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20:05 29.04.2015
Hannover Warnstreik Sozial- und Erziehungsberufe; Demozug Kundgebung Opernplatz (Foto: Rainer Droese) Quelle: Rainer Droese
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Calenberger Land

Der drohende unbefristete Streik der Erzieher für eine bessere Bezahlung stellt die Eltern und die Kommunen als Träger der Einrichtungen vor große Probleme. Wenn die Kitas geschlossen bleiben, müssen die Eltern die Betreuung anderweitig organisieren oder mit ihren Arbeitgebern rechtzeitig über freie Tage verhandeln.

Ob die Kommunen für die dringendsten Fälle eine Betreuung in Notgruppen anbieten können, ist ungewiss. „Wir wollen eine Notfallbetreuung anbieten, aber die Anzahl der streikenden Mitarbeiter in den Einrichtungen ist uns derzeit nicht bekannt“, sagt Ronnenbergs Erster Stadtrat Torsten Kölle. Fast alle Betreuungsplätze in Ronnenberg befinden sich in kommunalen Kindergärten. Bei einem ersten Streik am 8. März konnte die Stadt 20 Betreuungsplätze in Notgruppen anbieten. Dieses Angebot wurde aber nur von wenigen Eltern, für insgesamt sieben Kinder, in Anspruch genommen.

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Keine Erstattung der Kita-Gebühr

Die Kitagebühr erhalten die Eltern im Falle eines Streiks nicht erstattet. Kölle hatte den Ratspolitikern im Verwaltungsausschuss vorgeschlagen, bei einem einwöchigen Streik den Eltern ein Viertel der Gebühr zu erlassen. Das sei abgelehnt worden, sagt Kölle. Verpflichtet sind die Kommunen dazu nicht. Auch in der Stadt Barsinghausen gelten Streiks laut der städtischen Gebührensatzung als höhere Gewalt, und in solchen Fällen gebe es keine Ermäßigung, sagt der Erste Stadtrat Georg Robra. Das könne man auch nicht auf die Schnelle ändern, weil dazu erst die Satzung geändert werden müsste. Eine Notfallöffnung einiger Kitas in Barsinghausen, wie bei den Warnstreiks, werde wahrscheinlich nicht gelingen, da beim Personal ein relativ hoher gewerkschaftlicher Organisationsgrad bestehe.

Auch in Gehrden wird es Einschränkungen bei der Kinderbetreuung geben. In welchem Umfang, ist jedoch offen. „Wir versuchen im Rahmen unserer Möglichkeiten, Lösungen zu finden“, sagt Fachdienstleiterin Britta Häupl. Sie geht beispielsweise davon aus, dass die beiden Kitas in Leveste nicht bestreikt werden, ein Notdienst wird im Kindergarten Am Castrum eingerichtet.

Etwa 70 Erzieherinnen arbeiten in den Einrichtungen der Stadt Gehrden. Wie viele davon tatsächlich dem Streikaufruf folgen, kann Personalratsmitglied Sabine Thäder nicht mitteilen. „Ein Teil wird sicherlich mitgehen, und es wird zu Beeinträchtigungen bei der Betreuung kommen“, sagt sie. Man sei aber bemüht, in Absprache mit der Stadt Notdienste anzubieten.

Jörg Rocktäschel 29.04.2015
Björn Franz 29.04.2015
Jörg Rocktäschel 28.04.2015