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Umland Barsinghausen Nachrichten Windkraft: Initiative fordert Politik zum Handeln auf
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00:43 19.03.2018
Die neue Bürgerinitiative gegen den geplanten Windpark zwischen Egestorf und Degersen macht mit vielfältigen Aktionen auf ihr Anliegen aufmerksam. Quelle: dpa (Archiv)
Egestorf/Langreder

 Die Egestorfer Bürgerinitiative (BI) gegen den geplanten Riesen-Windpark in der Feldmark zwischen Egestorf, Degersen und Redderse setzt auf breite Information in den betroffenen Ortsteilen: Die in der vergangenen Woche gegründete Initiative hat bereits eine Homepage im Internet freigeschaltet. Unter der Adresse gegenwind-deistervorland.de sind ab sofort Informationen über das Windpark-Projekt und die Ziele der BI zu finden. Außerdem hat die Initiative ein Informationsblatt in großer Auflage konzipiert und in Druck gegeben. „Diese Flyer werden wir ab nächster Woche in Egestorf, Kirchdorf, Langreder, Degersen und Redderse verteilen“, kündigt Werner Kutz an, der einer der Sprecher der Bürgerinitiative ist.

Nach Kutz’ Worten hat es eine erste Zusammenkunft mit rund 60 Besuchern in der Egestorfer Gaststätte Harre gegeben. „Nur durch Mundpropaganda“ und ohne gezielte Werbung sei dieser große Kreis zusammengekommen, berichtet Kutz. Danach hätten sich rund 40 interessierte Teilnehmer als Mitstreiter auf einer Liste eingetragen. „Unser enger Kreis besteht zurzeit aus etwa 15 Personen.“

Der Bürgerinitiative ist wichtig, dass sie sich keineswegs grundsätzlich gegen Windkraft positioniert. „Man kann nicht Strom verbrauchen und gleichzeitig gegen erneuerbare Energien sein“, sagt Kutz. Hauptkritikpunkte der neuen Initiative sind die gigantische Höhe der geplanten Windräder von rund 240 Meter und der aus Sicht der Kritiker zu geringe Abstand zu den umliegenden Siedlungen. „Hier soll ein intaktes Naherholungsgebiet zerstört werden“, sagt Kutz.  Wegen der geringen Abstände befürchtet die Initiative erhebliche Auswirkungen auf die Bewohner der umliegenden Dörfer. „Die Windräder erzeugen Infraschall im nicht hörbaren Bereich, der aber erhebliche Auswirkungen auf die Gesundheit haben kann“, sagt Kutz. Und die beweglichen Schlagschatten der Windkraftanlagen könnten rund zwei Kilometer weit reichen, hat die Initiative ausrechnen lassen.  

„Wir sind wild entschlossen, alles in Bewegung zu setzen, damit die Riesen-Windräder verhindert werden“, sagt Kutz. Die Mitglieder der BI werfen der örtlichen Politik vor, das Thema viel zu lange „unter der Decke gehalten“ zu haben. „Der Widerstand gegen den Windpark muss letztlich von der Politik kommen“, betont der BI-Sprecher. Deshalb verstehe es die Initiative als ihre Aufgabe, die Politiker für die mit der Höhe der Anlagen verbundenen Probleme zu sensibilisieren. „Tut euch doch mit den Nachbarkommunen Wennigsen und Gehrden zusammen“, empfehlen die Mitglieder der BI in Richtung Rat und Verwaltung. 

FDP: Zurückhaltung der Parteien hat Gründe

Die Barsinghäuser FDP-Ratsfraktion erinnert daran, dass die Windvorrangfläche zwischen Egestorf und Degersen quasi in letzter Minute auf Wunsch der Grünen und mit Zustimmung der SPD in das Regionale Raumordnungsprogramm (RROP) aufgenommen worden sei. Das gesamte RROP sei dann auch mit den Stimmen der CDU angenommen worden. FDP-Fraktionsvorsitzender Bernhard Klockow sieht darin die Gründe für das bisherige „Abtauchen“ der Kommunalpolitiker dieser drei Parteien in der Diskussion vor Ort. Allerdings sei das RROP-Verfahren insgesamt  „demokratisch, mit umfassender Bürgerbeteiligung und Beteiligung aller wichtigen Behörden“ abgelaufen. Das RROP könne nun noch rechtlich überprüft werden.

Von Andreas Kannegießer

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