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Burgdorf Amtsgericht bekommt mit Stephanie Lumm neue Strafrichterin
Umland Burgdorf

Amtsgericht Burgdorf bekommt mit Stephanie Lumm neue Strafrichterin

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15:02 19.06.2019
Wechsel auf dem Richterstuhl. Seit Angang Juni urteilt Stephanie Lumm in allen Fällen, die das Erwachsenenstrafrecht betreffen. Quelle: Joachim Dege (Archiv)
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Burgdorf

Mehr als dreizehneinhalb Jahre lang bekamen es Angeklagte, die sich in Uetze und Burgdorf etwas strafrechtlich Relevantes hatten zuschulden kommen lassen, mit Amtsrichterin Stephanie Rohe zu tun. In Zukunft müssen sich erwachsene Straftäter vor Stephanie Lumm verantworten. Die aus Hessen stammende 29 Jahre alte Rechtsassessorin hat Anfang Juni Rohes Richterplatz eingenommen, nachdem diese ins Justizministerium gewechselt ist.

Amtsgerichtsdirektor Andreas Henze ist heilfroh, dass Rohes Weggang keine Vakanz zur Folge hatte. Denn in dem kleinen Amtsgericht am Spittaplatz sprechen mit ihm selbst lediglich vier Richter Recht, sodass eine unbesetzte Stelle eine Menge Mehrarbeit bedeutet hätten. Lumm hat nicht nur das Erwachsenenstrafrecht übernommen, sondern von ihrer Vorgängerin auch sämtliche Betreuungsangelegenheiten in der Gemeinde Uetze.

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Rohe erfuhr Ende Mai kurzfristig von ihrer Abordnung ans Justizministerium in Hannover. Dort soll sie nun nach Darstellung von Henze an der Schnittstelle zum Sozialministerium an einer Verordnung zum Betreuungsrecht mitwirken. Dass die Justizverwaltung mit Lumm nahtlos für Ersatz gesorgt hat, sei auch insofern ein Glücksfall, als dass die junge Juristin vorher bereits für ein Jahr und drei Monate in der Staatsanwaltschaft in Hildesheim gearbeitet hat und danach vier Monate lang in den beiden Amtsgerichten Lehrte und Elze mit Betreuungssachen befasst war. „Wir haben genau das bekommen, was wir brauchten“, sagt Henze.

Lumm stammt aus der Nähe von Kassel. Ihr Studium der Rechtswissenschaften absolvierte sie in Kiel. Auf dem Richterstuhl fühlt sie sich nach eigenen Angaben wohl. Diese Aufgabe bedeute mehr Verantwortung als die Arbeit bei der Staatsanwaltschaft, weil ihre Entscheidungen mitunter gravierende Folgen für die Angeklagten haben können. „Es fühlt sich wichtig an, wenn man einen Fall am Ende entscheiden darf“, sagt sie.

In Burgdorf hatte sie bislang erst drei Ordnungswidrigkeitsverfahren und einen Strafprozess zu führen. Angang dieser Woche begann ein aufwendiger Körperverletzungsprozess mit sage und schreibe 40 geladenen Zeugen, der sich noch bis Anfang Juli hinziehen wird und in dem es um eine üble Schlägerei in Uetze geht – kein Alltagsgeschäft für eine Amtsrichterin auf dem Lande. Lange freilich wird Lumm nicht in Burgdorf bleiben. Während ihrer dreijährigen Assessorenzeit, in der Juristen im Staatsdienst in ihren Beruf hineinwachsen sollen, wird sie nach eigenen Angaben auch noch als Richterin an einem Landgericht eingesetzt werden.

Von Joachim Dege

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