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06:00 21.08.2014
Die Kirche muss 2014 mit einem großen Mitgliederschwung rechnen.
Die Kirche muss 2014 mit einem großen Mitgliederschwung rechnen. Quelle: Symbolbild
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Die Zahlen sprechen für sich: Allein in Barsinghausen haben zum Stichtag 30. Juni mit 162 Personen so viele Menschen ihren Kirchen den Rücken gekehrt wie im gesamten Jahr 2013. 46 davon waren Mitglieder der katholischen Kirche (2013: 44). Im Jahr 2012 sind 26 Katholiken ausgetreten bei stadtweit 163 Austritten. Gründe für diesen Schritt müssen gegenüber den für Kirchenaustritte zuständigen Standesämtern allerdings nicht angegeben werden.

Die Landeskirche geht von einem bundesweiten Trend aus, der offensichtlich zumeist finanzielle Gründe hat. Thomas Begrich, Leiter der Finanzabteilung im EKD-Kirchenamt, vermutet als Hintergrund eine steuerliche Neuregelung, wie er dem Evangelischen Pressedienst in Hannover sagte. Ab 1. Januar 2015 wird bei Einzug der Kapitalertragsteuer die Kirchensteuer automatisch durch die Banken erhoben. Bisher war diese im Zuge der Einkommenssteuererklärung fällig. Die Steuersätze bleiben zwar gleich, aber die neue Art der Erhebung missfällt offensichtlich einigen finanzkräftigen Steuerzahlern – sie treten aus der Kirche aus.

Der Trend zu mehr Kirchenaustritten zeichnet sich auch in Wennigsen ab. Im Standesamt sind bis gestern bereits 80 Austritte für beide Konfessionen erklärt worden. Im Vorjahr waren es insgesamt 94 Wennigser, 2012 aber nur 69 Personen, die der Kirche den Rücken kehrten.

Die Christen in Gehrden scheinen dem allgemeinen Trend noch zu trotzen. In diesem Jahr verzeichnet das Standesamt erst 57 Austritte. Im Jahr 2013 versagten insgesamt 110 Gehrdener der Kirche ihre zahlende Mitgliedschaft, im Jahr 2012 waren es 62 Personen beider Konfessionen.

Die wenigsten Kirchenaustritte verzeichnet die Stadt Ronnenberg. Bis zum Stichtag 30. Juni sind 48 Bürger ausgetreten, davon neun Katholiken. Im Vorjahr bearbeitete das Standesamt 73 Austritte (56 evangelische, 17 römisch-katholische). Im Jahr 2012 war die Zahl der Kirchenaustritte wesentlich geringer. 45 Ronnenberger, davon zehn Katholiken, erklärten vor zwei Jahren das Ende ihrer steuerpflichtigen Mitgliedschaft.

Von Jörg Rocktäschel und Kerstin Siegmund

Jörg Rocktäschel 20.08.2014
20.08.2014