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Barsinghausen Nordgoltern: Aus Klärschlamm soll schon bald Biogas entstehen
Umland Barsinghausen Nordgoltern: Aus Klärschlamm soll schon bald Biogas entstehen
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16:41 15.04.2019
Auf dem Rasen neben dem Betriebsgebäude des Gruppenklärwerks Nordgoltern wird ab 2020 eine zusätzliche Anlage zur Klärschlammbehandlung gebaut. Werksleiter Heiko Bartling (Dritter von links) zeigt die Informationstafel, die auf die EU-Förderung für das Projekt hinweist. Quelle: Andreas Kannegießer
Nordgoltern

Die Barsinghäuser Stadtwerke bereiten sich auf den lange geplanten Bau einer Anlage zur Klärschlammbehandlung auf dem Gelände des Gruppenklärwerks in Nordgoltern vor. Damit soll die Menge des Klärschlamms reduziert und zugleich Gas zur Energieerzeugung gewonnen werden. Das Millionenprojekt dient zugleich der Verringerung von klimaschädlichen Kohlendioxidemissionen und wird deshalb von der Europäischen Union großzügig gefördert.

„Die Planung ist in vollem Gange“, sagte der Leiter der Kläranlage, Heiko Bartling, bei einem Ortstermin mit Mitgliedern der Barsinghäuser SPD. Die Stadtwerke hatten die aufwendigen Planungsleistungen europaweit ausschreiben müssen. Die Verantwortlichen hoffen nun, dass die Bauarbeiten im Herbst dieses Jahres vergeben werden können. Baustart könne dann im Juni 2020 sein, erläuterten Bartling und Stadtwerke-Geschäftsführer Jochen Möller. „Ziel ist es, dass die Anlage spätestens im Juni 2022 betriebsbereit ist.“

Die Anlage dient der „anaeroben Schlammstabilisierung mit Faulgasverwertung“, wie auf einer Informationstafel zu lesen ist, die demnächst an der Umzäunung des Klärwerksgeländes angebracht wird. Darauf muss gemäß der Förderbedingungen auch auf die EU-Unterstützung für das Projekt hingewiesen werden. Die Stadtwerke rechnen damit, dass die Anlage insgesamt rund 4,5 Millionen Euro kosten wird. Die Preise seien allerdings schwer zu kalkulieren, sodass die Ergebnisse der Ausschreibung schwer zu prognostizieren seien, sagte Bartling. „Das Ganze ist ein Überraschungsei.“

Fest steht allerdings die Höhe der EU-Förderung: Die Stadtwerke erhalten einen Zuschuss von einer Million Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Ein Teil der Mittel aus dem Fonds ist einem Programm zur Verbesserung der Energieeffizienz in öffentlichen Abwasseranlagen vorbehalten.

Die neue Anlage wird auf einer rund 1000 Quadratmeter großen Rasenfläche direkt an der Hauptzufahrt zur Kläranlage gebaut. Entstehen werden zwei Faultürme, ein Gasspeicher, ein Blockheizkraftwerk (BHKW) und eine sogenannte Fackel, über die in Ausnahmefällen Gas abgelassen und verbrannt werden kann. Wie Bartling den Besuchern erläuterte, wird der in Nordgoltern anfallende Klärschlamm bei einer Temperatur von mindestens 37 Grad rechnerisch etwa 20 Tage lang in den Faultürmen verbleiben. In dieser Zeit entsteht Biogas, das gespeichert und zum Betrieb des Blockheizkraftwerks genutzt werden kann. Das BHKW wiederum erzeugt Wärme und etwa 3500 Kilowattstunden Strom pro Tag, der direkt für die Prozesse im Klärwerk genutzt werden kann. Ein sehr erwünschter Nebeneffekt der Schlammbehandlung: Die Menge des Klärschlamms, die am Ende der Verarbeitungskette in Nordgoltern entwässert und entsorgt werden muss, wird künftig um rund ein Drittel geringer ausfallen als zurzeit. Die Entsorgungskosten für Klärschlamm hätten sich in den vergangenen Jahren wegen strengerer gesetzlicher Regeln vervielfacht, erläuterte Bartling. Aus diesem Grund rechne sich die Investition in die geplante Schlammbehandlungsanlage ganz besonders.

Von Andreas Kannegießer

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