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Umland Barsinghausen Nachrichten Klärwerk verbraucht zu viel Energie
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18:09 05.01.2014
Die Belüftung der Belebungsbecken im Gruppenklärwerk Nordgoltern ist extrem energieaufwendig. Verbesserungen in diesem Bereich sind aber teuer. Quelle: Andreas Kannegießer
Barsinghausen

Die Experten von PFI haben die Klärwerkstechnik mit der Maßgabe durchleuchtet, Wege zu einer möglichst klimafreundlichen Abwasserbehandlung aufzuzeigen. Die Barsinghäuser Anlage, so das Ergebnis der Expertise, ist zwar kein Energiefresser, liegt mit ihrem Stromverbrauch pro Einwohner aber um bis zu 25 Prozent über dem Idealwert moderner Anlagen. Insgesamt hat das Klärwerk zuletzt rund 1,449 Millionen Kilowattstunden pro Jahr verbraucht. Bei einem Durchschnittspreis für Großverbraucher von rund 20 Cent belastet das die Stadtkasse mit immerhin 290.000 Euro jährlich. Gut 80 Prozent des Gesamtstromverbrauchs entfallen allein auf die sogenannte Biologische Reinigungsstufe der Kläranlage. Die großen Belebungsbecken – in denen die Abwässer mithilfe von Mikroorganismen gereinigt werden – müssen unablässig von gewaltigen Kreiselbelüftern mit Sauerstoff versorgt werden. „Wenig effizient“ lautet das Urteil der Experten zu dieser Belüftungstechnik. Bei einer Umrüstung auf Gebläsebelüftung könnten nach Einschätzung der PFI-Ingenieure jährlich rund 400.000 Kilowattstunden eingespart werden. Allerdings müssten dazu zwei ganz neue Rundbecken für etwa 3,2 Millionen Euro gebaut werden. „Rein wirtschaftlich ist das nicht darstellbar“, urteilen die Experten.

Nach der Untersuchung des Gruppenklärwerks haben die Experten der Planungsgemeinschaft PFI auch mehrere kleinere Verbesserungsmaßnahmen benannt, die durchaus kurzfristig realisierbar sind. Dazu gehört der Austausch der Vertikalrührwerke im sogenannten Denitrifikationsbecken. Die moderneren Rührwerke würden etwa 30.000 Euro kosten, könnten gleichzeitig aber die Stromkosten um rund 7.800 Euro jährlich verringern. Bereits nach weniger als vier Jahren hätte sich diese Investition für die Stadt gerechnet.

Im Zulaufhebewerk des Klärwerks laufen die Pumpen nach Berechnungen der Gutachter zurzeit nur mit einem Wirkungsgrad von vergleichsweise niedrigen 37 Prozent. Der Einbau von Druck- und Leistungsmessgeräten an jeder einzelnen Pumpe würde weniger als 1.000 Euro kosten, zugleich aber die Basisdaten für eine verbesserte Pumpensteuerung liefern.

Mittelfristig müssen Politik und Verwaltung darüber entscheiden, wie der in Nordgoltern anfallende Klärschlamm verwendet werden soll. Bisher wird der Schlamm noch von Landwirten abgenommen und als Dünger auf die Äcker ausgebracht. Sollte das - etwa aufgrund verschärfter gesetzlicher Bestimmungen - einmal nicht mehr möglich sein, wäre der Bau einer Schlammfaulanlage laut aktuellem Gutachten der effektivste Weg. Mit dieser rund drei Millionen Euro teuren Anlage könnte der Stadtentwässerungsbetrieb zugleich Biogas produzieren und damit mehr als die Hälfte der benötigten Energie selbst erzeugen. Auf jeden Fall lohnen würde sich eine solche Schlammfaulung auch dann, wenn die aktuellen Energiepreise nur um rund zehn Prozent weiter steigen, so lautet das Fazit der Gutachter.

Andreas Kannegießer

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