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Nachrichten Windpark: Rat fordert höhere Mindestabstände 
Umland Barsinghausen Nachrichten Windpark: Rat fordert höhere Mindestabstände 
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00:34 30.04.2018
Der Rat hat die Resolution einstimmig beschlossen. Quelle: Malecha
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Barsinghausen

 Das Land soll sowohl größere Mindestabstände zwischen Windkraftanlagen und Wohnbebauungen in den niedersächsischen Windenergieerlass einarbeiten. Dazu fordert der Rat der Stadt die Landesregierung in einer am Donnerstagabend beschlossenen Resolution auf. 

Hintergrund ist, dass zwischen Gehrden, Wennigsen und Barsinghausen die Planungen für einen großen Windpark angelaufen sind. Dort sollen mit 240 Metern Höhne die größten Anlagen der Bundesrepublik entstehen.  Der bestehende Windenergieerlass sieht allerdings nur einen Mindestabstand von 400 Metern zur Wohnbebauung vor,  das Regionale Raumordnungsprogramm der Region Hannover (RROP) einen Abstand von 800 Metern – zu wenig, finden FDP und die  Fraktion „Aktiv für Barsinghausen“ und stellten den Resolutionsantrag. Bei den rund 80 bei der Ratssitzung anwesenden Bürgern sorgte der Antrag für Beifall.  

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Der Rat der Stadt Barsinghausen ersucht die Landesregierung dringend, eine Regelung - vergleichbar mit den Lösungen anderer Bundesländer - umgehend in den Windenergieerlass einzuarbeiten. „Selbst ein Ansatz mit einer höheren Abstandsregelung als bisher in Niedersachsen vorgesehen, wäre eine dramatische und durchaus angemessene Verbesserung für die betroffenen Nachbarschaften hinsichtlich Lärmschutz, optischer Belästigungen sowie der Blinkfeuer und Infraschall und würde auch unnötige Prozesse vermeiden helfen“, heißt es in der Resolution. Beispielhaft führt der Text auf, welche Regelungen in anderen Bundesländern gelten. In Bayern etwa müssen neue Anlagen im Außenbereich einen Mindestabstand der zehnfachen Anlagenhöhe zur Wohnbebauung einhalten.

SPD fordert bundesweit einheitliche Regelung

Die SPD plädierte dafür, die Resolution auch an die Bundesregierung zu richten – mit der zusätzlichen Forderung, dass künftig bundesweit einheitliche Regelungen gelten. „Die Bundesregierung wird aufgefordert, zur Vermeidung gesundheitlicher Beeinträchtigungen und unterschiedlicher Lebensverhältnisse sowie zu einem möglichst gleichmäßigen Ausbau der Windenergie einen bundesweit einheitlichen Mindestabstand zwischen der Wohnbebauung und Windenergieanlagen festzulegen“, heißt es in ihrem Änderungsantrag zur Resolution.  Zudem solle die Landesregierung aufgefordert werden, im Bundesrat auf eine entsprechende Lösung hinzuwirken und im Winderlass den Abstand zur Wohnbebauung angemessen zu vergrößern. Zudem fordert die SPD , dass sich der Rat zum Ausstieg aus der Kernenergie und zum Erreichen der internationalen Klimaschutzziele im Rahmen der Energiewende.

Am Ende entschieden sich die Ratsmitglieder, zunächst über die Resolution an die Landesregierung abzustimmen. In der kommenden Sitzung soll dann über die Resolution an die Bundesregierung abgestimmt werden. Viele Bürger begrüßten die Entscheidung des Rats und betonten immer wieder, dass sie nicht gegen die Energiewende an sich seien. „Wir sind keine Windkraftgegner – nur die Höhe der geplanten Anlagen ist unserer Meinung nach unzumutbar“, sagte etwa Otto Wachter von der Bürgerinitiative Gegenwind. 

Von Lisa Malecha