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Nachrichten Flüchtlinge: Stadt kritisiert „ungleiche Verteilung“
Umland Barsinghausen Nachrichten Flüchtlinge: Stadt kritisiert „ungleiche Verteilung“
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00:33 25.05.2018
Im Flüchtlingswohnheim an der Max-Planck-Straße sind derzeit 76 Zuwanderer untergebracht. Quelle: Andreas Kannegießer
Barsinghausen

Die Barsinghäuser Stadtverwaltung ist unzufrieden mit der aktuellen Verteilung von Flüchtlingen in der Region Hannover und sieht die Deisterstadt über Gebühr belastet. Die Verwaltungsspitze hat sich deshalb mit einem Schreiben an Regionspräsident Hauke Jagau gewandt. Die Forderung: Flüchtlinge sollten zunächst in jenen Kommunen im Regionsgebiet untergebracht werden, die ihre Zuweisungsquote bisher in deutlich geringerem Maß erfüllt haben als Barsinghausen.

Seit Monaten steigt die Zahl der Flüchtlinge, die in Niedersachsen untergebracht werden müssen, wieder kontinuierlich an. Der Barsinghäuser Verwaltung seien von der Landesaufnahmebehörde nun 87 zusätzliche Personen zur Unterbringung innerhalb der nächsten Monate angekündigt worden, sagt der Erste Stadtrat Thomas Wolf. „Aber wir haben der Ankündigung der Aufnahmebehörde widersprochen“, betont Wolf.

Nach Angaben der Region Hannover hat die Stadt Barsinghausen ihre Aufnahmequote mit Stand Mai 2018 zu 95 Prozent erfüllt. In anderen Kommunen sieht das offenbar ganz anders aus. Dem Vernehmen nach gibt es Städte und Gemeinden wie etwa Hemmingen, Pattensen oder auch Wedemark, die ihre Quoten zuletzt erst zwischen zwölf und gut 30 Prozent erfüllt hatten. „Eine solche asymmetrische Verteilung wollen wir nicht mittragen“, sagt Erster Stadtrat Wolf. Er kritisiert zudem, dass die Zuweisung weiterer Flüchtlinge nach Barsinghausen auch den Beschlüssen der jüngsten Sitzung der Hauptverwaltungsbeamten der Region Hannover widerspreche. Dort sei verabredet worden, dass zunächst jene Kommunen vorrangig bei der Verteilung bedacht werden sollen, die ihre Quoten zu weniger als 50 Prozent erfüllt haben. „Die extreme Bandbreite bei den Asymmetrien muss abgebaut werden“, sagt Wolf.

Als einen Grund für den vergleichsweise hohen Barsinghäuser Wert bei der Quotenerfüllung sieht die Stadtverwaltung auch die beiden direkt von der Region Hannover mit Millionenaufwand errichteten Barsinghäuser Flüchtlingsunterkünfte am Rottkampweg und an der Max-Planck-Straße mit zusammen 232 Plätzen. Deren Betrieb ist, unabhängig von der Belegung, mit hohen Fixkosten verbunden – etwa für den Sicherheitsdienst.

„Die Bedenken der Stadt Barsinghausen sind der Region bekannt“, sagt Regionssprecherin Sonja Wendt. Sie nennt allerdings bei der Zahl der aufzunehmenden Flüchtlinge andere Zahlen als die Stadtverwaltung: Die derzeitige Anzahl der aufzunehmenden Flüchtlinge liege für Barsinghausen bei acht Personen, betont Wendt. Die Absprache der Hauptverwaltungsbeamten sehe eine prozentuale Verteilung auf die Regionskommunen nach den Einwohnerzahlen vor. Das sei aber „eine rein rechnerische Verteilung“, sagt Wendt. Die tatsächliche Zuweisung obliege ausschließlich der Landesaufnahmebehörde. „Die Kommunen klären die tatsächliche Aufnahme (Person und Zeitpunkt) bilateral mit der Aufnahmebehörde.“

Nach Mitteilung der Stadtverwaltung leben derzeit im Barsinghäuser Stadtgebiet rund 250 Flüchtlinge, für deren Betreuung direkt die Kommune verantwortlich ist. Für weitere 90 Zuwanderer in Barsinghausen ist – überwiegend nach der Anerkennung als Asylberechtigte – nicht mehr die Stadt zuständig, sondern das Jobcenter. Die vier großen Unterkünfte im Stadtgebiet – neben den Einrichtungen am Rottkampweg und der Max-Planck-Straße noch das Wohnheim an der Hannoverschen Straße und das ehemalige Hotel am Bantorfer Kronskamp – sind nach den Worten von Thomas Wolf zurzeit zwischen 40 und 70 Prozent ausgelastet. Am Rottkampweg leben 69 Flüchtlinge, an der Max-Planck-Straße 76, in Bantorf 78 und an der Hannoverschen Straße 34 Zuwanderer. Weitere sind in derzeit 24 von der Kommune angemieteten Wohnungen untergebracht. Hauptaufgabe bei der Betreuung sei die gesellschaftliche Integration, sagt der Erste Stadtrat. Dazu setzt die Stadt Barsinghausen derzeit sechs Flüchtlingssozialarbeiter ein. Zwei weitere Stellen sind derzeit unbesetzt, weil es an Bewerbern mangelt.

Von Andreas Kannegießer

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