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Umland Barsinghausen Nachrichten Kritik an Fördermenge von Grundwasser
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20:45 20.08.2014
Foto: Landwirte schauen spektisch auf die Fördermengen der drei Wasserwerke in der Umgebung, unter anderem auf das in Dedensen.
Landwirte schauen spektisch auf die Fördermengen der drei Wasserwerke in der Umgebung, unter anderem auf das in Dedensen. Quelle: Symbolbild
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Barsinghausen

Der Göxer Landwirt Friedrich Rodewald ist zugleich Vorsteher des Wasser- und Bodenverbands Untere Haferriede. Er fordert ein neues Wassermanagement und eine Verringerung der Grundwasserförderung im Calenberger Land um rund ein Drittel.

Nach Rodewalds Beobachtungen ist der Grundwasserpegel im Deistervorland in den vergangenen Jahrzehnten dramatisch gesunken - um etwa einen Meter, wie der Landwirt schätzt. Das mache sich auf den Feldern bemerkbar, aber auch in der Landschaft. „Gewässer wie die Haferriede und die Möseke führen nur noch zeitweise im Jahr Wasser“, sagt Rodewald. Der Liethgrund bei Stemmen und andere Tümpel in Wald und Flur seien bereits seit vielen Jahren trockengefallen und wüchsen zu. Ehemals ständig nasse Flächen wie die sogenannte Eckerder Seenplatte seien längst trocken.

Der Verbandsvorsteher rechnet vor, dass sich im Calenberger Land längst nicht so viel Grundwasser neu bildet, wie durch Wasserförderung, Verdunstung und oberflächliche Ableitung verloren geht. „Noch 20 oder 30 Jahre können wir uns das nicht leisten“, sagt Rodewald.

Der Göxer Landwirt plädiert dafür, dass mehr Wasser aus den Harzer Talsperren als bisher in die Leitungsnetze im Calenberger Land eingespeist wird. Die Grundidee eines neuen Bewirtschaftungssystems aus Rodewalds Sicht: In regenreichen Jahren wird mehr Wasser aus dem Harz herangeführt, in trockenen Jahren dagegen könnte die Grundwasserförderung in Eckerde, Landringhausen und Dedensen intensiviert werden. „So kommen wir zu einer Entlastung der Grundwasservorräte vor Ort und betreiben eine nachhaltige Wasserwirtschaft.“

Harzwasserleitung ist zu dünn

Die Barsinghäuser Stadtwerke sind Betreiber des Eckerder Grundwasserwerks, während das Wasserwerk Dedensen vom Wasserverband Garbsen-Neustadt und das Werk bei Landringhausen vom Wasserverband Nordschaumburg betrieben wird. Die Stadtwerke Barsinghausen mischen bereits seit Mai 2010 einen kleineren Anteil Harzwasser dem Barsinghäuser Trinkwasser bei. Damals war eine Verbindungsleitung von Eckerde nach Langreder zum Versorgungsnetz der Harzwasserwerke gebaut worden. „Die Kapazität ist mit 150.000 Kubikmetern jährlich aber begrenzt“, sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Jochen Möller. Die Stadtwerke liefern jährlich insgesamt rund 1,8 Millionen Kubikmeter Wasser an Haushalte und Verbraucher. Möller könnte sich vorstellen, dass „bei ernsthaften Problemen“ eine zweite Verbindungsleitung zum Harzwassernetz gebaut werden könnte – „dann aber mit mindestens doppelter Kapazität“.

Jörg Rocktäschel 20.08.2014
20.08.2014
Jörg Rocktäschel 20.08.2014