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Umland Barsinghausen Nachrichten Marc Lahmann ist neuer Bürgermeister von Barsinghausen
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22:52 20.01.2013
Marc Lahmann ist der neue Bürgermeister Barsinghausens. Die stellvertretende Bürgermeisterin Kerstin Beckmann gratuliert. Quelle: Andreas Kannegießer
Barsinghausen

Kurz nach 20.30 Uhr verkündete Gemeindewahlleiter Peter Jülke vor den Besuchern der Wahlparty im Rathaus das Endergebnis. Zuvor hatten sich Messing und Lahmann mehr als eine Stunde lang ein Kopf-an-Kopf-Rennen geliefert, ehe sich langsam abzeichnete, dass Messing den Rückstand nicht mehr aufholen würde.

„Ich werde meine ganze Kraft für Barsinghausen einsetzen“, versicherte Lahmann in einer ersten Stellungnahme und verband dies gleich mit einem Appell zur guten Zusammenarbeit an die rot-grüne Ratsmehrheit: „Letztlich wollen wir alle das Gleiche: das Beste für Barsinghausen.“ Der neue Bürgermeister bedankte sich für das Vertrauen und erinnerte noch einmal an seinen gestorbenen Vorgänger: „Ich freue mich, dass ich die mit Walter Zieseniß zusammen begonnene Politik nun fortsetzen kann.“

Peter Messing trug seine Niederlage mit Fassung. Gemeinsam mit seiner Frau Gabriele verbrachte er - im Gegensatz zu den meisten seiner Parteifreunde - den ganzen Abend auf der Wahlparty. „Ich hatte mir ein anderes Ergebnis erhofft“, sagte Messing, „aber wir müssen die Niederlage selbst verantworten.“ Er glaube, so Messing, „dass Marc Lahmann viele Stimmen gefangen hat mit den Hinweisen auf seine vermeintliche Verwaltungskompetenz“. Bürgermeister und Verwaltungsjurist seien aber zwei unterschiedliche Berufe. Die Ratsmehrheit werde dem neuen Bürgermeister sehr genau auf die Finger schauen, sagte Messing.

Oliver Reich hätte für sich selbst mehr Stimmen erwartet. „Ich dachte, dass alle drei Kandidaten etwa ein Drittel der Stimmen auf sich vereinigen könnten“, sagte er. Er habe aus dem Stand aber „ein achtbares Ergebnis erzielt“.

Die Wahlbeteiligung der Bürgermeisterwahl lag bei 65,8 Prozent.

Mehr als 100 Barsinghäuser haben im Rathaus an der Bergamtstraße den Wahlausgang und die Reaktionen der Parteien verfolgt. So viel Publikum hat es schon lange bei keiner Wahl mehr gegeben.

„Ich bin absolut happy und habe nicht mit diesem Ergebnis für Marc Lahmann gerechnet“, sagte CDU-Ratsherr Tilman Kuban im Rathaus, als das Ergebnis feststand. Ganz anders sah das die ehemalige Grünen-Ratsfrau Ilse Saile. „Ich bin sehr betrübt, dass Peter Messing es nicht geschafft hat.“

Kuban und Saile verfolgten mit mehr als 100 Bürgern die Auszählung der Stimmen im Rathaus. Sie schauten gebannt auf die Großleinwand, auf der abwechselnd die Ergebnisse im Land, im Wahlkreis 34 und der Bürgermeisterwahl vom Fachdienst Öffentlichkeitsarbeit der Stadt präsentiert wurden. Bei Salzstangen und Getränken diskutierten die Zuschauer über die Zwischenergebnisse.

Später trafen sich die Anhänger der Parteien bei den Wahlpartys. Überrascht hat die meisten das Abschneiden von Oliver Reich. SPD-Ratsherr Dirk Härdrich wagte am Abend im Bistro Nablo schon eine Einschätzung. „Das ist vermutlich Protestpotenzial, aber auch Parteienverdruss.“ Klar ist für ihn, dass Messing der Fraktionsvorsitzende der SPD bleibt.

Dass mit Lahmann der fähigste Kandidat gewonnen hat, davon ist die stellvertretende CDU-Stadtverbandsvorsitzende Anette Hippert-Glowienka überzeugt. „Er hat Walter Zieseniß bestens ersetzt. Ich freue mich riesig für Marc Lahmann.“

Hannelore Owens, Vorsitzende der Ortsgruppe des Naturschutzbundes, kann mit dem Ergebnis gut leben. „Wir haben bei Marc Lahmann immer ein offenes Ohr gefunden. Wollen wir hoffen, dass es so bleibt“, sagte Owens im Rathaus.

Andreas Kannegießer und Treeske Hönemann

Der Kommentar: Lahmanns wichtigste Botschaft kam an

Von Andreas Kannegießer

Der Sieg von Marc Lahmann ist eine Riesenüberraschung. Niemand seiner Unterstützer aus dem liberal-konservativen Lager durfte nach der Klatsche für CDU und FDP bei der Kommunalwahl 2011 realistisch damit rechnen, dass der nächste Barsinghäuser Bürgermeister ein Christdemokrat sein könnte.

Lahmann hat es dennoch geschafft. Seine wichtigste Wahlkampfbotschaft scheint angekommen zu sein: Offenbar trauen die Wähler dem erfahrenen Verwaltungsjuristen am ehesten zu, die Stadtverwaltung in wirtschaftlich schwierigen Zeiten auf Kurs zu halten. Favorit Peter Messing (SPD) hat zwar einen engagierten und schnörkellosen Wahlkampf geführt, dennoch muss er sich Fehler zurechnen lassen: So hat sein Bekanntheitsgrad jenseits der Bördedörfer offenbar nicht ausgereicht, um die Wählermehrheit für sich zu mobilisieren. Deshalb hätte er die heiße Phase seines Wahlkampfes niemals auf nur gut drei Wochen beschränken dürfen. Zudem ist es ihm nicht immer gelungen, deutlich zu machen, für welche Inhalte außer dem bedingungslosen Festhalten am Haushaltskonsolidierungskonzept er eigentlich steht.

Lahmann hat taktisch geschickt agiert, indem er sich inhaltlich in womöglich entscheidenden Nuancen von seinem SPD-Kontrahenten abgesetzt hat, obwohl auch er fest zu dem Sparprogramm steht.

Für die rot-grüne Ratsmehrheit ist Lahmanns Triumph eine peinliche Schlappe, allerdings kein Grund für einen Politikwechsel: Das neue Stadtoberhaupt hat zwar große Gestaltungsmöglichkeiten innerhalb der Verwaltung. Alle wichtigen politischen Entscheidungen fallen aber in den Ratsgremien, und die sind weiterhin fest in der Hand von SPD und Grünen. Oliver Reich ist mit seinem Ergebnis im Rahmen dessen geblieben, was zu erwarten war. Für einen unabhängigen Bewerber mit einer kleinen Helferschar ist das Ergebnis aller Ehren wert.

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