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Nachrichten Frau ist sicher: Sie hat einen Wolf gesehen
Umland Barsinghausen Nachrichten Frau ist sicher: Sie hat einen Wolf gesehen
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00:15 25.03.2016
Im Munzeler Forst soll sich ein Wolf herumgetrieben haben. Quelle: Rocktäschel
Landringhausen

Sie war mit ihrem Jack Russell Terrier unterwegs, etwa fünf Minuten vom Sportplatz in Landringhausen entfernt. Plötzlich wurde der Hund sehr unruhig, war aufgeregt. „Als ich mich umsah, entdeckte ich den Wolf. Er war 20 bis 30 Meter entfernt“, berichtet sie. Es habe sich um ein großes, graues Tier gehandelt. „Das Gangbild stimmte. Er lief leicht geduckt, die Rute runter.“
Eine Verwechselung mit einem Schäferhund hält sie für unwahrscheinlich. Sie kennt sich mit Hunden aus, kenne auch jeden Hund in Landringhausen. Der Wolf habe sich für kurze Zeit nicht gerührt, verschwand schließlich, bis sie ihn einige Meter weiter erneut entdeckte. Allerdings nur für einen Augenblick. Dann war er weg. „Es wird ja immer gesagt, die tun nichts. Aber ich hatte doch Angst. Man soll ja nicht weglaufen. Als ich das Tier nicht mehr sah, bin ich aus dem Wald raus“, sagt die Landringhäuserin.
Auch bei Wichtringhausen, das auf der Rückseite des Forstes liegt, soll ein Wolf gesehen worden sein. Nina Graupner, eine von drei Wolfsberatern in der Region Hannover, bestätigt zudem, dass eine Meldung für den Deisterbereich gegeben hat. Die Sichtung konnte noch nicht bestätigt werden. „Ein Autofahrer hat ein Tier während der Fahrt entdeckt“, sagt Graupner. Es sei jedoch sehr schwierig aus der Distanz zu beurteilen, ob es sich um einen Wolf handelt. Sie würde sich dies nicht zutrauen. Melden sollte man es auf jeden Fall: „Das hilft uns."

Die Wolfsichtung bei Landringhausen ist nicht die erste auf Barsinghäuser Gebiet. Jäger sind überzeugt, dass ein Wolf hat bei Ostermunzel ein Reh gerissen hat. Der Vorfall liegt allerdings schon knapp drei Jahre zurück. Erwin Syska, amtlich bestellter Jagdaufseher für den Bereich, hat das Reh damals entdeckt. Er meldete den Fund sofort dem Jagdpächter Andree Ballin. Das etwa 20 Kilogramm schwere Reh sei fast komplett aufgefressen worden. Lediglich der Kopf, die abgenagte Wirbelsäule und die Hinterläufe waren übrig.
„Das wenige verbliebene Fleisch war noch frisch. Das Tier ist zeitnah aufgefressen worden. Das macht kein Hund“, sagt Ballin. Im nahen Gebüsch haben die beiden helles Deckhaar gefunden. Ballin hat es untersucht und ist überzeugt: „Es war ein Wolf, der dort auf der Lauer gelegen hatte.“
Für eine DNA-Probe sei der Vorfall nun zu lange her. Der Wolfsbeauftragte, den er damals hinzugezogen hatte, konnte zwar nicht bestätigen, dass es ein Wolf gewesen ist. Die Anzeichen sprächen allerdings dafür, habe der Mann gesagt. Die Fundstelle des getöteten Rehs passe zudem zur Bewegungsrichtung der Wölfe, die bereits gesichtet wurden, ergänzt der Jagdpächter.
Erst vor drei Monaten hat Ballin in seinem Jagdrevier Spuren einer Rotte Wildschweine entdeckt. Auf einer Länge von 800 Meter habe er zudem die großen Pfoten eines Einzeltiers gesehen, das der Rotte gefolgt ist: „Es kann durchaus sein, dass es ein Wolf war.“ Dass ein Wolf im Barsinghäuser Bereich sein Revier hat, hält Ballin für unwahrscheinlich. Er vermutet vielmehr, dass es sich um sein Streifgebiet handelt. „Wölfe können ohne Probleme 50 bis 70 Kilometer am Tag zurücklegen. Und von den Truppenübungsplätzen Munster und Bergen ist es nicht weit hierher. Das ist für einen Wolf keine Entfernung“, sagt er. Dort sind Wolfsrudel nachgewiesen.
Wölfe sind in der Region Hannover mehrfach gesehen worden. Auf einer Weide in der Obershagener Feldmark (Uetze) sind in der Nacht zum Dienstag drei Kamerunschafe gerissen worden. Vermutlich ist ein Wolf dafür verantwortlich. In den vergangenen Wochen wurden zudem am Uetzer Frühlingswald und im Burgdorfer Holz gerissene Rehe entdeckt.
Im Neustädter Land sorgen sich Landwirte. Sie fürchten Angriffe der Wölfe auf ihr Vieh. Auch in der Gemeinde Wedemark gab es Wolfsichtungen. Ein Autofahrer hatte dies 2015 sogar auf Video dokumentiert.

Von Jörg Rocktäschel

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