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Nachrichten Kindesmissbrauch: Anträge abgelehnt
Umland Barsinghausen Nachrichten Kindesmissbrauch: Anträge abgelehnt
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00:15 09.02.2014
Ein 62-jähriger Barsinghäuser muss sich in Hannover vor Gericht verantworten. Ihm wird vorgeworfen, seit Patenkind im Intimbereich berührt zu haben. Quelle: Symbolbild
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Barsinghausen

Dem 62-jährigem Angeklagten wird vorgeworfen, sein heute zehnjähriges Patenkind zwischen Mai 2010 und Oktober 2012 in vier Fällen im Intimbereich berührt zu haben. Außerdem hatten Polizisten mindestens 200 kinderpornografische Bild- und Videodateien auf seinem Computer entdeckt. Der Angeklagte hatte bereits eingeräumt, Zungenküsse mit dem Mädchen ausgetauscht zu haben.

Während der Sitzung am Donnerstag beantragte Verteidigerin Susanne Frangenberg, den Gutachter nochmals zu befragen und den Tathergang mit einer Puppe in Lebensgröße des Patenkindes nachzustellen. „Dies wird beweisen, dass die Tat - so wie sie vom Patenkind beschrieben wurde - unmöglich ist“, sagte die Verteidigerin. Der 62-Jährige soll das Kind in seinem Auto und auf dem Bürostuhl sitzend im Intimbereich berührt haben. Dies sei ihm jedoch wegen seiner Fettleibigkeit gar nicht möglich, sagte die Verteidigerin.

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Die Jugendkammer lehnte die Anträge auf weitere Gutachten ab. „Die Zehnjährige hat zwar wiederholt vom Missbrauch erzählt, an die genaue Situation konnte sie sich nicht erinnern“, sagte die Vorsitzende Richterin Monika Thiele. Ohne die konkreten Begebenheiten könne man keine weiteren Erkenntnisse vom Gutachter erwarten. „Ausschließen kann er die geschilderte Situation jedenfalls nicht“, sagte Thiele. „Das hat er bereits gesagt.“ Die Richterin hatte auch die minderjährige Enkelin des Angeklagten für die Verhandlung geladen. Diese hatte bereits zweimal bei der Polizei im Zusammenhang mit dem Missbrauch des Patenkindes ausgesagt. Sie verweigerte jedoch nun die Aussage. Damit gab sich die Verteidigerin nicht zufrieden: Sie hatte gehofft, die Enkelin würde ihren Mandanten entlasten und forderte, die früheren Aussagen des Kindes zu verlesen. Thiele will klären, ob die Verlesung möglich ist. „Sie müsste uns erlauben, die Aussagen einzubeziehen.“

Der Prozess wird am Donnerstag, 13. Februar, fortgesetzt.

Lisa Malecha