht es fast nur bergauf: Im Jahr 2013 waren 98 Wohneinheiten genehmigt worden, 2016 waren es 143 Wohnungen und im vergangenen Jahr dann 151. Besonders rasant haben sich die Genehmigungszahlen für Wohnungen in Mehrfamilienhäusern nach oben entwickelt. Noch 2012 waren es gerade 25 Wohneinheiten in diesem Segment, 2015 54 Mehrfamilienhauswohnungen und 2016 dann 59. Die 87 im vergangenen Jahr genehmigten Wohnungen in größeren Einheiten verteilen sich auf nur vier Objekte. Das mit Abstand größte Einzelvorhaben entsteht nach Angaben der Stadtverwaltung an der Walter-Theil-Straße im Baugebiet Nieder-Mühlen-Teich. Dort baut ein Unternehmen in diesem Jahr zwei große Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 48 Wohnungen, die im vergangenen Jahr genehmigt worden sind. „Es gibt reichlich Investoren, die sich nach Entwicklungsflächen sehnen“, sagt Fischer. Der Vorteil in Barsinghausen sei derzeit, dass auch größere Bauvorhaben noch in der Stadt realisiert werden könnten. „Wir müssen so etwas nicht auf der grünen Wiese machen“, betont der Baudirektor.

Der Aufwand, den Bauanträge in der dreiköpfigen Baugenehmigungsbehörde der Stadt verursachen, ist nach Fischers Worten extrem unterschiedlich. Außergewöhnlich aufwendig war demnach im vergangenen Jahr die Genehmigung des neuen Logistikstandorts des Naturkosmetikherstellers Laverana im Bantorfer Gewerbegebiet. Fischer spricht von einer „sehr langen Abstimmungsphase“. Das Bauvorhaben sei im Zuge des Genehmigungsprozesses rund ein Jahr lang begleitet worden. Bei größeren Projekten müssen auch andere Behörden beteiligt werden – zum Beispiel die Untere Naturschutzbehörde. Ziel der Barsinghäuser Baugenehmigungsbehörde sei es stets, Genehmigungen möglichst schnell zu erteilen, erläutert Fischer. Sobald andere Behörden zu beteiligen seien, könne das nicht immer garantiert werden. „Wir sind nicht Herr des Verfahrens bei den anderen Behörden“, sagt der Baudirektor.

Von Andreas Kannegießer