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18:28 21.03.2016
Dass derzeit weniger Flüchtlinge ankommen als erwartet, verschafft den Kommunen eine Verschnaufpause. Quelle: dpa/Symbolbild
Calenberger Land

Dass wegen der geschlossenen Grenzen in Osteuropa derzeit weniger Flüchtlinge nach Deutschland kommen, merken auch die Kommunen Barsinghausen, Wennigsen, Gehrden und Ronnenberg. "Tatsächlich merken wir es sehr stark“, sagt Barsinghausens Bürgermeister Marc Lahmann. Es habe schon Zeiten gegeben, da hätten 40 Menschen pro Woche untergebracht werden müssen. In den kommenden zwei Wochen sollen es nur noch sieben sein, so der Bürgermeister.

Grund ist, dass den Kommunen mehr Zeit bleibt, die Zahl der Flüchtlinge bis April aufzunehmen. Die Quote ist vom Land Niedersachsen bis zur Mitte des Jahres verlängert worden. „Das kommt uns sehr entgegen, da sich die Fertigstellung der Unterkunft an der Hannoverschen Straße durch den Brand verzögert hat“, sagt Lahmann. Hätte man weiterhin 40 Menschen pro Woche aufnehmen müssen, wäre es eng geworden. Aufatmen wolle man zwar nicht, aber „wir holen jetzt mal Luft und gucken, wie sich das entwickelt“, sagt der Verwaltungschef. Er wolle beobachten, wie sich die Maßnahmen der EU auswirken und ob sich die Flüchtlinge alternative Routen nach Deutschland suchen. Daher sondiere man weiter den Immobilien- und Mietmarkt, halte sich aber bei Abschlüssen zurück, sagt Lahmann.

„Wenn man die Bilder vom Balkan und aus den Kriegsgebieten sieht, kann man nicht davon ausgehen, dass die Flüchtlingszahlen geringer werden“, sagt Gehrdens Stadtsprecher Frank Born. Zurücklehnen könne sich die Verwaltung nicht – aber es bleibe „Zeit zum Durchatmen und für eine geordnete Organisation bei der Einrichtung weiterer Unterkünfte.“ Neben den Räumen in Alt-Gehrden werde derzeit auch das alte Pfarrhaus in Lenthe für die Aufnahme weiterer Flüchtlinge vorbereitet, so Born. Dazu soll die Gemeinschaftsunterkunft am Bünteweg Ende April bezugsfertig sein. Einen Besichtigungstermin für Bürger will die Stadt in Kürze bekanntgegeben.

Auch die geplante Unterkunft am Knülfeld solle wie vorgesehen realisiert werden, da man nicht davon ausgehen könne, dass die Flüchtlingszahlen auf dem derzeit niedrigen Niveau blieben, sagt der Stadtsprecher.

Eine Entlastung ist auch in der Gemeinde Wennigsen spürbar. „Aufgrund der bisher guten Aufnahme hat Wennigsen bis nach Ostern Pause“, sagt Sozialfachbereichsleiterin Barbara Zunker. Denn die Quote von 127 Schutzsuchenden, die man nun bis Juli unterbringen müsse, sei zum Großteil bereits erfüllt. Bis Juli bleiben nur noch 47 Personen, für die Wohnraum geschaffen werden muss. Sollte die derzeitige Entwicklung bestehen bleiben, müsse Wennigsen nur etwa die Hälfte der ursprünglich 516 zugewiesenen Flüchtlinge aufnehmen. Eine Nutzung der von der Gemeinde angeschafften Wohnwagen als Notunterkünfte sei derzeit nicht notwendig. „Wir suchen dennoch weiter nach Wohnraum, aber es ist schon etwas entspannter, da wir langfristiger planen können“, sagt Zunker.

Auch Ronnenbergs Verwaltung spürt die Verlängerung der Aufnahmequote deutlich. Im Januar seien etwa 19 Schutzsuchende pro Woche angekommen, nun seien es nur noch neun, sagt Bürgermeisterin Stephanie Harms. „Wir sind gut auf bevorstehende Aufgaben eingestellt.“ In Weetzen, Ihme-Roloven und Benthe seien zudem kurzfristig Mietobjekte verfügbar, die Platz für etwa 65 Flüchtlinge bieten. „So können wir in den Gemeinschaftsunterkünften auf den Festplätzen in Ronnenberg und Empelde die Belegung etwas lockern“, sagt Harms.

Von Nils Oehlschläger

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