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00:15 29.01.2016
Bürgermeister Marc Lahmann hat am Dienstagnachmittag erstmals nach seiner Rückkehr aus dem Urlaub den Ort des Brandanschlags an der Hannoverschen Straße besucht. Er ist optimistisch, dass kein Abriss des Rohbaus notwendig sein wird. Quelle: Andreas Kannegießer
Barsinghausen

Erstmals haben am Dienstagnachmittag Gutachter den Brandort an der Hannoverschen Straße besichtigt. Ergebnisse gibt es noch nicht, dennoch ist die Verwaltung inzwischen optimistischer zur Zukunft des Rohbaus als an den ersten beiden Tagen nach der Tat. Allerdings müsse geprüft werden, ob es Auswirkungen der Brandhitze auf die Statik des Gebäudes gebe, sagte Lahmann.

Der Bürgermeister war Dienstagmorgen von einem Österreich-Urlaub an seinen Arbeitsplatz zurückgekehrt. Später am Tag verschaffte er sich am Brandort einen persönlichen Eindruck von der Situation. „Ich verurteile den Anschlag auf das Schärfste und bin bestürzt darüber, dass so etwas in Barsinghausen passiert ist“, sagte Lahmann. Die Rechnung der Täter werde allerdings nicht aufgehen. Die Stadt werde die Bauarbeiten auf jeden Fall fortsetzen. Während das Projekt nur um einige Wochen verzögert werde, drohten den Brandstiftern nicht nur strafrechtlich, sondern auch zivilrechtlich weitreichende Folgen. „Wir hoffen, dass die Täter schnell ermittelt werden. Die Stadt wird den gesamten Schaden von ihnen zurückfordern“, sagte Lahmann.

Konkrete Hinweise auf die Täter haben sich auch am Dienstag noch nicht ergeben. Allerdings hat die Polizei verschiedene Spuren am Brandort gesichert, wie Lahmann bei einem Gespräch mit dem ermittelnden Staatsanwalt erfuhr.

Der Bürgermeister war bereits am frühen Sonnabendmorgen telefonisch von der Feuerwehr von dem Brandanschlag in Barsinghausen informiert worden. Der Erste Stadtrat Georg Robra und Verwaltungsvorstand Tobias Fischer hätten die Lage "gut im Griff" gehabt, lobte Lahmann. Auch am Dienstag war der Anschlag noch immer Thema weit über die Deisterstadt hinaus. So waren im Tagesverlauf erneut zwei Radiosender im Rathaus zu Gast, um aktuelle Einschätzungen abzufragen.

Das Bündnis „Barsinghausen ist bunt“ freut sich unterdessen über die große Resonanz auf den Aufruf zu der Demonstration am Mittwochnachmittag für Weltoffenheit und Toleranz. Die Zahl der Unterzeichner des Aufrufs ist auf mehr als 25 gestiegen. Die Organisatoren rechnen mit 500 Teilnehmern, die ab 17.15 Uhr vom Bahnhof Barsinghausen aus über die Siegfried-Lehmann-Straße und die Hannoversche Straße zur künftigen Flüchtlingsunterkunft am Neuen Friedhof ziehen werden. Bei der abschließenden Kundgebung ab etwa 17.45 Uhr werden Superintendentin Antje Marklein, Ingo Arlt vom Bündnis und auch Bürgermeister Marc Lahmann sprechen. "Darüber freuen wir uns sehr", sagt Mitorganisatorin Sybille Bruchmann-Busse. Die Jugendpflege wird den Zug mit Bauwagen und Trecker begleiten.

Folgende Vereine, Verbände und Politiker haben den Aufruf zur Teilnahme an der Demonstration bis Dienstagabend unterzeichnet: Bündnis "Barsinghausen ist bunt" und IG Bantorf; Internationaler Frauentreff; AG Sprachpaten; DGB Ortsverband; Kunstverein Barsinghausen e.V.; Forum für Politik und Kultur; die evangelischen und katholischen Kirchengemeinden Barsinghausens; Die Naturfreunde Barsinghausen; Arbeiter-Samariter-Bund Barsinghausen; Landvolkbezirksverband Barsinghausen; Verein für Städtepartnerschaften und europäische Kontakte Barsinghausen e.V.; Internationaler Kulturverein Barsinghausen e.V.; Kurdische Gesellschaft in Barsinghausen; Bürgermeister Marc Lahmann; SPD-Ortsverein Barsinghausen; Bündnis 90/Die Grünen, Ortsverband Barsinghausen; CDU-Stadtverband Barsinghausen; Präventionsrat Barsinghausen; Unabhängige Wählergemeinschaft Barsinghausen; Aktiv für Barsinghausen; Kreisvorstand Hannover DGB Region Mitte; IG Metall Verwaltungsstelle Hannover; Dr. Matthias Miersch (MdB); Michael Höntsch (MdL); Bündnis 90/Die Grünen Regionsverband.

Von Andreas Kannegießer

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