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Nachrichten Vereine stellen auf Sepa um
Umland Barsinghausen Nachrichten Vereine stellen auf Sepa um
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11:30 14.08.2014
Vereine können ohne IBAN und BIC keine Überweisungen tätigen und auch kein Geld einziehen.
Vereine können ohne IBAN und BIC keine Überweisungen mehr tätigen und auch kein Geld einziehen. Quelle: dpa
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Calenberger Land

Für die Chorvereinigung Hohenbostel ist der Umstieg auf den Sepa-Zahlungsverkehr völlig reibungslos verlaufen, wie der Vereinsvorsitzende Lutz Jaurisch berichtet. Der Verein habe das Verfahren mithilfe einer Software umgestellt und die rund 90 Mitglieder über die Änderungen informiert. „Das hat zwar etwas Arbeit bereitet, funktionierte aber ohne Schwierigkeiten“, erläutert Jaurisch. Ronnenbergs größter Verein, die Sportgemeinschaft 05, informierte die 1400 Mitglieder ebenfalls schriftlich über das neue Verfahren. Das kostete den Verein laut Finanzchef Dieter Mockprang einmalig 500 bis 600 Euro Porto sowie 150 Euro für das Umstellungsprogramm.

Andere Vereine - etwa der TSV Wennigsen - haben den Mitgliedern über eine Zeitungsanzeige sowie auf ihren Internetseiten und mit einem Vermerk auf dem Lastschriftbeleg die Umstellung auf Sepa bekannt gegeben. Zu dieser Information sind die Vereine und Firmen verpflichtet. Um künftig Mitgliedsbeiträge einzuziehen, müssen sie bei der Bundesbank eine sogenannte Gläubiger-ID anfordern. Damit dürfen sie dann Sepa-Mandate von ihren Mitgliedern einholen, die vergleichbar mit den bisherigen Einzugsermächtigungen sind.

Bei der Stadtsparkasse Barsinghausen müssen sich nach Angaben von Marketingleiter Martin Wildhagen mehr als 330 Vereine und Firmen eine Gläubiger-Identifikationsnummer von der Bundesbank einrichten lassen, um an dem europaweiten Sepa-Verfahren teilnehmen zu können. „Dazu gehören allein 109 Vereine. Lediglich von 20 Vereinen haben wir noch keine ID-Nummer bekommen“, sagt Wildhagen. Doch vor allem kleinere Vereine stehen bei Sepa noch außen vor. „Die ziehen ihre Beiträge von den Mitgliedern nur einmal im Jahr ein. Darum sind dort wohl noch keine Hindernisse im Zahlungsverkehr aufgetreten“, meint der Marketingleiter.

Vereine, die noch nicht umgestellt haben, bekommen nun ein Problem: Sie können keine Überweisungen tätigen und auch kein Geld einziehen - ohne die lange Kontonummer IBAN und die Bankenziffer (BIC) funktioniert nichts mehr. „Vereine, die noch nichts getan haben, müssen ihre Vordrucke für die Überweisungen ändern, eine Gläubiger-Identifikationsnummer bei der Bundesbank beantragen und ihre Bankingsoftware auf Sepa-Fähigkeit prüfen“, rät Peter Skulski, der das Sepa-Projekt bei der Sparkasse Hannover leitet. Der Vorteil des neuen Verfahrens ist laut Skulski, dass der Lastschriftverkehr und der Überweisungsverkehr in 33 Ländern nun einheitlich geregelt sind.

„Egal, wo man wohnt und in welchem Land man ein Konto hat, alles läuft gleich ab“, sagt Skulski. „Außerdem ist nun schon vor der eigentlichen Abbuchung ein Vermerk beim Onlinebanking ersichtlich - der Kontoinhaber hat also eine Ankündigung, was abgebucht wird.“ Für Privatpersonen gilt bis zum 1. Februar 2016 eine Übergangsfrist. Onlineüberweisungen und Überweisungsträger werden bis dahin automatisch umgestellt.

Von L. Malecha, F. Hermann und K. Siegmund

Jörg Rocktäschel 14.08.2014