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14:28 21.10.2015
Siggi Lott leitet den vor fünf Jahren eröffneten Petrushof in Barsinghausen. Quelle: Frank Hermann
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Barsinghausen

Anfangs habe es im Umfeld durchaus einige Vorbehalte gegen das Wohnheim und das sozial-psychiatrische Zentrum auf dem Kirchengelände an der Hans-Böckler-Straße gegeben. Aber in den häufigen Begegnungen der seelisch beeinträchtigen Menschen mit den Nachbarn aus der Nordstadt sei die Skepsis schnell verflogen.

"Wir sind als Einrichtung nach kurzer Zeit in der Nordstadt angekommen. Heute kann ich sagen: Der Petrushof ist für diesen Stadtteil wichtig geworden", erläutert Siggi Lott, Leiterin der gemeinnützigen Betreuungsgesellschaft mit 19 Mitarbeitern – darunter Sozialarbeiter, Krankenschwestern, Sozial- und Ergotherapeuten.

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Diese Experten kümmern sich um Menschen mit seelischen Behinderungen, die Hilfe und Betreuung benötigen. Dazu gehören Jugendliche ebenso wie Erwachsene, die zum Beispiel unter Depressionen, Manien oder traumatischen Erlebnissen leiden. Für Menschen mit dem größten Hilfebedarf stehen die Appartements in der Wohnanlage zur Verfügung.

"Diese Leute haben wegen ihrer seelischen Behinderung nahezu alle sozialen Beziehungen verloren und drohen zu vereinsamen. Unser Ziel ist es, diese soziale Kompetenzen in einem alltagspraktischen Training wieder dauerhaft zu vermitteln", erklärt Siggi Lott. So fassten die Menschen allmählich neues Vertrauen und öffneten sich ihrem Umfeld.

Daneben bietet der Petrushof – in der Trägerschaft der Petruskirchengemeinde und des Vereins für Gemeindediakonie Barsinghausen – eine Tagesstätte mit 15 Plätzen. Menschen mit psychischen Belastungen, die im eigenen häuslichen Umfeld wohnen, finden hier Beratungen sowie Therapie- und Freizeitangebote. Die Begegnungen und Gespräche mit Gleichgesinnten wirkten heilsam und machten Mut, wieder aktiv am Leben teilzunehmen. "Die Leute lernen, mit psychischen Krisen besser umzugehen und das Leben wieder zu genießen", betont die Leiterin.

Hinzu kommt das ambulant betreute Wohnen: Petrushof-Mitarbeiter besuchen die Klienten in deren eigenen Wohnungen, um dort Hilfestellungen zu geben – etwa bei der Haushaltsführung oder mit Gesprächsangeboten. "Wir werden diesen ambulanten Bereich weiter ausbauen, denn der Bedarf ist offenbar sehr groß", sagt Siggi Lott.

Von Frank Hermann

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