Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Barsinghausen Wasserwerk: Rat entscheidet sich für Neubau und Verfahren zur Wasseraufbereitung
Umland Barsinghausen

Wasserwerk Barsinghausen-Eckerde: Rat entscheidet sich für Neubau und Verfahren zur Wasseraufbereitung

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
12:25 20.09.2019
Rund 1000 Unterschriften haben engagierte Barsinghäuser gesammelt und dem stellvertretenden Ratsvorsitzenden Fred Wellhausen (links) übergeben. Quelle: Lisa Malecha
Anzeige
Barsinghausen

Im Streit um die wesentlichen Aspekte für den Neubau des Grundwasserwerks Eckerde ist am Donnerstag eine Entscheidung gefallen: Die Mehrheit des Barsinghäuser Rats hat sich für einen Neubau und die Wasseraufbereitung mit dem sogenannten Carix-Verfahren ausgesprochen – sehr zur Freude der anwesenden Bürger, die dem Rat zuvor eine rund 1000 Unterschriften zählende Petition überreicht haben. Ihre Forderung: Die Wasserversorgung in Barsinghausen muss sichergestellt werden.

Einigkeit über Neubau

Dass ein neues Wasserwerk gebaut werden muss, darüber waren sich wohl alle anwesenden Ratsmitglieder einig. Doch bei der Frage, mit welchem technischen Verfahren das Grundwasser aufbereitet werden soll, herrschte Uneinigkeit. Im Vorfeld der Entscheidung war es in den vergangenen Wochen zu hitzigen Diskussionen gekommen.

Bereits der Aufsichtsrat der Stadtwerke hatte sich mit großer Mehrheit für das Carix-Verfahren entschieden, das auch von einem Gutachter empfohlen worden ist. Bürgermeister Marc Lahmann, Teile der CDU-Fraktion und Aktiv für Barsinghausen wollten stattdessen die schon im alten Werk genutzte Schnellentcarbonisierung einsetzen. Am Ende konnten sich die Befürworter der Schnellentcarbonisierung nicht durchsetzten. Mit acht Gegenstimmen entschied sich der Rat für das Carix-Verfahren. Ein wesentlicher Unterschied der Verfahren: Bei der Aufbereitung mit dem Carix-Verfahren werden Sulfat, Nitrat und Spurenstoffe aus dem Wasser gefiltert, bei der Schnellentcarbonisierung ist das nicht möglich.

Kein Verkauf von Trinkwasser

Einer Meinung waren die Politiker bei den meisten weiteren Punkten. So entschieden sie einstimmig, dass die Geschäftsführung der Stadtwerke nun unverzüglich die erforderlichen Grundlagen für die Einleitungsgenehmigung des anfallenden Prozesswassers erstellen solle und auch die erforderliche Genehmigung einholen solle. Zudem soll die Geschäftsführung gemeinsam mit einem Ingenieursbüro alle anfallenden Kosten berechnen.

Einigkeit herrschte auch bei der Frage, ob Trinkwasser aus Barsinghausen verkauft werden soll. Hier sprachen sich alle Ratsmitglieder bis auf Lahmann dafür aus, dass Wasser nur kurzfristig verkauft werden darf, wenn etwa in der Nachbarschaft ein Engpass überbrückt werden muss.

1000 Barsinghäuser unterschreiben Petition

Lahmann hatte für eine Kooperation mit dem Nachbarversorger Purena geworben. Die Ergiebigkeit des Grundwasserleiters sei auf jeden Fall groß genug, um den eigenen Bedarf zu decken und in Zeiten ergiebiger Quellschüttungen im Deister teilweise auch die Nachbarkommune Gehrden zu beliefern.

Die Entscheidung freute auch Anja Neumann, Barbara Schmidt und Andreas Freyer, die zu Beginn der Ratssitzung eine Unterschriftenliste an Fred Wellhausen, den stellvertretenden Ratsvorsitzenden, übergeben haben. Die Barsinghäuser hatte vor einigen Wochen eine Onlinepetition gestartet. Unter dem Motto „... bis zum letzten Tropfen ...“ fordert die Petition den Rat auf, während seiner nächsten Sitzung „eine klare Entscheidung für den Neubau des Wasserwerks“ zu fällen – was nun geschehen ist.

Die Vorgeschichte lesen Sie hier:

Geplantes Wasserwerk wird zum Streitobjekt

Streit um Wasserwerk Eckerde: Wie soll Wasser aufbereitet werden?

FDP: Stadtwerke müssen selbstständig bleiben

Neues Wasserwerk: Politik und Verwaltung streiten über das Aufbereitungsverfahren

Widerstand gegen Pläne für Wasserwerk wächst

Neubau Wasserwerk: CDU sieht noch zu viele offene Fragen

Von Lisa Malecha

Im Jahr 2013 haben Vito Fiorino und seine Freunde 47 Menschen vor Lampedusa das Leben gerettet. Das Theaterstück „Das Boot ist voll“ greift diese Geschichte auf und ist an diesem Montag in Barsinghausen zu sehen.

20.09.2019

Die Ernst-Reuter-Schule hat ab sofort Tischtennis im Angebot. Damit schärft die Schule ihr Profil, eine sportfreundliche Schule zu sein. Leiter der Kooperation ist Rainer Krabbe.

20.09.2019

Landwirte in ganz Deutschland beteiligen sich an einem stillen Protest gegen Pläne des Bundeslandwirtschaftsminsteriums. Auch im Calenberger Land ist man verärgert.

20.09.2019