Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten Lesementoren erhalten ein Dankeschön
Umland Barsinghausen Nachrichten Lesementoren erhalten ein Dankeschön
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:20 03.06.2018
Die Lesementoren freuen sich über die neuen Bücher.
Die Lesementoren freuen sich über die neuen Bücher. Quelle: Stephan Hartung
Anzeige
Wennigsen

Tradition bleibt Tradition: Einmal im Jahr bedankt sich die Grundschule Wennigsen bei ihren Lesementoren für die geleistete Arbeit und lädt die Ehrenamtlichen ein. Kaffee und Kuchen, gestellt von der Gemeinde Wennigsen, an einer langen Tafel mit über 20 Personen. Aber nicht irgendein Kuchen. „Da wir das Treffen immer in der Erdbeerzeit machen, ist natürlich Erdbeerkuchen Pflicht“, sagt Hanna Rojczyk, Leiter der Grundschule Wennigsen, und lacht.

Und bei aller Tradition gab es auch eine Premiere – eine handfeste sozusagen. Erstmals gab es vom Verein Mentor Hannover, der insgesamt 1500 Lesementoren für die gesamte Region Hannover in der Kartei hat, eine Spende. Der Verein schüttete 10.000 Euro aus. Davon entfielen 500 Euro auf die Grundschule Wennigsen. „Diesen Betrag haben wir auf unsere 15 Klassen aufgeteilt, sodass alle Klassen neue Bücher für jeweils 33 Euro erhalten haben“, sagt Rojczyk. „Und diese Bücher werden unsere Mentoren dann auch demnächst in der Praxis benutzen.“

Nach Auskunft von Friedrich Dunse, der im Auftrag des Vereins in Wennigsen die Einsätze von insgesamt 80 Mentoren koordiniert – davon 35 an der Grundschule Wennigsen -, stammt die fünfstellige Gesamtsumme von der Stiftung „Wir helfen Kindern“ vom Fernsehsender RTL. „In der Prominenten-Ausgaben der Rateshow bei Günter Jauch hat der Buchautor David Brecht seinen Gewinn den Mentorenvereinen zukommen lassen“, berichtet Dunse. „Wer wird Millionär“ also mit Auswirkungen bis nach Wennigsen – auch so kann es gehen.

Der Bedarf an Lesementoren ist nach wie vor hoch, sagt Dunse. „Viele Kinder haben selbst in der vierten Klasse noch Leseschwächen. Das ist aber auch kein Wunder, denn oft gibt es zu Hause gar keine Zeitung mehr – und die Eltern haben sowieso keine Zeit.“ Umso wichtiger sei es bei der Einteilung der Mentoren, dass sich persönliche Beziehungen ergeben. „Am Anfang geht es nicht nur um das Lesen, sondern auch darum, dass die Kinder merken wie sich jemand für sie Zeit nimmt und sich mit ihnen unterhält.“ Sobald die Grundschule anfragt und um Mentoren vormittags oder nachmittags bittet, teilt Dunse die Ehrenamtlichen zu.

Außer dem Erdbeerkuchen gibt es übrigens noch ein weiteres Dankeschön für die Mentoren, ebenfalls mit großer Tradition. Am Freitag, 22. Juni, trommeln sich die Viertklässler mit einem Konzert ab 12.15 Uhr aus der Grundschule. „Dazu sind viele Leute eingeladen, aber eben auch immer unsere Mentoren“, sagt Rojczyk.

Von Stephan Hartung