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Nachrichten Schulleiter begrüßen Abkehr vom Turbo-Abi
Umland Barsinghausen Nachrichten Schulleiter begrüßen Abkehr vom Turbo-Abi
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17:49 02.03.2014
Von Dirk Wirausky
Mehr Zeit zum vertieften Lernen: Das versprechen sich die Schulleiter im Calenberger Land von der Rückkehr zum Abitur nach 13 Jahren.
Mehr Zeit zum vertieften Lernen: Das versprechen sich die Schulleiter im Calenberger Land von der Rückkehr zum Abitur nach 13 Jahren. Quelle: Symbolbild
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Barsinghausen

„Aus Sicht des Hannah-Arendt-Gymnasiums, aber auch ganz persönlich begrüße ich die Entscheidung der Landesregierung“, sagt Schulleiter Niels Schaefer aus Barsinghausen. Von der Rückkehr zum 13-jährigen Bildungsgang erwarte er mehr Zeit für vertieftes Lernen und Üben, weniger Klagen über starke zeitliche Belastungen sowie eine vielseitigere Persönlichkeitsbildung der Schüler „Wir erwarten zugleich, dass für begabte und interessierte junge Leute die Möglichkeit erhalten bleibt, das Abitur nach zwölf Jahren abzulegen“, betont Schaefer. Die Auswirkungen auf das HAG hingen davon ab, wie schnell die Pläne umgesetzt werden.

Auch René Ehrhardt, Leiter der Goetheschule Barsinghausen, hält die Pläne zur Rückkehr zum sogenannten G9 für richtig. „Wir sehen uns in unserer pädagogischen Arbeit bestätigt, da wir als jahrgangsbezogene kooperative Gesamtschule bereits jetzt für alle Jahrgänge die neunjährige Schullaufbahn bis zum Abitur anbieten“, sagt er.

Die Leiterin des Matthias-Claudius-Gymnasiums in Gehrden, Monika Schulte, bewertet den Entschluss der Landesregierung als positiv. „Die Zahl der Pflichtstunden für Schüler pro Woche wird auf ein Maß zurückgefahren, bei dem außerschulische Erfahrungsbereiche von ihnen wieder verstärkt wahrgenommen werden können“, sagt sie. Musik, Sport, sowie kirchliches und soziales Engagement seien unschätzbar wichtig für die Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen. Mit einer abschließenden Bewertung hält sich Schulte aber zurück. „Es bleibt abzuwarten, welche konkrete Ausgestaltung für den Übergang G8 auf G9 die Expertenkommission beim Kultusministerium empfehlen wird“, sagt sie. Erst dann könne beurteilt werden, welche Anforderungen an die Schule damit verbunden sein werden.

Frank Hellberg, Leiter der KGS Ronnenberg, erläutert, dass das Abitur nur für den bei der Umstellung fünften Jahrgang verändert wird, da die anderen Jahrgänge unter anderen Bedingungen gestartet sind. „Es dauert dementsprechend lange, bis erstmals wieder nach 13 Jahren Abitur gemacht wird. Da für unseren Gymnasialzweig dieselben Erlasse gelten wie für die Gymnasien, gehe ich davon aus, dass es eine einheitliche Regelung für alle Schulen gibt, an denen man Abitur machen kann“, sagt Hellberg.

Die Reduzierung der Pflichtstunden für die fünften bis zehnten Klassen begrüßt er. „Das bietet den Schülern mehr Möglichkeiten für die Freizeitgestaltung.“ Langfristig werde es einen erhöhten Raumbedarf geben, „da wir einen Jahrgang mehr beschulen müssen“, sagt Hellberg.

Carsten Fricke, Dirk Wirausky und Kerstin Siegmund